Richtige Pflege und kleine Reparaturen an Schlössern und Scharnieren von Türen und Schränken

13.03.2015 |  Von  |  Möbelpflege
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Richtige Pflege und kleine Reparaturen an Schlössern und Scharnieren von Türen und Schränken
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So ziemlich jede Tür und auch so mancher Schrank sind mit Schlössern ausgestattet. Die Funktion der Schlösser ist klar, unterschiedlich sind der Aufbau und die Montage jeweils nach Schlossart.

Wenn hier über die Pflege und Kleinreparaturen an Schlössern geschrieben wird, dann wird sich ausschliesslich auf mechanische Schlösser bezogen. Die elektronischen Varianten bleiben zunächst aussen vor.

Wer die Funktionsweise eines Schlosses verstehen will, muss dieses zunächst als ein Zusammenspiel verschiedener mechanischer Komponenten verstehen. Dabei ist das Schloss allein noch längst nicht funktional. Erst mit dem passenden Schlüssel kann ein Schloss seine Funktion des Auf- und Abschliessens vollkommen erfüllen. Aber auch das Schloss mit Schlüssel kann nicht schliessen, wenn auf der Gegenseite kein passender Widerstand, etwa in Form eines Schliessbleches vorhanden ist. Da das Schliessblech aber ein eher unbewegliches Teil im gesamten Schliessmechanismus ist, wird dieses hier auch weniger im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen.

Die richtige Pflege für Schlösser

Wie bereits festgestellt ist das Schloss selbst ein in sich geschlossenes System unterschiedlicher mechanischer Komponenten, die zum grossen Teil beweglich sind. Dabei spielt es zunächst keine Rolle, ob es sich dabei um ein altehrwürdiges Kastenschloss mit Bartschlüssel handelt oder um ein moderneres Sicherheitsschloss mit einer ganzen Kombination von Schliessstiften, die erst im komplexen Zusammenspiel mit dem passenden Schlüssel ihre Funktion voll entfalten.

Wann immer bewegliche Teile zusammenarbeiten, kommt es zu Reibungen. Ein Minimum an Reibung garantiert abgesehen beispielsweise von Bremsanlagen den komfortablen Betrieb. Das trifft auch auf Schlösser zu. Um eine solche minimale Reibung zu erreichen, sollten auch Schlösser gut geölt sein. Dabei empfiehlt sich dringend der Einsatz harzfreier Feinmechaniköle oder noch besser der praktischen Graphitöle aus der Sprühflasche. Auf pastöse Fette kann verzichtet werden. Diese neigen im Alterungsprozess zum Verhärten und bilden letztlich wenig sinnvolle Schmierfilme und Ablagerungen im Schlosskasten. Ausserdem könnte sich dieses Fett leicht in dicken Schichten am Schlüssel festsetzen und für ärgerliche Fettflecken in Hosentaschen und an den Händen sorgen.

Benutzen Sie zur Pflege der Schlösser also harzfreie Graphitöle. Dabei sprühen Sie das Schloss nicht vollflächig ein, sondern versuchen vorrangig die mechanischen Teile im Inneren des Schlosses zu erreichen. Bei Sicherheitsschlössern kann es dazu auch sinnvoll sein, den Schlüssel selbst mit Öl zu benetzen und im Schloss mehrmals in beide Schliessrichtungen zu bewegen.

Ist der Mechanismus des Schlosses geölt, geben Sie auch dem Riegel und der Falle selbst ein wenig Ölung. Am besten geht das, wenn Sie das Schloss im geöffneten Zustand der Tür quasi abschliessen. Dann bewegt sich der Riegel nach aussen und kann mit etwas Öl bestrichen werden. Mit der Falle verfahren Sie genauso. Anschliessend bewegen Sie mit dem Schlüssel den Riegel wieder nach innen. Die Tür kann wieder geschlossen werden. Spätestens nach mehreren Schliessvorgängen sollte dann wieder alles relativ reibungsfrei öffnen und schliessen und auch eventuell aufkommender Korrosion beispielsweise bei Schlössern im Aussenbereich haben Sie so gut vorgesorgt.


