Der Schreibsekretär – Vom Statussymbol über das Meisterstück bis hin zur Antiquität

23.06.2015 |  Von  |  Accessoires
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Der Schreibsekretär – Vom Statussymbol über das Meisterstück bis hin zur Antiquität
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Viele Jahre war der Schreibsekretär von der Bildfläche nahezu verschwunden und dies, obwohl er im 18. und 19. Jahrhundert zweifelsohne in jedem adeligen und in sehr vielen grossbürgerlichen Haushalten ein fester Bestandteil der Einrichtung war.

Allerdings mutierte der Schreibsekretär im 20. Jahrhundert Schritt für Schritt zu einem Sammlerstück. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass die Menschen anfangs einfach einen grösseren Arbeitsplatz benötigten und später mit dem Einzug des Computers auch deutlich mehr Stellfläche benötigten. So kam es, dass der Schreibsekretär in Kellern oder auf Speichern mehr und mehr in Vergessenheit geriet.

Niemals völlig vergessen und dennoch wiederentdeckt

Völlig aus dem Leben der Menschen verschwunden war der gute alte Schreibsekretär jedoch nicht. So war der Sekretär auch weiterhin – vor allem in Haushalten, die nur über ein begrenztes Platzangebot verfügten – das Schreibmöbel der Wahl.

Nach wie vor überzeugt ein Schreibsekretär durch zahlreiche teils sichtbare und teils versteckte Fächer sowie durch eine edle Ausstrahlung. Deshalb ist der Schreibsekretär heute vor allem in den Haushalten zu finden, in denen nicht mit dem Computer, sondern wie in den guten alten Zeiten mit der Hand geschrieben wird. Zudem sorgt ein gut erhaltener oder liebevoll restaurierter Schreibsekretär noch immer für Aufmerksamkeit, punktet als wirkungsvolles Schmuckstück und zieht deshalb die Blicke auf sich.


Ein Schreibsekretär überzeugt durch eine edle Ausstrahlung. (Bild: Oleksii Iezhov – shutterstock.com)

Ein Schreibsekretär überzeugt durch eine edle Ausstrahlung. (Bild: Oleksii Iezhov – shutterstock.com)


Der Schreibsekretär: Begriffsbestimmung und Definition

Die Bezeichnung „Sekretär“ stammt ursprünglich aus dem Französischen und wurde zu Beginn ganz allgemein für jede Art von Schreibschrank verwendet. Damals wie heute gibt es zahlreiche Varianten von Schreibschränken. So handelt es sich zum Beispiel beim sogenannten Secrétaire à abattant um einen hohen kastenförmigen Schreibschrank mit Schubladen oder Flügeltüren, der im unteren Bereich über eine senkrecht schliessende Klappe verfügt. Diese dient als eigentlicher Arbeitsplatz, denn sie wird zum Schreiben heruntergeklappt. Über dieser Klappe befindet sich die abschliessende Friesenschublade.

Eine allgemeingültige Definition des Begriffs „Schreibsekretär“ zu geben, ist problematisch. Grundsätzlich wird jedes Möbelstück als Schreibsekretär bezeichnet – und zwar ganz gleich, ob es sich um ein antikes oder ein modernes handelt – das über eine Schreibfläche und Aufbewahrungsfächer verfügt, also die Eigenschaften eines Aufbewahrungsmöbels und eines Schreibtisches miteinander kombiniert. Ein Schreibschrank ist demnach eine äusserst praktische Variante eines Schreibtisches, hat meist ein edles Aussehen und war in früheren Zeiten im Allgemeinen sehr beliebt, da der vorhandene Stauraum ausreichend Platz für Schreibutensilien und Dokumente bietet.

