Wenn das Sofa nicht stimmt, hängt der Möbelsegen schief

30.04.2015 |  Von  |  Wohnzimmer
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Wenn das Sofa nicht stimmt, hängt der Möbelsegen schief
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Loriot und die Simpsons machen es vor: Die richtige Couch oder das richtige Sofa können mit den Personen, die darauf Platz nehmen, geradezu verschmelzen. Sofas unterstreichen den Typ und die Ausstrahlung und sind ein wesentlicher Bestandteil der Wohnlandschaft.

Ein Sofa muss nicht nur gut und gemütlich sein, sondern auch zum Typ passen. Tut es das nicht, stellt sich auch nicht die erhoffte Behaglichkeit ein. Darum sollte jeder vor dem Sofakauf überlegen, welcher Sofa-Typ er ist und was er von diesem Genussmöbel erwartet. Doch die Auswahl ist enorm und für viele vor allem verwirrend.

Jetzt erstmal auf die Couch

Wer von der Arbeit, von Freunden oder Besorgungen nach Hause kommt, freut sich oft vor allem auf sein Sofa. Dieses Möbel steht für Behaglichkeit, Geborgenheit, Wärme und Entspannung: Wo mein Sofa steht, da bin ich zu Hause. Umso schlimmer ist es, ausgerechnet mit seinem Sofa im Clinch zu liegen – doch dieser Zustand ist gar nicht so selten. Denn viele Menschen haben zwar irgendeine Couch, irgendein Sofa oder beides, aber richtig zufrieden sind sie damit nicht.

Dass das Sofa nicht optimal ist, merkt man am schnellsten daran, dass man nicht mehr Zeit darauf verbringt als nötig. Ist es zum Beispiel erforderlich, zum Fernsehen auf der Couch Platz zu nehmen, steht ein Mensch, der mit diesem Möbel uneins ist, nach dem Film recht schnell wieder auf. Dagegen bleiben die, die sich auf ihrem Sofa rundum wohl fühlen, sehr gern auch länger darauf sitzen, etwa bei trauten Gesprächen, mit einem leckeren Nachtisch oder sogar zum behaglichen Eindösen.

Ein weiteres verlässliches Anzeichen für ein Problemsofa ist Neid auf die Sofas anderer Leute. Wer sich immer wieder fragt, woher die alle ihre tollen Sofas haben oder wie diese Polsterlandschaft sich im eigenen Wohnzimmer machen würde, sollte sich ein Herz fassen und handeln, solange der Neid noch inspirierend und motivierend wirken kann. Wer zu lange wartet, glaubt schliesslich noch, alle bekämen ihr Traumsofa, nur er nicht – keine schöne Vorstellung.

Auf geliebten Sofas sammeln sich im Übrigen auch viel rascher und viel mehr Lebenszeichen an – etwa eine Kuscheldecke, ein persönliches Kissen, ein Buch, Socken, Krümel oder Geschirr. Nicht alle davon sind beliebt oder dürfen länger bleiben, doch jedes zeugt von einem verlängerten Wohlfühlmoment und ist daher im Grunde etwas, auf das ein Sofa stolz sein darf.

Mit dem Sofa stimmt etwas nicht

Viele wissen schon lange, dass sie sich mit ihrem Sofa nicht wirklich vertragen. Es gibt viele gängige Sofaprobleme – von konkreten technischen und qualitativen Mängeln über Stilschwächen und fehlende Raumkompatibilität bis hin zu abstrakten und verwickelten Gefühlsproblemen und höherer Gewalt. Hier sind ein paar Konstellationen aufgeführt, die das verdeutlichen sollen:

  • Technik und Qualität: Das Sofa ist zu klein, zu gross, zu hart, zu weich oder kaputt. Der Stoff fühlt sich unangenehm an, der Geruch passt nicht, die Federn sind spürbar, das Sofa wackelt, die Mechanik funktioniert nicht oder passt nicht zu den Ansprüchen etc.
  • Stil und Kompatibilität: Das Sofa passt nicht zum Einrichtungsstil (ist zu schwer, zu klobig, zu dunkel, zu modern etc.) oder nicht richtig ins Zimmer (z. B. wegen der Abmessungen des Raumes oder der Position der Fenster und Türen).
  • Abstrakte Probleme: Das Sofa ist ein Geschenk oder Erbstück, dessen Veräusserung oder Verschrottung aus moralischen Gründen verwerflich erscheint, oder ist mit unangenehmen Erinnerungen bzw. Assoziationen verbunden.