Scharniere brauchen auch Pflege (Bild: © Niv Koren - shutterstock.com)

Scharniere brauchen auch Pflege (Bild: © Niv Koren – shutterstock.com)


Scharniere brauchen auch Pflege

Abgesehen von den vermeintlich wartungsfreien Türscharnieren mit Kunststoffhülse braucht jedes andere Scharnier auch ab und an ein wenig Pflege. Auch hier reicht ein kleiner Tropfen Öl verbunden mit einer mehrfach gleichmässigen Bewegung aus, um ein typisches Türscharnier in der Bewegung freier werden zu lassen. Der Schmiereffekt harzfreier Mechaniköle sorgt für ein leichteres und vor allem geräuschfreies Öffnen und Schliessen der Türen auch an Schränken.

Spätestens wenn es bei jedem Öffnen einer Tür knarrt wie in einem mittelalterlichen Gruselfilm, ist es Zeit für ein paar Tropfen Öl.

Sowohl bei Schlössern als auch bei Scharnieren gehen Sie mit den Ölen am besten sehr sparsam um. Sonst droht überschüssiges Schmiermittel auszutreten, was durchaus für hässliche Flecken sorgen kann.

Kleine Reparaturen

Wenn mit ein paar Tropfen Öl die volle Funktion von Schlössern oder Scharnieren nicht wiederhergestellt werden kann, prüfen Sie die offen sichtbaren Teile von Schloss oder Scharnier auf eventuelle Beschädigungen. Diese sind manchmal der Grund für Fehlfunktionen oder Probleme beim Öffnen und Schliessen von Türen. Nicht selten sind Aufbauschlösser lose oder Schliessbleche sitzen nicht mehr richtig. Solche Probleme können mit wenigen Handgriffen gelöst werden. Meist sind es nur leicht lose Befestigungsschrauben, die nachgezogen werden müssen. Mit etwas Sekundenkleber am Schraubengewinde können Sie die Schrauben übrigens wieder fest einziehen. Dazu sollten Sie aber auch relativ zügig arbeiten und darauf achten, dass der Sekundenkleber nicht ins Innere des Schlosses oder der Scharniere gerät.

Ausgebrochene Schliessbleche sind meist eine Arbeit für den Zimmermann oder den Möbeltischler, die sich auch mit solchen Problemen auskennen. Hier ist für den handwerklichen Laien meist nicht viel zu tun. Das trifft auch auf ausgebrochene Scharniere zu. Wenn Sie sich kleinere Arbeiten am Türschloss ohnehin nicht zutrauen, ist der Schlüsseldienst der richtige Ansprechpartner. Hier sollten Sie aber in jedem Fall vor der Beauftragung die Preise erkunden und vergleichen. Sonst kann der Einsatz des Schlüsseldienstes zur einfachen Wartung von Schlössern durchaus auch zur teuren Überraschung werden.



Schnelle Hilfe für zwischendurch

Wenn Sie zu Hause unerwartet Probleme mit Schlössern oder Scharnieren bekommen, können Sie sich behelfsweise auch mit ein wenig Butter, Margarine oder Speiseöl aushelfen. Hier aber nur sehr sparsam dosieren, da besonders bei Butter die Gefahr besteht, dass diese irgendwann im Schlosskasten ranzig wird und in der folgenden Veresterung wirklich durchdringend unangenehm riecht. In der ganz grossen Not hilft auch ein wenig Flüssigseife, nach allen Behelfsmassnahmen aber niemals die richtig Pflege und Schmierung mit geeignetem Feinmechaniköl vergessen!

 

Oberstes Bild: © Your lucky photo – shutterstock.com

Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus...die Berater.
Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt - die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.


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