Zwar wird heute im digitalen Zeitalter nur noch selten viel Stauraum für Stifte und Briefbögen benötigt, jedoch erlebt der Schreibsekretär dennoch in vielen Wohnzimmern und Arbeitsräumen ein Revival. Während Schreiner und Möbelhersteller bei modernen Schreibtischen auf ein Design setzen, dass Leichtigkeit ausstrahlt und durch hohle Holzplatten und Stahlrohre bestimmt ist, überzeugt ein Schreibsekretär noch immer durch eine praktische, meist schlanke Bauweise. Früher wurden Schreibschränke niemals in Serie gefertigt. Vielmehr handelte es sich bei jedem Schreibsekretär um ein echtes Unikat. In unserem Artikel beleuchten wir die Geschichte des Schreibschrankes und zeigen, dass ein antiker Sekretär auch heute noch jedes Zuhause optisch aufwerten kann.


Der Schreibsekretär verfügt in der Regel über eine Schreibfläche und Aufbewahrungsfächer. (Bild: Leigh Prather_shutterstock.com)

Der Schreibsekretär verfügt in der Regel über eine Schreibfläche und Aufbewahrungsfächer. (Bild: Leigh Prather_shutterstock.com)


Die Geschichte des Schreibsekretärs

Um das Jahr 1700 kamen nicht nur zweitürige Dielenschränke auf, sondern zeitgleich auch die Schreibsekretäre. Bereits damals zählten Schreibsekretäre zu den ganz speziellen Einrichtungsgegenständen. So verfügte ein relativ grosser Haushalt zwar über sechs bis sieben Schränke und drei bis vier Kommoden, wenn es zudem noch einen Schreibsekretär gab, dann allerdings nur einen, denn zur damaligen Zeit konnten weder alle Menschen lesen und schreiben, noch hatten sie wichtige Dokumente oder andere Papiere zu verwahren.

Aufgrund der Schulpflicht und mit der durch das Einsetzen der Aufklärung bedingten Verbürgerlichung der Geisteswissenschaften, erlernte ein deutlich grösserer Anteil der Bevölkerung das Lesen und Schreiben. Um diese Fertigkeiten auszuführen, wurden in Folge natürlich auch die entsprechenden Möbel benötigt. So schafften sich im Laufe der Zeit immer mehr Menschen einen Schreibsekretär an. Dessen Besitz hatte zudem repräsentativen Charakter: Einerseits konnte sich nicht jeder ein solches Schreibmöbel leisten und andererseits zeichnete ein Schreibsekretär seinen Besitzer als des Lesens und Schreibens mächtig aus.

Zwar war es in zahlreichen Berufen, wie zum Beispiel dem des Beamten, des Kapitäns oder des Kaufmanns, schon vor 1700 notwendig, bestimmte Kulturtechniken zu beherrschen, allerdings benutzten Vertreter dieser Berufsgruppen ursprünglich eine andere Schreibausstattung, nämlich den aus Italien stammenden beweglichen Schreibkasten, der mit einem schrägen Pultdeckel versehen war. Im Laufe der Zeit suchten die Menschen allerdings nach speziellen Aufsätzen, um ihre Schreibkästen an einem höheren Platz abzustellen. Schliesslich verwendeten sie hierfür Schränke, Tische und Kommoden.


Anfangs waren Schreibsekretäre den Adeligen vorbehalten. (Bild: Johann Ender, Web Gallery of Art, Wikimedia, CC)

Anfangs waren Schreibsekretäre den Adeligen vorbehalten. (Bild: Johann Ender, Web Gallery of Art, Wikimedia, CC)


In der Regel waren die Händler und Kaufmänner bis zu Ende des 17. Jahrhunderts nicht an einen festen Standort gebunden, so dass ein mobiler Schreibkasten durchaus sinnvoll war. Als zu Beginn des 18. Jahrhunderts bereits ein breiterer Bevölkerungsteil Lesen und Schreiben konnte, begann die Herstellung beständiger und fest in die Haushalte integrierter Schreibmöbel.

Aufgrund der Tatsache, dass Kommoden und Schränke zugleich als Aufbewahrungsorte für Bücher und Dokumente dienten, wurden Schreibkästen und Schränke einfach miteinander verbunden. Der Schreibschrank – oder um den geläufigeren Begriff zu verwenden – der Schreibsekretär war geboren. Bei diesem handelt es sich demnach um einen Aufsatzschrank, der mit einem kommodenartigen Unterteil kombiniert ist. Während der Aufsatz des Schreibsekretärs meist zweitürig ist und mit einem verzierten Giebel abschliesst, besitzt das Unterteil in der Regel mehrere Schubladen. Als Schreibfläche dient letztlich ein entweder klappbarer oder ausziehbarer Pultdeckel.

