Furnier – gestern und heute

27.04.2016 |  Von  |  Allgemein
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Furnier – gestern und heute
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Schon seit rund 5.000 Jahren gehört das Furnieren zu den wichtigsten Dekortechniken für wertige Oberflächen. Im baumarmen alten Ägypten pflegte man preiswertes Trägerholz mit dünnen Schichten ausgesuchter Edelhölzer mit Hilfe von Leim neu einzukleiden. Vogelaugen-Ahorn galt damals als besonders wertvoll und ansehnlich.

Die stets individuelle und von Meisterhand mit dem schönsten Muster angebrachte Maserung wurde besonders zur Geltung gebracht, indem man sie mit rauer Rochenhaut polierte. Diese wiederum wurde mit duftendem Zedern- oder Wacholderöl getränkt. Heutige Furnieroberflächen werden auch noch geölt, gewachst oder mit klarem Lack überzogen. So kommt das wunderschöne Furnierbild, welches sich von Holzart zu Holzart deutlich unterscheidet, sehr gut zum Vorschein.


Esche-Furnier oder Gespenster? (Bild: IFN)

Esche-Furnier oder Gespenster? (Bild: IFN)


Apfelbaum-Furnier regt die bildliche Fantasie an. (Bild: IFN)

Apfelbaum-Furnier regt die bildliche Fantasie an. (Bild: IFN)


Nussbaum-Kopf-Furnier hier als Spiegelbild seiner selbst. (Bild: IFN)

Nussbaum-Kopf-Furnier hier als Spiegelbild seiner selbst. (Bild: IFN)


Es gab und gibt bis heute Furniere, die aussehen wie feine Pfauenfedern, wie menschliche und tierische Gesichter verschiedenen Ausdrucks, kleine Wasserstrudel, Nassklappbilder und andere symmetrische Zeichnungen; wie aufgespannte Tierfelle mit beachtlichem Fellkamm entlang der Wirbelsäule, gegen den Strich gebürstete Borsten, Negativ- und Röntgenbilder, ölige Schmierfilme auf Wasser, organische Körperöffnungen wie die frühkindliche Fontanelle, Pfoten- und Tatzenspuren in gelblich-weissem Schnee; wie Bilder aus dem Bereich der Outsider Art oder auch eine sehr abstrakt anmutende Grafik.


Wasseroberfläche oder doch Eukalyptus-Furnier? (Bild: IFN)

Wasseroberfläche oder doch Eukalyptus-Furnier? (Bild: IFN)


Symmetrische Strukturen wie beim Tierfellrücken hier aus Brauneiche-Furnier. (Bild: IFN)

Symmetrische Strukturen wie beim Tierfellrücken hier aus Brauneiche-Furnier. (Bild: IFN)


In der Natur wiederholen sich die Muster. Muschelahorn-Furnier erinnert an frühkindliche Fontanellen. (Bild: IFN)

In der Natur wiederholen sich die Muster. Muschelahorn-Furnier erinnert an frühkindliche Fontanellen. (Bild: IFN)


Das Wort Furnier: [fʊrniːɐ̯]

Furnieren als Verb wurde im 16. Jahrhundert aus dem Französischen Verb „fournir“ entlehnt. Fournir bedeutet „mit etwas versehen“. Fournir kam wiederum aus dem altfränkischen „frumjan“ für „fördern“ und „vollbringen“ (entsprechend altsächsisch frummian, althochdeutsch frummen). Aus dem französischen Verb bildete sich auch das Substantiv Fourniture.

Das englische Wort Furniture, zu Deutsch Möbel, kommt also vom gleichen französischen Verb fournir und wird ebenfalls seit dem 16. Jahrhundert als „act of furnishing“, als „Akt des Einrichtens“ und „Werk des Mobiliars“ verstanden. Die deutsche Ableitung Furnier als Substantiv verbreitete sich im 18. Jahrhundert und bedeutet bis heute „mit edlem Blattholz belegt“.

 

Artikel von: Initiative Furnier + Natur e.V.
Artikelbild: © mihalec – Shutterstock.com

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