Wohnen (fast) ohne Innenwände – 8 Tipps für die Umsetzung

05.03.2015 |  Von  |  Allgemein, Raumgestaltung
Keine Beiträge mehr verpassen? Hier zum Newsletter anmelden!
Wohnen (fast) ohne Innenwände – 8 Tipps für die Umsetzung
5 (100%)
2 Bewertung(en)

Es scheint in Zeiten von Energieersparnis und zunehmender Individualität selbst im familiären Umfeld fast ein Anachronismus zu sein. Dennoch geht der Trend zum Wohnen mit fast oder gar keinen Innenwänden. Überall dort, wo aus statischer Sicht auf Innenwände verzichtet werden kann, sollen diese weg.

Bekannt ist das System von den so genannten Lofts. Die ursprünglichen Industrieetagen sind Musterbeispiel an gefühlter Grösse und Grosszügigkeit und haben doch ihre ganz eigenen Probleme. Die beginnen beim zweckmässigen Heizen und Lüften und hören nicht zuletzt bei der passenden Möblierung auf.



Wenn auch Sie dem Trend zum Wohnen (fast) ohne Innenwände folgen wollen, haben wir hier einige Tipps für die mögliche Einrichtung zusammengestellt.

Tipp 1: Den grossen Raum sinnvoll strukturieren

Wer aus einem einzigen grossen Raum ein behagliches Umfeld schaffen will, muss klare Strukturen anstreben. Was in klassischen Wohnungen durch die räumliche Abtrennung mit Innenwänden in Küche, Wohnzimmer, Kinderzimmer und Schlafzimmer ohnehin schon geteilt ist, muss bei der Gestaltung des Wohnens in einem einzigen grossen Raum besonders klar strukturiert werden. Hier sind bestenfalls Toilette und Bad abgetrennt, alles andere stellt sich als ein grosser Raum, fast schon eine Halle dar.

Beginnen Sie mit der Strukturierung am Wohnungseingang. Hier sollte dann auch selbstredend das Entree mit der Garderobe entstehen. Wie es weitergeht, hängt von den Vorlieben und Möglichkeiten ab.



Tipp 2: Behaglichkeit vor Funktion oder eher andersherum?

Ist der Eingangsbereich festgelegt, müssen Sie sich über Ihren Grundanspruch klar werden. Wollen Sie eher behaglich oder doch lieber funktional wohnen? Nach dieser Entscheidung richtet sich auch, wie Sie einen grossen Raum weiter in klare Bereiche strukturieren können.



Wer es eher funktional mag, setzt nach dem Eingangsbereich schon die Küche. Das verkürzt den Weg beim Schleppen der Einkäufe, lässt den reinen Wohnbereich etwas weiter in den Raum rücken, bietet aber nicht immer den optimalen ersten Eindruck für Besucher. Es sei denn, Sie nutzen Ihre Küche selten bis gar nicht oder halten diese jederzeit penibel sauber und aufgeräumt.

Die eher behaglichere Lösung dürfte es sein, wenn es vom Entree direkt in den Wohnbereich geht. Hier können Sie auch in der übergrossen Einraum-Wohnung jederzeit Gäste empfangen, die sich dann auch gleich wohlfühlen dürfen.

Tipp 3: Bereich für ungestörtes Arbeiten klug einplanen



Wenn Sie generell von zu Hause aus Arbeiten oder gelegentlich Arbeit mit nach Hause nehmen, brauchen Sie einen ruhigen Platz zum Arbeiten. Diesen legen Sie in der grosszügigen Einraum-Gestaltung am besten in eine Ecke nahe des Wohnbereiches oder des Schlafbereiches. Packen Sie sich die Arbeit aber keinesfalls in den Schlafbereich. Das ist psychologisch gesehen mehr als ungesund.

Ausserdem sollte der Arbeitsbereich, sofern er in einer von mehreren Bewohnern genutzten Wohnung liegt, möglichst sichtgeschützt und im am wenigsten frequentierten Bereich liegen. Das schafft etwas Ruhe, wenn konzentriertes Arbeiten erforderlich wird.