Dieses Möbelstück avancierte schnell zu einem unverzichtbaren Statussymbol. Der Hype um den Schreibsekretär führte im späten 18. Jahrhundert sogar so weit, dass aus Prestigegründen oftmals die Tür eines Kleiderschrankes mit Schnitzereien dekoriert wurde, um die Front des Kleiderschrankes als Schreibsekretär zu tarnen. Auf diese Weise gelang es auch den Menschen, die sich aus finanziellen Gründen keinen Schreibsekretär leisten konnten, den Luxus der oberen Schichten bei sich einziehen zu lassen. Bekannt ist dieses Phänomen auch als die „Geburtsstunde der sogenannten Blender“, denn die mit einer derartig gestalteten Türfront versehenen Schrankmöbel sahen einem echten Schreibsekretär zum Verwechseln ähnlich.

Die ersten Schreibsekretäre sind demnach im Barock entstanden, wobei auch in der Zeit des Rokoko eine Vielzahl wunderschöner mit Intarsien im Régence-Stil ausgestatteter Schreibschränke in mühevoller Handarbeit hergestellt wurden. Als Furnier verwendeten die Tischler damals vor allem hochwertige ausländische Hölzer, wie beispielsweise Mahagoni-, Jacaranda- oder Ebenholz. Zudem galt für Tischlergesellen, die ihre Meisterprüfung ablegen wollten, entweder einen Schreibsekretär, einen zweitürigen Kleiderschrank oder einen ausziehbaren Tisch zu fertigen. Schon damals avancierte der Schreibsekretär also zum Meisterstück.

Der heute bekannte relativ schlicht gehaltene Schreibtisch fand seinen Weg in die Haushalte erst in Verbindung mit dem Bücherschrank und konnte sich aufgrund des Einflusses aus England schliesslich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts etablieren.

Noch heute sind in vielen Museen, Antiquariaten sowie im Hause von Liebhabern edle und erlesene antike Schreibsekretäre zu finden, von diesen stammen die wertvollsten Stücke aus den Epochen Barock, Rokoko, Biedermeier, Louis-Seize und der Zeit des Empire.


Französischer Schreibsekretär, 18. Jahrhundert (Bild: Int-ant, Wikimedia, CC)

Französischer Schreibsekretär, 18. Jahrhundert (Bild: Int-ant, Wikimedia, CC)


Schreibsekretäre waren anfangs den Adeligen vorbehalten

In der Zeit des Barock und des Biedermeier, also im 18. und 19. Jahrhundert, besass jeder, der etwas auf sich und damit sich selbst für schriftbegabt und kultiviert hielt, einen Schreibsekretär. Schreibschränke galten damals gewissermassen als hölzerne Statussymbole, waren sie doch – anders als das Stehpult, welches vorrangig in Staats- und Geschäftsräumen Anwendung fand – Schreibmöbel für den privaten Gebrauch. Auch heute gilt vielen Personen, ganz gleich ob Politiker, Vorstandsmitglied oder Wissenschaftler, ein edler und grosser Schreibtisch als Statussymbol. Ebenso verhielt es sich in früheren Zeiten mit dem Schreibsekretär.

Adelige und Geschäftsmänner schätzten damals jedoch noch aus einem weiteren Grund ihren Schreibsekretär, denn viele der Möbel besassen ein Geheimfach, dass nur schwer zu finden war. Oftmals wusste ausschliesslich der Besitzer des Schreibschrankes, wo es sich befand und wie es zu öffnen war. Zudem handelte es sich bei zahlreichen der Schreibsekretäre um absolute Meisterstücke, die von herausragenden Kunstschreinern gefertigt wurden waren.

