Amerikanische Formensprache – ein Ehepaar erobert die Einrichtungswelt

29.09.2014 |  Von  |  Allgemein
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Amerikanische Formensprache – ein Ehepaar erobert die Einrichtungswelt
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Jeder Möbelliebhaber kennt das Designer-Ehepaar Charles und Ray Eames. Seit Studienzeiten zusammen, haben sie über vierzig Jahre miteinander gelebt und gearbeitet. Und in dieser Zeit den Liebhabern schöner Einrichtung bemerkenswerte und teils weltberühmte Möbel geschenkt.

Heute soll aber nicht die Rede von den stilbildenden und bis heute von Vitra hergestellten Relaxsesseln „Lounge Chair“ und „Aluminium Chair EA 124“ sein. Sondern von den beiden innovativen Stühlen, die vor mehr als sechzig Jahren binnen kurzer Zeit Amerika zur Nr. 1 auf dem Gebiet der modernen Möbel machten.

Grosse kreative Persönlichkeiten

Charles und Ray Eames gehörten zu den grossen kreativen Persönlichkeiten, die das 20. Jahrhundert hervorbrachte. Nicht nur in Architektur und Design tätig, war vor allem Charles Eames auch als Photograph, Filmemacher, Schöpfer von Spielzeug und Philosoph tätig. Stets mit hohem Einsatz und stets mit grossem Erfolg. Er war als Architekt einer der ersten, der in Kalifornien Wohnhäuser aus Industriebauteilen baute. Aber an allen seinen Arbeiten hatte seine Frau Ray Eames grossen Anteil. Und gemeinsam schufen sie auch zwischen 1949 und 1951 die beiden Stühle DSX und DKR2, die ihren späteren Weltruhm begründeten.

Neue Möbelformen aus Kunststoff

Aufgrund eines Forschungsauftrags des Museum of Modern Art experimentierten die Eames als erste mit der Verwendung von Kunststoffen für den Möbelbau. Neue Möbelformen sollten entstehen. So baute das Paar zunächst eine Holzsitzschale in Metall nach und überspritzte diese mit Neopren. Das Museum of Modern Art in New York war mit dem Ergebnis zufrieden. Doch in der Realität war dieses Modell wegen zu hoher Werkzeugkosten für die Massenherstellung unrentabel. Weitere Versuche mit verschiedenen Kunststoffmaterialien wurden unternommen.

Sitzschale zusätzlich aufgepolstert

Fündig wurden die beiden Designer dann beim Werkstoff Fiberglas, ein glasfaserverstärkter Polyester. Leicht herzustellen, dauerhaft in Form und Qualität und von angenehmer Haptik, war der Grundstoff für die Sitzschale gefunden. Verbunden mit einem leichten Untergestell aus Aluminium wurde die Sitzschale zusätzlich aufgepolstert. Aus diesem Vorbild entwickelte das Ehepaar Eames dann eine ganze Stuhlfamilie bis zum Bar- oder Drehstuhl.

Eines der schönsten Sitzmöbel überhaupt

Ganz anders war das unmittelbar darauf entstandene Modell DKR2. Ein Stuhlmodell, das komplett aus Metall besteht. Obwohl Charles Eames davon überzeugt war, dass Metallmöbel in den USA geradezu zu einem Modell für kostengünstige und damit auch preiswerte Massenproduktion werden könnten, musste er zugeben, dass damals keine annehmbaren Möbel aus Metall vorhanden waren. Das änderte sich durch den Stuhl DKR2. Der Sitz war aus geschweisstem Draht geformt und vermittelt so bis heute im Zusammenspiel mit dem ebenfalls aus Stahldraht verstrebten Untergestell eine wunderbare Leichtigkeit. Mit Sitz- und Rückpolstern ausgestattet, die einen Teil des Drahtgewebes sichtbar lassen, wurde eines der schönsten Sitzmöbel überhaupt kreiert, das sich auch heute sowohl im Wohnbereich als auch in Büros bewährt.

 

Oberstes Bild: © andersphoto – Shutterstock.com


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