Flächenvorhänge: stilvolle Raumwunder mit praktischen Qualitäten

30.03.2015 |  Von  |  Accessoires
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Flächenvorhänge: stilvolle Raumwunder mit praktischen Qualitäten
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Flächenvorhänge sind wie geschaffen für grosszügige Glasflächen und Fensterfronten. In Wohn- und Betriebsräumen können sie auf attraktive Art die klassischen Gardinen ersetzen und als Raumteiler neue Möglichkeiten öffnen – mit minimalem handwerklichem Aufwand. 

Ein Flächenvorhang funktioniert wie eine verschiebliche Wandfläche. Doch anders als bei Schiebewänden ist dabei nur der obere und untere Rand starr. Dort ist der Vorhangstoff, üblicherweise über seine gesamte Breite, an einer Stange bzw. Schiene aus Holz oder Metall fixiert. Jede so mit dem Schienensystem verbundene Stoffbahn bildet ein sogenanntes Paneel.

Beim Verschieben der Paneele können sich keine Längsfalten bilden, die Breite des Paneels bleibt also immer dieselbe. Beim Öffnen und Schliessen des Flächenvorhangs werden die einzelnen Paneele nebeneinander bzw. vor- und hintereinander geschoben.

Die Idee des Flächenvorhangs stammt aus Asien. Viele fernöstliche Wohntraditionen, zum Beispiel der klassische japanische Einrichtungsstil, setzen auf Schiebewände bzw. verschiebbare Wandelemente. Diese erlauben nicht nur mehr Flexibilität bei der Gestaltung und Nutzung der Räume, sondern vermitteln durch das reizvolle Spiel von Licht und Schatten auch ein ganz besonderes Wohnambiente.

Längst haben sich Flächengardinen und Flächenvorhänge auch in Europas Wohnkultur integriert. Sie sind sowohl ein stilistisches Statement als auch eine besonders elegante und praktische Methode zur flächigen Regulierung der Licht- und Sichtverhältnisse im Raum. Als Fensterschmuck oder flexibler Raumteiler lassen sie sich rasch und einfach anbringen. Wer ein wenig Begabung an der Nähmaschine und am Basteltisch mitbringt, kann auch herkömmliche Vorhänge und Gardinen zu Flächenvorhängen umarbeiten.

Aufbau und Teile eines Flächenvorhangs

Ein Flächenvorhang besteht aus mehreren Teilen. Die Paneele können entweder vorkonfektioniert gekauft oder individuell nach Mass zusammengestellt und optisch aufeinander abgestimmt werden. So ergeben sie letztlich ein individuell zum Raum und zu den Anwendern passendes Flächenvorhangsystem, das sich später ganz nach Wunsch erweitern, in technischer Hinsicht abändern oder farblich und stilistisch umgestalten lässt.

Wer einen Flächenvorhang möchte, kann sich unter den folgenden Bestandteilen die passenden aussuchen:

  • Die Stoffbahnen: Behangstoffe stehen in grosser Auswahl zur Verfügung – auf dem Wochenmarkt, im Stoffhandel, in der Restekiste, im Gardinengeschäft, im Baumarkt oder im Internet.
  • Die Abschlüsse: Wie sollen die Seiten der Vorhänge aussehen? Sollen sie einen Saum haben oder nicht? Wie soll der Saum gestaltet sein? Wie werden die Vorhänge an den Paneelwagen befestigt?
  • Die so genannten Paneelwagen: Sie geben den Vorhängen ihre Stabilität und sind in vielen Breiten, Farben, Materialien und Ausführungen erhältlich.
  • Die Deckenschienen: Sie gleichen herkömmlichen Vorhang- und Gardinenschienen. Die Menge der benötigten Läufe hängt von der Gesamtfläche des Vorhangsystems, dem Raumangebot und der Anzahl der Paneele ab.

Klettband ist ein praktisches Verbindungselement zwischen Stoff und Schiene. Die Vorhangbahnen lassen sich zum Waschen leicht entfernen und später stressfrei und exakt wieder anbringen.

Die Bedienung von Flächenvorhängen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Flächenvorhänge zu bedienen. Sehr professionell ist eine Methode, bei der die einzelnen Paneelwagen mit so genannten Mitnehmern gekoppelt werden. So muss beim Auf- und Zuziehen nicht jedes Paneel einzeln bewegt werden. Stattdessen nimmt der erste Vorhang alle nachfolgenden mit. Diese schön durchdachte und zeitsparende Technik ist allerdings nur dann sinnvoll, wenn immer mehrere oder alle Flächenbehänge zusammen bewegt werden sollen, etwa zur Verdunklung einer Glasfront oder zur raschen Raumteilung.


