Alles für die Katz: Wohn- und Spiellandschaften für Haustiere

13.04.2015 |  Von  |  Allgemein
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Alles für die Katz: Wohn- und Spiellandschaften für Haustiere
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Wie viele Möbel braucht ein Haustier? Eigentlich gar keine. Aber das bedeutet nicht, dass Hund, Katze und Co. keinen Sinn für Einrichtungsgegenstände haben. Für Tiermöbel vom Hundebett bis zum Kratzbaum gibt es einen riesigen Markt – aber da das Tier sich sein Lieblingsstück nicht selbst aussuchen kann, orientieren sich die Hersteller vor allem am Menschen.

Zum Wohnen im klassischen Sinn nutzen viele Haustiere einfach die Möbel „ihrer“ Menschen. Nicht immer wird das gern gesehen: Viele Tierhalter kaufen oder bauen spezielle Tiermöbelstücke vor allem in der Hoffnung, Haare oder Kratzspuren vom teuren Sofa, Sessel oder der Tapete fernzuhalten. Ob die Rechnung aufgeht, hängt vor allem davon ab, wie das neue Möbelstück beim Haustier ankommt. Wird es nicht akzeptiert, war der Aufwand für die Katz.

Bequeme Schlafplätze für Katzen …

Katzen verbringen den Grossteil des Tages dösend oder schlafend, am liebsten auf einem bequemen und sicheren Platz. Wer etwa seinem Stubentiger ein besonders bequemes Plätzchen dafür einrichten will, kann das bereits mit geringem Aufwand erreichen: Ein Kissen, ein Pantoffel oder ein grösseres Stofftier reichen oft schon aus, um der Katze ausreichend Kuschelfaktor zu bieten, ebenso natürlich der Schoss des Besitzers, auf dem sich gleichzeitig Streicheleinheiten und angenehme Wärme bieten.

Wer allerdings vermeiden möchte, ständig Katzenhaare von der Kleidung oder dem eigenen Sofakissen entfernen zu müssen, oder einfach seiner Samtpfote etwas Besonderes bieten will, kann im Fachhandel auch spezielle Katzenbetten erwerben. Diese bestehen meist aus einem Korb mit flachem Rand und einer passenden Unterlage, deren Bezug bei Bedarf einfach in der Maschine gewaschen werden kann.

Spielt das Geld keine oder keine entscheidende Rolle, kann ein liebevoller und solventer Tierbesitzer seinem vierbeinigen Liebling auch den Genuss eines Wasserbettes gönnen. Natürlich in einer miniaturisierten Version, aber dennoch mit sämtlichen Vorteilen eines richtigen Wasserbettes: Die Liegefläche bietet einen hohen Lieferkomfort, ist dank Heizelement jederzeit angenehm temperiert und kann einfach gereinigt werden. Durch die relativ geringe Wassermenge von 20-40 Liter ist ein solches Katzenwasserbett – anders als die grossen Varianten für Menschen – auch transportabel und kann leicht von einem Raum in einen anderen getragen werden.

… und Hunde

Auch Hunde freuen sich über einen festen eigenen Schlafplatz, meist ebenfalls als Körbchen oder Korb ausgeführt. Je grösser der Hund ist oder werden kann, desto wichtiger ist, ihn früh daran zu gewöhnen, sich auf seinem Platz abzulegen. Während eine Katze von geringer Körpergrösse und Gewicht in einem Doppelbett kaum Platz wegnimmt, liegt die Sache bei einem ausgewachsenen Berner Sennenhund komplett anders.

Dieser ist besser im Garten in einer eigenen Hundehütte untergebracht, deren Einrichtung durchaus spartanisch sein darf. Die Hütte sollte gross genug dimensioniert sein, damit sich das Tier darin problemlos umdrehen kann und aus witterungsbeständigem Holz bestehen. Natürlich dürfen keine scharfen Kanten oder hervorstehende Nägel oder Schrauben vorhanden sein, um die Verletzungsgefahr zu reduzieren.


Katzen verbringen den Grossteil des Tages dösend oder schlafend (Bild: © Renata Apanaviciene - shutterstock.com)

Katzen verbringen den Grossteil des Tages dösend oder schlafend (Bild: © Renata Apanaviciene – shutterstock.com)


Hoch hinaus für den besten Überblick

Während Hunde eher bodenständige Tiere sind, lieben Katzen es, von einem erhöhten Standort aus das Geschehen um sich herum zu betrachten. Regale, Borde oder Schränke zählen zu ihren bevorzugten Hochsitzen, besonders, wenn diese Plätze auch noch sonnenbeschienen sind und einen freien Blick in und auf die Umgebung ermöglichen. Allerdings nutzen Katzen diese Aussichtsplateaus auch gerne, um sich direkt vor Ort die Krallen zu schärfen, was wiederum den wenigsten Katzenliebhabern gefällt. Denn Tapete, Buchrücken oder Gardinen sind weder geeignet, dem Drang der Katze nach Krallenpflege dauerhaft ausreichend Widerstand entgegenzusetzen, noch verbessern sich Ästhetik oder Gebrauchswert durch diese Behandlung.