Ein ausgezeichnetes Beispiel für die herausragende Arbeit der Schreiner sind die barocken Tabernakel-Schreibsekretäre. Natürlich wurden auch in der Epoche des Biedermeier kunstvoll dekorierte Schreibschränke erschaffen. Während der Besitz eines hochwertigen Tabernakel-Schreibsekretärs in der Zeit des Barock lediglich einer auserwählten Gruppe vorbehalten war, änderte sich dies ab der Epoche der Gründerzeit, denn zu dieser Zeit konnte sich bereits eine breitere Bevölkerungsschicht einen Schreibsekretär leisten. Auch zu dieser Zeit galt: Wer etwas auf sich hielt, nannte einen Schreibsekretär sein eigen. Entsprechend war der Schreibschrank das Schmuckstück einer Wohnung und bildete manchmal sogar deren Mittelpunkt.



Die Gestaltung der Schreibschränke

Während die frühen Exemplare der Schreibsekretäre einer Kommode oder einem Schrank entlehnt sind, gleichen ältere Schreibschränke eher einem Tisch mit Aufsatz. Dabei variierte das Design der Schreibsekretäre einerseits zwischen den Stilen der unterschiedlichen Epochen und andererseits zwischen diesen beiden funktionalen Extremen.

Zwar verfügten die meisten Kommoden – sofern sie die Basis eines Schreibschrankes bildeten – im Allgemeinen über drei Schubfächer, allerdings sind auch Exemplare aus Frankreich erhalten, die verschliessbare Türen aufweisen. Hinter diesen befinden sich in der Regel versteckte Schubladenreihen. Der Aufsatz des Schreibsekretärs besass Aussparungen für Tinte, Sortierfächer für Papier und Schubfächer für Dokumente. Verschlossen war diese Art des Schreibpultes mit einem ausklappbaren Pultdeckel, der nach vorn geöffnet wurde und als Schreibplatte diente. Im Laufe der Zeit veränderte sich das Design der Schreibschränke immer wieder, so dass sie beispielsweise links und rechts der mittigen Aussparung Schubladenreihen aufwiesen, dem Benutzer mehr Beinfreiheit boten oder aber über dem Mittelteil angebrachte Spiegeltüren besassen.


Die frühen Exemplare der Schreibsekretäre sind einer Kommode oder einem Schrank entlehnt. (Bild: Picsfive – shutterstock.com)

Die frühen Exemplare der Schreibsekretäre sind einer Kommode oder einem Schrank entlehnt. (Bild: Picsfive – shutterstock.com)


Obwohl der Schreibsekretär ursprünglich entwickelt wurde, um einer Vielzahl von Anforderungen zu genügen und es sich deshalb um ein eher kompaktes Möbelstück handelte, wiesen die zu Ende des 18. Jahrhunderts hergestellten Schreibschränke ein eleganteres und leichteres Design auf. So wurde die vormals eher massive Basis von einem Unterteil abgelöst, das bei Bedarf hinter einem Rollladen, der in einem Halb- oder Viertelkreis angeordnet war, verschwand. Das Unterteil des Schreibsekretärs erinnerte somit weniger an eine Kommode als immer stärker an die Form eines Tisches. Die Platte zum Schreiben war herausziehbar und über ihr waren Schübe und Fächer angeordnet. Diese Art der Schreibsekretäre verfügte demnach nicht mehr über einen Aufsatz und wurde deshalb auch Zylinderbüro genannt.

Vor allem in Frankreich zählten diese Zylinderbüros ab den 1760er Jahren zu den bedeutendsten Möbeln der Pariser Tischlerkunst. Ein weiteres interessantes Schreibmöbel – ebenfalls aus Frankreich – war der sogenannte Bonheur du jour. Bei diesem handelt es sich um einen speziellen Schreibtisch für Damen, der enorm aufwendig gearbeitet und verziert, teils sogar mit Mosaiken war. Dafür besass dieser Damenschreibtisch meist keine Ablageflächen oder gar Schubladen.


