Leben im Wasser – Pflanzen und Tiere für den Gartenteich

08.09.2014 |  Von  |  Garten
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Leben im Wasser – Pflanzen und Tiere für den Gartenteich
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Was wäre ein Gartenteich ohne schöne, üppig wachsende Pflanzen? Durch sie kommt Leben ins Wasser. Zudem erfüllen sie wichtige Aufgaben in diesem Kleinbiotop: Sie produzieren Sauerstoff, spenden Schatten oder dienen als Versteck. Pflanzen gehören also auf jeden Fall dazu. Die meisten Teichbesitzer möchten überdies Fische oder andere Tiere ansiedeln. Wir stellen in diesem Artikel jeweils fünf geeignete Pflanzen- und Tierarten für den Gartenteich vor.

Wasserpflanzen

Der Fachhandel gliedert alle Teichpflanzen nach ihrer Lebensbedingungen im Wasser, analog zu den Tiefenzonen. Die Abgrenzung ist leider nicht einheitlich; in der Regel kann man von folgenden Bezeichnungen und Richtwerten ausgehen:

  • Uferpflanzen/Feuchtpflanzen: Wassertiefe 0 bis 10 Zentimeter
  • Sumpfwasserpflanzen: Wassertiefe 10 bis 20 Zentimeter
  • Tiefwasserpflanzen: Mitunter erfolgt noch eine Unterteilung in Flachwasserpflanzen bis 50 Zentimeter Wasserstand und die „richtigen“ Tiefwasserpflanzen ab 50 Zentimeter Tiefe.
  • Schwimmpflanzen: treiben frei im Wasser
  • Unterwasserpflanzen: wachsen nicht aus dem Wasser heraus, versorgen den Teich mit Sauerstoff

Kleine Pflanzenauswahl:

1. Uferpflanze: Sumpfdotterblume (Caltha palustris)

Dank ihrer leuchtend goldgelben Blüten ist die Sumpfdotterblume der Liebling vieler Gartenbesitzer. Sie blüht von März bis Mai, wächst buschartig und bildet Horste. Ein regelmässiger Rückschnitt ist empfehlenswert. Die Pflanze braucht einen sonnigen Standort am Teichrand.

2. Sumpfwasserpflanze: Kalmus (Acorus calamus)

Der Kalmus gehört zu den sogenannten Röhrichtpflanzen. Die sattgrünen Blätter in Schwertform erreichen eine Höhe bis zu 120 Zentimetern. Ursprünglich stammt die Pflanze aus Südasien; sie bevorzugt einen geschützten Standort, an dem sie den Winter meist gut übersteht. Volle Sonne mag der Kalmus nicht, ideal ist eine halbschattige Lage. Das Wasser sollte nicht zu kalt sein, bei einer Tiefe von maximal 20 Zentimetern.

3. Tiefwasserpflanze: Seerose (Nymphaea)

Von der „Königin des Teichs“ gibt es rund 50 Arten sowie etliche Unterarten. Sie gedeiht ab einer Wassertiefe von 70 Zentimetern. Seerosen blühen, je nach Sorte, von Juni bis September in Rot, Rosa, Gelb oder Weiss. Ein lehmiger Bodengrund wirkt sich positiv auf das gesunde Wachstum aus. Seerosen brauchen volle Sonne und vertragen keine zu starken Wasserbewegungen.

4. Schwimmpflanze: Hornblatt (Ceratophyllum demersum)

Die filigrane Pflanze mit den unzähligen, nadelförmigen Blättern treibt ohne Wurzeln im Wasser. Sie stellt keine grossen Ansprüche und ernährt sich von den überschüssigen Nährstoffen im Teich. So dämmt das Hornblatt gezielt das Algenwachstum ein und reinigt das Wasser. Die Pflanze kann auch in die Tiefwasserzone eingesetzt werden und wächst dort problemlos als Unterwasserpflanze.

5. Unterwasserpflanze: Wasserstern (Callitriche palustris)

Auch der Wasserstern ist anspruchslos, muss aber regelmässig ausgedünnt und zurückgeschnitten werden, damit er sich nicht zu stark ausbreitet. Er lebt vollständig unter Wasser. Durch sein rasantes Wachstum versorgt er den Teich sogar im Winter mit Sauerstoff.

