Bruchsteinterrassen bringen mediterranes Flair in den Garten

30.10.2014 |  Von  |  Garten
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Bruchsteinterrassen bringen mediterranes Flair in den Garten
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Manche Länder scheinen begnadete Künstler und Handwerker hervorzubringen. Italienisches Design begleitet uns durch den Alltag und hat uns unter anderem einen der bestaussehenden Kleinwagen der letzten Jahrzehnte beschert. Oder schauen Sie sich mal die Qualität alter italienischer Mosaikkunst an. Zum Beispiel die alten Wege und Terrassen aus Bruchsteinplatten, mit denen die Gärten unseres südlichen Nachbars gestaltet sind. Vielleicht sind Sie nach Ihrer letzten Reise rund um den Gardasee auf Ihre eigene nüchterne Terrasse getreten und haben den Wunsch nach Veränderung gespürt. Bruchsteinterrassen sind in!

Steinarbeiten schrecken die meisten Menschen ab. Wir denken immer gleich, wir müssten mindestens eine Maurerlehre absolviert haben, um mit den schweren Werkstoffen zurechtzukommen. Bandscheiben-Patienten sollten ihre Finger von der Verlegung von Bruchsteinterrassen lassen. Alle anderen, besonders Menschen, die gerne puzzeln, dürften mit der Arbeit fertig werden. Das Ergebnis lohnt sich allemal.

Der Werkstoff

Porphyr zählt zu den Vulkangesteinen. Er ist gekennzeichnet durch schön ausgebildete einzelne Kristalle innerhalb einer feinkörnigen Grundmasse. Im Handel wird er poliert als Polygonalplatte angeboten. Er ist das Mittel der Wahl für die Terrassengestaltung, denn er ist hart, abriebfest und weist eine wunderbar harmonierende Palette schöner Farbtöne von Ocker- und Erdfarben über dominierende rötliche Schattierungen bis hin zu gelben Nuancen auf. Dieser warme Stein trägt Italien-Flair in Ihren Garten.

Vorbereitungen

Wer einen Garten bestellt, weiss um das Problem: erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Bevor der Gärtner mit Saaten und Pflanzen kreativ wird, muss er sauren Schweiss vergiessen. Dabei hat er Glück: Heutzutage ist die rückenfreundliche Bodenkultivierung mit der Motorhacke möglich. Der Terrassenbauer, der den Boden für seine schönen Steine vorbereitet, ist dagegen auf viel anstrengende Handarbeit angewiesen. Aber er darf sich damit trösten, dass im zweiten Schritt das Vergnügen folgt: das ästhetische Farbenspiel seiner Bruchsteinplatten zusammenzulegen.

Jede Menge Kies

Steinplatten werden auf einem tiefen Kiesbett verlegt. Andernfalls käme es im gefrorenen und wieder tauenden Boden zu Verwerfungen, die Ihre mühsam verlegten Platten aus der Horizontale brächten. Die Frostgrenze liegt bei 80 Zentimetern, kann aber in unseren höheren Gebirgsregionen auch bis zu 150 Zentimeter und mehr betragen. Auch wenn es furchtbar mühsam (und teuer) ist: Schachten Sie den Boden bis zu dieser Tiefe aus und füllen Sie ihn mit Kies. Dieser wird mit einem Rüttler verdichtet. Die Kiesfläche sollte ein Gefälle von 1,5 % vom Haus weg haben. Lassen Sie sich von einem Freund helfen. Sonst sind Sie nach dieser Arbeit reif für die Reha.

Direkt oder Betonplatte

Experten empfehlen die Verlegung auf der Betonplatte, halten diese aber nicht für unbedingt notwendig. Die Schwierigkeit liegt im fachgerechten Herstellen und Ausgiessen des Betons. Die Platte soll nämlich zehn Zentimeter dick sein. Mit anderen Worten: Sie haben eine Riesenmenge Beton herzustellen und so auf das Kiesbett zu giessen, dass ein 1,5-%-Gefälle zum Haus bestehen bleibt. Diese Arbeit qualifiziert Sie für den Gesellenbrief.

Mörtelverlegung auf dem Kies

Wenn Sie nicht Ihre letzten Ersparnisse opfern und auch nicht fünfmal hintereinander gestresst aus dem Wochenende kommen wollen, gehen Sie in der Terrassenverlegung den Weg des geringeren Widerstandes. Sie legen eine mindestens fünf Zentimeter dicke Mörtelschicht auf dem festgestampften Kies an. In dieser Mörtelschicht verlegen Sie Ihre Bruchsteinplatten. Der Mörtel kann auch vom Laien aus einem Teil Zement und vier Teilen Sand angemischt werden. Zu Ihrer Mischung fügen Sie vorsichtig Wasser hinzu, bis eine erdfeuchte Masse entstanden ist.

Die Terrassengestaltung mit Bruchstein aus Porphyr zaubert einen mediterranen Charme in den Garten. (Bild: Pawel Kazmierczak / Shutterstock.com)

Die Terrassengestaltung mit Bruchstein aus Porphyr zaubert einen mediterranen Charme in den Garten. (Bild: Pawel Kazmierczak / Shutterstock.com)

Festklopfen und Verfugen

Mit einem Gummihammer klopfen Sie die gewaschenen Bruchsteinplatten in den Mörtel. Klingt lustig, macht auch Spass, zieht sich aber hin. Mit der Zeit werden Sie schneller darin, das jeweils passende Stück zu finden. Passen Sie auf, dass unter der Platte keine Hohlräume entstehen, die bei Frost zum Bruch führen würden. Das Fugenmaterial gibt es entweder fertig zu kaufen (Zwei-Komponenten-Epoxidharz) oder Sie rühren es selbst an. Dazu brauchen Sie drei Teile Quarzsand und ein Teil Trasszement. Unter Beifügung von Wasser stellen Sie eine erdfeuchte bis giessfähige Masse her. Sobald die Fugen druckfest sind, wird mit klarem Wasser vorsichtig gereinigt. Die Endreinigung erfolgt mit einem Zementschleierentferner.

Reinigungshinweise

Eine Steinterrasse zu reinigen gehört ebenso zu den Routinearbeiten des Hausbesitzers wie die Gartenmöbel aus Holz winterfest zu machen. Wenn Sie Tisch und Stühle verstaut haben, gönnen Sie Ihrem Sommerlieblingsplatz etwas Pflege. Dazu genügen ein alter Schrubber und klares Wasser. Hochdruckreiniger-Besitzer können auch diesen zum Einsatz kommen lassen. Aber übertreiben Sie es nicht. In Italien haben Sie die Patina aus Moosen und Flechten auf den alten Steinplatten schön gefunden. Aus welchem Grund erscheint sie Ihnen hier als Verunreinigung?

Mixed Media

Kleine Entspannungsübung für Saubermänner: Lassen Sie mal fünfe gerade sein. Eine Bruchsteinterrasse besticht durch ihr naturnahes Aussehen. Es besteht kein Anlass, sie steril zu halten. Überhaupt geht der Trend zum Mixed Media: Used Look, ein leicht anarchisches Durcheinander von Bruchstein, glasierten Ziegeln, Holz, Mosaiken – als würde die Natur dieses schöne Stück Erde übermorgen wieder zurückerobern. So weit müssen Sie mit Ihrer Bruchsteinterrasse nicht gehen. Aber den halben Weg haben Sie mit ihr bereits zurückgelegt.

 

Oberstes Bild: © Pawel Kazmierczak – Shutterstock.com


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