Kratzbäume bieten Katzen beides: Hochgelegene Aussichtsplateaus, die per Sprung oder kletternd erreicht werden können und ausreichend Möglichkeiten, um die Krallen ausgiebig zu wetzen, ohne dabei Schäden am Mobiliar zu verursachen. Kratzbäume  bestehen in der einfachsten Version nur aus einem einzelnen Brett, das mit Teppich überzogen und auf einem Ständer montiert ist. Der Ständer ist mit Sisal- oder Hanfseil umwickelt und hält auch übermütigen Katzenpfoten lange stand.

Komplexere Varianten bieten mehrere Ebenen, Seile, Schaukeln, Röhren und Höhlen, deren praktischer Nutzwert von der Katze nicht immer erkannt und gewürdigt wird. Oft reicht es dem Tier aus, einen oder zwei Lieblingsplätze auf der Installation zu besetzen, die anderen Elemente sind dann reiner Zierrat. Allerdings laden ausladende Kratzbäume auch zum Spielen mit dem Menschen ein, der dem Tier dort auf Augenhöhe begegnen kann und es mit Spielzeug oder Leckerli durch die verschiedenen Ebenen und Etagen jagen kann.

Selber bauen oder Bausatz?

Wer handwerkliches Geschick besitzt, kann seiner Katze eine Spiellandschaft selber bauen und damit viel Geld sparen. Damit die Katze sich wohlfühlt und das neue Spielzeug freudig annimmt, sollten alle ebenen Flächen mit einem weichen Teppich bezogen werden, denn Katzen mögen es gerne weich und kuschelig. Dabei können durchaus auch Teppichreste genutzt werden oder ein ausgemusterter Bodenbelag, der bei einer Renovierung ersetzt wurde. Mit einem Tacker können die zugeschnittenen Teppichstücke einfach auf der Unterseite fixiert werden, ohne dass Verletzungsgefahr für die Katze droht. Teppichkleber ist ungeeignet, da die Lösungsmittel die empfindliche Katzennase stören.

Für die Ständer eignen sich dicke Papprollen, etwa von Teppichrollen. Diese werden mit einem unbehandelten Sisal- oder Hanfseil fest umwickelt, das punktuell oder vollflächig mit Heisskleber fixiert wird. Das Seil sollte nicht zu dick sein, ideal ist eine Stärke von einem Zentimeter. Die Wicklungen müssen sehr eng ausgeführt werden, um dem Kratzen der Katzenpfoten standzuhalten.

Katzenhalter ohne handwerkliche Ambitionen greifen hingegen zum fertigen Kratzbaum, sollten sich jedoch darüber bewusst sein, dass dieser zerlegt angeliefert wird und vom Kunden endmontiert werden muss. Das stellt jedoch selbst bei komplexen Kratzbäumen keine grosse Hürde dar, da die einzelnen Elemente nur noch miteinander verschraubt werden müssen. Das sollte jedoch in jedem Fall besonders gründlich erfolgen, denn wenn der Kratzbaum – ob Bausatz oder Marke Eigenbau – beim ersten Sprung schwankt oder gar ins Kippen kommt, wird die Katze sich kaum auf einen zweiten Versuch einlassen und den Kratzbaum fortan meiden.



Wer seinem Haustier in Wohnung oder Garten Schlaf- und Rückzugsplätze einrichten will, sollte die Bedürfnisse des Tieres berücksichtigen. Dann haben Tier und Mensch gleichermassen ihre Freude daran und im besten Fall werden dann die anderen Möbel verschont.

 

Oberstes Bild: © Gena96 – shutterstock.com

Über Christine Praetorius

Christine Praetorius, Jahrgang 1971, spricht und schreibt über Neues, Altes, Schönes und Kurioses. Ich liebe Sprache und Musik als die grössten von Menschen für Menschen gemachten Freuden – und bleibe gerne länger wach, um ihnen noch etwas hinzuzufügen. Seit 2012 arbeite ich mit meinem Mann Christian als freie Texterin, Autorin und Lektorin.



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