Oft wird ein Mensch 30 Jahre alt oder älter, bevor er sich oder der Familie zum ersten Mal ein Sofa bewusst aussucht und kauft. Sofas werden weitergereicht, verschenkt, beim Umzug stehen gelassen, auf dem Sperrmüll gefunden und häufig einfach nur deswegen mitgenommen und aufgestellt, weil irgend ein Sofa immer noch viel besser ist als gar kein Sofa. Und da Sofas meistens schwer und sperrig sind, bleiben schliesslich auch ungeliebte oder mangelhafte Exemplare länger stehen als geplant – es soll Übergangslösungen geben, die Generationen überdauern.


Ein Sofa muss nicht nur gut und gemütlich sein, sondern auch zum Typ passen. (Bild: Andrey_Popov / Shutterstock.com)

Ein Sofa muss nicht nur gut und gemütlich sein, sondern auch zum Typ passen. (Bild: Andrey_Popov / Shutterstock.com)


Was muss das Sofa können?

Funktionalität ist ein wesentlicher Faktor bei der Sofawahl. Es gibt Grundmerkmale, die verschiedene Sofatypen kennzeichnen, etwa Dreisitzer und Zweisitzer, Eck- und Rundsofa, Schlafsofa, Diwan oder Polsterbank. Entscheidend ist, wofür das Sofa gebraucht wird – jeder Beteiligte sollte sich also im Vorfeld schon überlegen, wie und wann er sein Idealsofa am liebsten nutzen würde.

Der Trend geht seit Längerem zum Multifunktionssofa. Nahezu jede moderne Polstergarnitur bringt eine Fussstütze, abnehmbare Module oder Klappfunktionen mit, mit denen sich das Sofa beispielsweise zum Gästebett oder Doppelbett umfunktionieren lässt. Natürlich muss der Raum gross genug sein, damit auch alle Features genutzt werden können. Es ist empfehlenswert, den Raum genau auszumessen und für die Positionierung des Sofas mehrere Pläne durchzugehen – sowohl in Gedanken als auch mit Zollstock, Bleistift und Notizblock in der Hand. Hier können Millimeter entscheidend sein, und in diesem Bereich wird das menschliche Augenmass gemeinhin überbewertet.

Ein Traumsofa muss sich überdies grossartig anfühlen und zum Wohn- und Lebensstil passen. Der Bezugsstoff sollte farblich und vom Material her mit Menschen und anderen Möbeln harmonieren und idealerweise auch pflegeleicht und im Notfall gut zu reinigen sein – das erhöht die Lebensdauer eines Sofas beträchtlich.

Bei den Polsterungen wird zwischen straffen und festen Ausführungen unterschieden. Leger gepolsterte Sofas wirken wolkig und flauschig, legen sich in Wellen und werfen Falten – die idealen Möbel, um tief und lange darin zu versinken. Straffe Polsterungen gewährleisten bequemes Sitzen, verlocken aber weniger zum Einkuscheln oder Wegdösen – sie stützen mehr, als dass sie nachgeben.



Stoff oder Leder für die Bezüge?

Hier scheiden sich die Geister noch vor allen Farb- oder Strukturüberlegungen. Darum steht diese Entscheidung ganz am Anfang, wenn es um ein neues Sofa geht. Ein Ledersofa ist anschmiegsam wie Haut und passt sich an die Wärme des Körpers an. Dafür ist die Auswahl bei den Farben und Mustern weit geringer – wer etwas Ausgefallenes will, muss dafür sehr tief in die Tasche greifen.

Weil Leder ein Naturprodukt ist, braucht es viel Pflege. Auf Schweiss, Flüssigkeiten, Cremes und Ähnliches reagiert es empfindlich, und die Flecken sind teilweise äusserst schwierig zu entfernen oder gehen gar nicht mehr heraus. Behandeltes Leder hält zwar mehr aus, verliert aber durch manche Verfahren (z. B. das Lackieren in mehreren Schichten) einen Teil seiner natürlichen Ausstrahlung. Die Minimallösung, das Imprägnieren, fällt kaum auf, ist aber für stark beanspruchte Sofas (Kinder, Haustiere) oft nicht ausreichend und muss zudem regelmässig wiederholt werden.

Fazit: Irgendein Sofa ist immer noch besser als gar kein Sofa. Aber am schönsten ist es doch, wenn das Sofa perfekt zu seinen Nutzern und zum Einrichtungsstil passt – und auch noch den perfekten Platz im Zimmer findet.

 

Oberstes Bild: © Alliance / Shutterstock.com

Über Christine Praetorius

Christine Praetorius, Jahrgang 1971, spricht und schreibt über Neues, Altes, Schönes und Kurioses. Ich liebe Sprache und Musik als die grössten von Menschen für Menschen gemachten Freuden – und bleibe gerne länger wach, um ihnen noch etwas hinzuzufügen. Seit 2012 arbeite ich mit meinem Mann Christian als freie Texterin, Autorin und Lektorin.


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