Tipp 4: Schlafen wo das Umfeld stimmt

Der Schlafbereich liegt bestenfalls in der Nähe des Badezimmers, vielleicht auch nicht allzu weit vom Wohnbereich entfernt. Wenn Sie gern und oft Gäste empfangen, müssen Sie dafür sorgen, dass dieser Bereich mit einfachen Mitteln auch vor neugierigen Blicken geschützt werden kann. Sonst werden Sie sich auf Dauer in diesem Wohnkonzept nicht wirklich wohlfühlen.

Tipp 5: Kinder machen Probleme

… gerade dann, wenn das Konzept des Wohnens ohne Innenwände auch mit Kindern durchgesetzt werden soll. Solange die Kinder noch sehr klein und wenig aktiv sind, mag das noch gehen. Spätestens dann, wenn der Nachwuchs die ganze Wohnung zu seinem Spielparadies erklärt oder mit zunehmendem Alter auch mehr Privatsphäre einfordert, kann es richtig schwierig werden. Dann hat das Konzept Wohnen ohne Wände oft auch ausgedient. Die Konflikte zwischen Heranwachsenden und Eltern sind dann vorprogrammiert und dürften nur in den seltensten Fällen zu umgehen sein.

Tipp 6: Bereiche geschickt voneinander abtrennen

Zur klaren Strukturierung beim Wohnen in nur einem Raum gehört auch das sinnvolle und ebenso harmonische Abtrennen der einzelnen Wohnbereiche untereinander. Dabei sollen die bewusst ausgelassenen Innenwände jetzt nicht durch Konstruktionen ersetzt werden, die wiederum Wänden ähneln. Vielmehr geht es hier um geschickte Alternativen. Das können rankende Grünpflanzen genauso sein wie gezielt aufgestellte grosse Spiegelflächen oder die altbewährten Paravents. Auch leichte Vorhänge dienen der Strukturierung und Abtrennung und können bei geschickter Einteilung variabel genutzt werden. Weitere Möglichkeiten ergeben sich durch bestimme Stellungen der Möbel, die so auch zur Strukturierung von Räumen beitragen können. Besonders geeignet dafür sind grosse Schränke, lange Kommoden und Sideboards oder auch offene Regale.

Achten Sie bei der Strukturierung durch Möbel und anderer Einrichtungen aber auch darauf, dass Sie letztlich keinen Irrgarten gestalten wollen, sondern gerade beim Konzept Loft eher grosse, transparente Räume mit viel Platz zum Leben und Wohnen.

Tipp 7: Auch Farben können trennen

Zusätzlich zu den relativ starren Trennungen mit Möbeln können auch Farben deutlich strukturierend wirken. Dabei müssen Sie im Vorfeld natürlich genau planen und sollten zwischen den einzelnen Farben auch harmonische Übergänge schaffen. Wer sowieso ganz in Weiss leben will, bleibt von diesen Überlegungen verschont.

Farben können in einem Loft deutlich strukturierend wirken. (Bild: PlusONE / Shutterstock.com)

Farben können in einem Loft deutlich strukturierend wirken. (Bild: PlusONE / Shutterstock.com)

Tipp 8: Problemfall Heizung und Lüftung

Wer das Wohnen ohne Wände anstrebt, muss auch ins Detail denken. Beim Heizen wird der gesamte Raum aufgeheizt, auch dort, wo das gar nicht gewünscht ist, beispielsweise im Schlafbereich. Beim Lüften werden generell auch Bereiche gelüftet, an denen es gerade jetzt so richtig behaglich sein sollte. Probleme, die sich beim Wohnen in einem Raum nicht ganz ausschliessen lassen. Intelligente Heizungssysteme und -steuerungen sind hier ebenso notwendig wie ein betont sinnvoller Umgang mit Licht und gezielt eingesetzten Be- und Entlüftungssystemen, die nicht immer Fenster sein müssen.

Wohnen ohne Innenwände bietet ein besonderes Flair, verlangt aber auch nach klug durchdachten, besonderen Lösungen.



 

Oberstes Bild: Wohnen ohne Innenwände liegt im Trend. (© 2M media / Shutterstock.com)

Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus...die Berater.
Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt - die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.


Ihr Kommentar zu:

Wohnen (fast) ohne Innenwände – 8 Tipps für die Umsetzung

Für die Kommentare gilt die Netiquette! Erwünscht sind weder diskriminierende bzw. beleidigende Kommentare noch solche, die zur Platzierung von Werbelinks dienen. Die Agentur belmedia GmbH behält sich vor, Kommentare ggf. nicht zu veröffentlichen.