Flächenvorhänge greifen die fernöstliche Tradition des Licht- und Farbspiels durch Schiebewände auf. (Bild: © sukiyaki - shutterstock.com)

Flächenvorhänge greifen die fernöstliche Tradition des Licht- und Farbspiels durch Schiebewände auf. (Bild: © sukiyaki – shutterstock.com)


Eine grossartige Idee ist es auch, die Paneele des Flächenvorhangs so zu gestalten, dass sie alle nebeneinander ein grossflächiges Gesamtmotiv ergeben. Beliebt ist hierbei die Verwendung von eigenen digitalen Fotomotiven, die sich in entsprechenden Fachbetrieben exakt auf das Vorhangsystem übertragen lassen. Hier sind Mitnehmer zur Bedienung ebenfalls perfekt, da das Kopplungssystem dafür sorgt, dass die Teile nach dem Zuziehen des Systems perfekt zusammenpassen.

Aus welchem Stoff soll der individuelle Flächenvorhang sein?

Neben der Farbe und dem Muster ist bei der Auswahl der geeigneten Behangstoffe vor allem die Lichtdurchlässigkeit interessant. Für Abstufungen zwischen leichtem Blick- und Lichtschutz und kompletter Raumverdunklung und Blickdichte kann auch das Übereinanderschieben von Paneelen vor dem Fenster sorgen. Transparente Stoffe können neugierige Blicke von draussen nur tagsüber verhindern. Nachts jedoch sind sie durchsichtig, wenn die Innenräume beleuchtet sind.

Die Kombination von Stoffen mit unterschiedlicher Lichtdurchlässigkeit und Farbe ist natürlich ebenfalls möglich. Strukturierte Stoffe können einen schönen Kontrast oder eine Alternative zu glatten Vorhängen darstellen. Das Zusammenspiel von hellen (bzw. weissen) transparenten Flächengardinen und blickdichten Flächenvorhängen in kräftigen Farben bietet sich besonders an, um die klassischen Elemente des Fensterschmucks ohne den klassischen Faltenwurf neu zu interpretieren.

Manchmal muss Vorhang- oder Gardinenstoff zusätzliche Spezialeigenschaften mitbringen. Dazu gehören zum Beispiel die Eignung für Feuchträume oder Bildschirmarbeitsplätze, isolierende Beschichtungen zum Kälte- oder Wärmeschutz oder schwere Entflammbarkeit, um etwa den Brandschutzvorschriften in der Gastronomie, im Event-Bereich oder im Betrieb zu entsprechen. Ein Flächenvorhang in einer hellen Farbe bietet an der Südseite bzw. am Südfenster den besten Wärmeschutz, da helle Farben das Sonnenlicht optimal reflektieren.

Bodenlang, halblang oder viertellang?

Die Länge der einzelnen Behangflächen ist wie beim klassischen Vorhang höchst variabel. Oft gibt es räumliche Vorgaben, die gegen bodenlange Vorhänge sprechen, etwa Heizkörper oder breite Fensterbänke, auf denen Pflanzen oder Ziergegenstände stehen. Wenn das Vorhangsystem als Raumteiler dient, erleichtern kürzere Paneele das gleichmässige Beheizen und Lüften aller Raumbereiche.

In einem Raum können verschieden lange Vorhangpaneele zum Einsatz kommen, um etwa verschieden grosse Fenster zu versorgen, kleine Fenster grösser erscheinen zu lassen, die Lichtverhältnisse besonders fein zu justieren oder grosse Flächen optisch aufzulockern. Sehr elegant wirken auch kurze bis sehr kurze Paneele, die lediglich als Schmuckelemente dienen, indem sie Licht- und Farbakzente setzen oder schöne Verläufe schaffen. Sie lassen sich unterhalb der Decke so verschieben, dass sie den oberen Teil der Funktionspaneele ganz nach Wunsch überdecken.

Verwinkelte Schiebevorhangsysteme lassen sich mit ein wenig Fantasie und guter Planung ebenfalls realisieren: Je kürzer die Strecken zwischen den Winkeln im Schienensystem sind, desto schmaler müssen die Paneele sein, damit der Flächenvorhang flexibel bleibt. Soll er jedoch dauerhaft an ein- und derselben Stelle bleiben, um dort zum Beispiel eine Stellwand zu ersetzen oder einen Durchgang zu verkleinern, genügt ein einziges Paneel – idealerweise bespannt mit einer Stoffbahn, die noch in die Waschmaschine passt.



Fazit: Flächenvorhänge greifen die fernöstliche Tradition des Licht- und Farbspiels durch Schiebewände auf. Heute sind sie ein fester Bestandteil in vielen modernen Wohnraumkonzepten. Die verschiebbaren Paneele dienen der eleganten Sicht- und Lichtregulierung und lassen sich wunderbar individualisieren.

 

Oberstes Bild: © AlexMaster – shutterstock.com

Über Christine Praetorius

Christine Praetorius, Jahrgang 1971, spricht und schreibt über Neues, Altes, Schönes und Kurioses. Ich liebe Sprache und Musik als die grössten von Menschen für Menschen gemachten Freuden – und bleibe gerne länger wach, um ihnen noch etwas hinzuzufügen. Seit 2012 arbeite ich mit meinem Mann Christian als freie Texterin, Autorin und Lektorin.


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