Tiere für den Teich

Viele Tiere siedeln sich von allein an: Kleinstlebewesen, Insekten, in machen Teichen Frösche und Lurche. Wer selbst Tiere einsetzen will, muss natürlich deren Ansprüche berücksichtigen. Fachliteratur und erfahrene Züchter oder Zoohändler sind die richtigen Anlaufstellen für weitere Informationen.

Gartenteich - Die farbenfrohen Kois stehen weit oben auf der Beliebtheitsskala. (Bild: jonet g wooten / Shutterstock.com)

Gartenteich – Die farbenfrohen Kois stehen weit oben auf der Beliebtheitsskala. (Bild: jonet g wooten / Shutterstock.com)

Kleine Auswahl beliebter Teichbewohner:

1. Koi

Die farbenfrohen Kois stehen weit oben auf der Beliebtheitsskala. Sie erreichen eine Länge bis zu einem Meter und können bei guter Pflege 60 Jahre alt werden. Vor allem japanische Zuchtformen in bestimmten Farbkombinationen kosten ein kleines Vermögen. Wer sich einfach an der Schönheit gesunder, bunter Tiere erfreuen möchte, bekommt eine Gruppe Jungfische schon zu moderaten Preisen. Billig ist die Koi-Haltung aber ganz bestimmt nicht: Die Fische brauchen wenigstens sechs Artgenossen zur Gesellschaft, beste Wasserqualität und viel Sauerstoff, was einen hochleistungsfähigen Filter erfordert. Ein Koi-Teich kann nie zu gross sein – 15.000 Liter Volumen und 2 Meter Tiefe gelten als Minimum für eine kleine Gruppe.

2. Goldfische

Goldfische gehören zu den Karpfenfischen. Für die ganzjährige Haltung im Teich eignen sich ausschliesslich die klassischen Zuchtformen, Schleierschwänze sollten in einem grossen Aquarium überwintern. Goldfische stellen nicht ganz so hohe Ansprüche wie die Kois, brauchen aber ebenfalls viel Platz. Sie „gründeln“ gerne und bevorzugen lockeren Sandboden. Als Allesfresser machen sie sich auch über Teichpflanzen her. Sie können 30 Zentimeter lang und bis zu 30 Jahre alt werden.

3. Bitterlinge

Mit einer Länge von maximal 10 Zentimetern geben sich die friedlichen Schwarmfische schon mit einem Teich mittlerer Grösse zufrieden. Die genügsamen Fischchen sind zwar eher unscheinbar gefärbt, haben aber ein interessantes Laichverhalten: Sie legen ihre Eier ausschliesslich in Muscheln ab.

4. Sumpfdeckelschnecke

Diese Bewohnerin bekommt der Teichbesitzer selten zu Gesicht, dafür macht sie sich als Algenfresserin ausgesprochen nützlich. Als einzige mitteleuropäische Schneckenart verschmäht sie nicht einmal Schwebealgen, lässt aber die Wasserpflanzen in Ruhe. Man kann sie unbesorgt sich selbst überlassen, sie regelt sogar ihre Vermehrung nach dem vorhandenen Nahrungsangebot.

5. Teichmuschel

Teichmuscheln gehören zu den geschützten Arten, ausschliesslich die Nachzuchten aus dem Zoofachhandel dürfen gehalten werden. Die Tiere sind ideale „lebende Filter“ für Teiche ohne Pumpe. Eine erwachsene Muschel filtert 1000 Liter Wasser am Tag, die darin enthaltenen Kleinstlebewesen dienen ihr als Nahrung. Der Besatz sollte ein Tier pro Kubikmeter Wasser nicht übersteigen. Teichmuscheln brauchen lockeren Sandboden. Für Teiche mit leistungsstarkem Filter sind sie ungeeignet – hier würden sie verhungern.

 

Oberstes Bild: © Alexey Stiop – Shutterstock.com

Über Andrea Durst

Ich bin selbstständige Texterin und liebe an meinem Beruf die Abwechslung bei der Umsetzung unterschiedlicher Kundenwünsche. Auch die persönliche Freiheit spielt eine grosse Rolle: Arbeiten zu jeder beliebigen Zeit und an jedem Ort, natürlich immer im Rahmen der Abgabetermine. Für die Belmedia-Portale schreibe ich sehr gern, da die Autoren Themen wählen können, die sie persönlich am meisten interessieren. In meinem Fall sind das Tiere und Tierschutz, Umwelt und Nachhaltigkeit, Ernährung, Pflanzen und Naturkosmetik.


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