Mit Sèvres-Porzellan verzierter Damenschreibtisch ohne Aufsatz, 1772 (Bild: Patrick Clenet, Wikimedia, GNU)

Mit Sèvres-Porzellan verzierter Damenschreibtisch ohne Aufsatz, 1772 (Bild: Patrick Clenet, Wikimedia, GNU)


Nach Mitteleuropa, also auch in die Schweiz und nach Deutschland, gelangte der Schreibsekretär zu Anfang des 18. Jahrhunderts – meist aus den Niederlanden oder England. Schreibschränke aus den Niederlanden waren anders gestaltet als diejenigen aus England und Frankreich, häufiger mit heimischen Hölzern wie beispielsweise Kirsche furniert und wiesen dementsprechend seltener ein Furnier aus exotischen Edelhölzern auf.

Mit der Entwicklung der Dienstleistungsgesellschaft kam der Schreibarbeit weniger Bedeutung und somit auch weniger Ansehen zu, so dass kaum noch Schreibsekretäre gefertigt wurden. Zudem übernahmen bereits ab den 1920er Jahren leichtere, oftmals aus Stahlrohr hergestellte Schreibtische deren Funktion.

Bis heute sind historische Schreibsekretäre aufgrund der aufwendigen Furnierarbeiten und der Verarbeitung edler Hölzer jedoch begehrte Antiquitäten. So verwundert es nicht, dass schon seit den 1970er Jahre Reproduktionen dieser Schreibmöbel angefertigt werden.



Warum sind Schreibsekretäre heute wieder so beliebt?

Die Frage, warum heutzutage, in Zeiten einer immer stärker werdenden Digitalisierung, Möbelstücke wie der Schreibsekretär wieder in viele Wohnungen und Häuser einziehen, ist nicht leicht zu beantworten. Möglicherweise liegt ein Grund darin, dass moderne technische Geräte nicht nur handlich und leicht, sondern auch sehr klein sind. Ein grosser Schreibtisch wird deswegen in vielen Haushalten nicht mehr benötigt. Ein weiterer Grund könnte sein, dass viele Wohnungen einfach nicht genügend Platz für ein ausgedehntes Homeoffices bieten.

Genau an diesem Punkt treten die Vorteile eines Schreibsekretärs zutage: Ganz gleich, ob es sich um einen antiken oder einen modernen Schreibsekretär handelt, liegt es in der Natur dieses Möbels, dass der Arbeitsbereich durch das Hochklappen der Schreibfläche verschwinden kann. Aus diesem Grund eignet sich ein Schreibsekretär nicht nur hervorragend für kleine Wohnzimmer, sondern auch dazu einen adäquaten Arbeitsbereich im Schlafzimmer zu kreieren, ohne dass ein vollgestopfter, chaotischer Schreibtisch ständig unangenehm ins Auge fällt.

Zudem zeichnet sich ein Schreibsekretär dadurch aus, dass er Arbeitsfläche und Stauraum in Kombination bietet. Zwar verwenden viele Menschen heutzutage nur noch selten Stifte, sondern arbeiten stattdessen digital, allerdings erfordert die tägliche Arbeit nach wie vor eine gute Organisation. Für Menschen, die ab und zu von Zuhause aus arbeiten, bietet sich ein Schreibsekretär nahezu an, denn in ihm können alle notwendigen Arbeitsutensilien ordentlich verstaut werden. Ist die Arbeit getan, kann der Schreibschrank zugeklappt werden und nichts erinnert mehr an die Arbeit.

Und letztlich lohnt sich die Anschaffung eines antiken Schreibsekretärs für viele Liebhaber aufgrund der meist aufwendigen Verarbeitung und reizvollen Optik dieses Möbels, das auch in heutigen Haushalten oftmals noch ein Eyecatcher ist.


Der Schreibsekretär erlebt in vielen modernen Wohnzimmern und Arbeitsräumen ein Revival. (Bild: Iriana Shiyan – shutterstock.com)

Der Schreibsekretär erlebt in vielen modernen Wohnzimmern und Arbeitsräumen ein Revival. (Bild: Iriana Shiyan – shutterstock.com)


Liebhaber sorgen dafür, dass der Schreibsekretär nicht in Vergessenheit gerät

Zweifelsohne handelt es sich beim Schreibsekretär um ein aussergewöhnliches Beispiel handwerklicher Möbelbaukunst. Schreibsekretäre, die aus massivem Holz gefertigt wurden, über zahlreiche Fächer und Schubladen verfügen, zudem noch eine praktische Klappe zum Verschliessen besitzen, sind nicht nur funktional, sondern aufgrund Ihrer gedrechselten oder geschnitzten Schmuckelemente und Intarsien auch wunderbar anzuschauen.

