Setzt sich die einheitliche Krankenkasse durch?

28.08.2014 |  Von  |  Publi-Artikel
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Setzt sich die einheitliche Krankenkasse durch?
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Die im September 2013 auf den Weg gebrachte Volksinitiative „Für eine öffentliche Krankenkasse“ geht in die letzte Runde.

In wenigen Wochen steht die finale Abstimmung an. Wie Blick.ch berichtet, stellt sich Alain Berset gegen seine eigene Partei und plädiert für das bisherige System.

Die Volksinitiative will eine einheitliche Krankenkasse

Die Volksinitiative hat zum Ziel, dass die für alle Schweizer obligatorische Grundversicherung in Zukunft von einer einzigen, öffentlich-rechtlichen Krankenkasse übernommen wird. Dem Initiativ-Komitee gehören Mitglieder verschiedener Parteien an. Alain Berset macht vehement darauf aufmerksam, dass die Folge einer Einführung der Einheitskrankenkasse der Wegfall der Wahlfreiheit wäre. Die Versicherten hätten fortan nicht mehr die Freiheit, zwischen verschiedenen Versicherern auszuwählen. Das aktuelle System wirkt jedoch als Motivation für die Versicherer, neue Modelle zu entwickeln und nach Möglichkeiten einer Reduktion der Behandlungskosten zu suchen. Dies ist ein gesunder Wettbewerb, der nach dem Wegfall konkurrierender Anbieter nicht mehr bestehen würde. Auch die Prämien könnten sich dann auf Dauer gesehen erhöhen.


Die Schweizer stimmen über eine einheitliche Krankenkasse ab. (Bild: © Peter Maszlen - Fotolia.com)

Die Schweizer stimmen über eine einheitliche Krankenkasse ab. (Bild: © Peter Maszlen – Fotolia.com)


Kostensenkung durch die einheitliche Krankenkasse?

Befürworter argumentieren damit, dass die Einheitskasse auf Dauer Kosten einsparen würde. Die Zentralisierung und Vereinheitlichung der Verwaltung reduziere den Aufwand und damit die Kosten. Doch dieses Argument wird vom Bundesrat nicht anerkannt, denn die Kosten für Verwaltung und Werbung sind auch heute schon sehr gering. Ausserdem lassen sich viele Kosten, etwa Personalkosten, nicht einsparen. Daher sind die Möglichkeiten, Kosten zu reduzieren, nur in sehr geringem Ausmass gegeben, woran auch die Einheitskrankenkasse nichts ändern könnte.

Keine unüberschaubaren Kosten

Der Systemwandel, der mit einer Umstellung des Kassensystems einhergeht, sei laut Berset nur äusserst schwer kalkulierbar. Das Vermögen der Privatversicherer müsste auf die neue einheitliche Krankenkasse übertragen werden, zudem würde eseinige Zeit in Anspruch nehmen, bis diese neue Kasse überhaupt ohne grössere Probleme funktioniert. In der Zwischenzeit müssten die Privatversicherer weiterhin tätig sein, um die Entstehung versicherungsfreier Zeiträume zu vermeiden.

Doch wie dies konkret umgesetzt werden könnte, bleibt unklar. Auch der Bundesrat räumt ein, dass das derzeitige System nicht perfekt sei, plädiert aber für punktuelle Verbesserungen statt für einen kompletten Wechsel des Systems. Auch Berset strebt eine solche Optimierung der Privatkassen an. Ursprünglich hatte er den Plan, einen Gegenentwurf zu der Initiative einzubringen, hat dann jedoch darauf verzichtet. Dieser Gegenentwurf beinhaltete insbesondere den Vorschlag, teure Patienten, etwa chronisch Kranke, rückzuversichern.



Kleine Veränderungen in Planung

Das Parlament hat bereits eine Verbesserung des Ausgleichs von Risiken zwischen den Kassen beschlossen. Hiermit soll der Konkurrenzkampf um Versicherte, die jung und gesund sind, gedrosselt werden. Ebenso ist eine strikte Trennung von Grund- und Zusatzversicherung in Planung.

 

Oberstes Bild: © Frank Peters – Fotolia.com

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