Ist die Einrichtung entsprechend zusammengestellt, fügt sich meist auch ein hochwertiger Schreibsekretär nahtlos in die Möblierung ein, so dass ein attraktives Gesamtbild entsteht. Natürlich wirkt ein antiker Schreibschrank auch als Solitär hervorragend.

Mit der Entwicklung der auf Massenproduktion und Serien ausgerichteten modernen Möbelindustrie verlor der individuell gestaltete Schreibsekretär an Bedeutung. So passten weder die aufwendige Herstellung noch die handgefertigten Schmuckelemente und der hohe Anspruch an Individualität in die Zeit der vorwiegend auf Systemmöbel ausgerichteten maschinengestützten Massenproduktion.

So musste der Schreibsekretär schliesslich seinem modernen Pendant, nämlich dem Schreibtisch, weichen oder wurde in wuchtigen Schrankwänden oftmals einfach durch ein Schreibfach ersetzt. Vor der Vergessenheit bewahrt haben den Schreibsekretär vor allem Liebhaber und Bewohner anspruchsvoller Haushalte, denn nicht selten wurde von ihnen – und zwar über viele Jahrzehnte – der gute alte Schreibschrank gehegt und gepflegt.



Schreibsekretäre: Nostalgische Möbelstücke mit praktischem Anspruch

Heutzutage liegt der Schreibsekretär allerdings wieder voll im Trend. So kommt er immer dann zum Einsatz, wenn keine aufwendige Computertechnik gefragt ist. Vielmehr komplettieren Schreibschränke heute wieder den individuellen Wohnstil und punkten durch ihre ansprechende Gestaltung. Dabei dient der Schreibsekretär den meisten Menschen weniger als kleines Homeoffice, sondern vielmehr als ein nostalgisch anmutendes Schreibmöbel, an das seine Besitzer auch praktische Ansprüche haben.

Zudem haben viele eher kleine Möbeltischlereien den Schreibsekretär wiederentdeckt und versuchen diesem Schreibmöbel neue Formen zu geben und es modern zu gestalten. Das Ergebnis ist oftmals ebenso überraschend wie überzeugend, denn moderne Schreibsekretäre bieten häufig auch genügend Platz für Laptop, Computer & Co.

Natürlich ist dieser neue alte Trend auch an der Möbelindustrie nicht vorbeigegangen. Aus diesem Grund lebt der schon tot geglaubte Schreibsekretär gerade wieder auf. Glücklicherweise unterscheiden sich die Designs der Schreibschränke von Möbelhersteller zu Möbelhersteller, so dass die Schreibmöbel zumindest einen gewissen Grad an Individualität in die Moderne retten konnten. Teils versuchen die Hersteller sogar, den Schreibsekretär wieder in sein historisches Gewand zu kleiden, so dass die Möbel über geschwungene Beine, zahlreiche kleine Schubladen und Fächer oder antik anmutende Oberflächen verfügen.

Daneben werden natürlich auch Schreibschränke in moderner Optik zum Beispiel mit Klavierlackfronten produziert. So nimmt der Schreibsekretär mittlerweile wieder in vielen Wohnungen und Häusern seinen alt angestammten Platz ein und fungiert als praktisches Möbel, um kleinere Schreibarbeiten zu erledigen. Besonders in die Haushalte, die nicht über ausreichend Platz für ein Homeoffice oder einen wuchtigen Schreibtisch verfügen, werden Schreibsekretäre als zusätzlicher praktischer „Mini-Arbeitsplatz“ wieder gerne integriert.

 

Oberstes Bild: © Iriana Shiyan – shutterstock.com


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