Home-Office in kleinen Räumen: den Arbeitsplatz geschickt und wohnlich gestalten

25.01.2015 |  Von  |  Büro
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Home-Office in kleinen Räumen: den Arbeitsplatz geschickt und wohnlich gestalten
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Ihr arbeitet in einem Home-Office? Dann habt ihr wahrscheinlich auch schon festgestellt, dass die gewöhnlichen Ansprüche an ein Büro hier zu kurz greifen. Denn: Wer den Arbeitsplatz innerhalb der eigenen vier Wände hat, will sich darin auch wohlfühlen.

Hinzu kommt, dass für ein Home-Office meist weniger Platz vorhanden ist als in einem eigens dafür konzipierten Bürogebäude. Beide Faktoren bedingen, dass man als Freelancer oder Homeworker bei der Büroplanung umdenken muss: andere Konzepte, andere Hersteller, andere Formen, andere Anordnungen. Meine Ergebnisse entstammen ausnahmslos der selbst erfahrenen Praxis.






Könnt ihr aus dem Stegreif sagen, welche Farbe die Tische im Büro an eurer letzten Arbeitsstelle hatten? Wahrscheinlich waren sie weiss. Aber welche Form hatten sie? Welche Höhe? Gab es Rollcontainer, Sideboards, Aktenschränke (offen oder geschlossen?) oder doch Regale? Welchen Bodenbelag gab es dort, wie war die Atmosphäre?

Als Arbeitnehmer macht man sich darüber normalerweise keine Gedanken. Man nimmt einfach das, was da ist. Ändern kann man es meist sowieso nicht. Einen Vorteil hat das Out-of-home-Office in jedem Fall: es herrscht dort Arbeits- und nicht Wohnzimmeratmosphäre (ausser man ist in einem Startup gelandet, das Unternehmenskultur gross schreibt).

Ganz anders, wenn man zuhause arbeitet. Wer das tut – egal ob freischaffender Autor, Lektor, Grafiker, Architekt oder Lehrer – weiss, dass ein unansehnliches und unergonomisches Büro bald Seele und Körper krank macht. Die Lust am Arbeiten sinkt, man wird ineffektiver – ein Teufelskreis. Am Home-Office knausern heisst am falschen Ende sparen.




Die Lösung ist ein Arbeitsplatz, der Lounge-Atmosphäre versprüht und trotzdem genug Abgrenzung zum echten Wohnbereich bietet.

Wohnliches Büro – das braucht man dafür




Das Endergebnis meiner Planungen vorwegnehmend kommen hier die Essenzen für ein “Living Office”:

  • Möglichst wenig “bürohaft” anmutende Möbel. Das hängt stark mit der Dicke der Platten, aber auch mit der Holzbeschichtung zusammen. Wenn möglich, massives Holz nehmen statt Furnier.
  • Den Raum mit einbeziehen. Ist er eher kühl gehalten (z.B. mit grauem Boden), dürfen die Büromöbel ruhig etwas Wärme und Leben hineinbringen, z.B. durch eine Tischplatte mit Holzmaserung.
  • Die Tischbeine bilden die Verbindung zwischen Boden und Platte. Sie sollten sich also nicht mit dem Boden beissen, zudem sollten nicht Tischplatte und -beine zugleich eine kühle Ausstrahlung haben (z.B. das klassische “reinweisse Tischplatte + mattgraue Stahlfüsse).
  • Die Farbe der Tischbeine sollte sich irgendwo im Raum wiederfinden.
  • Denkt unbedingt auch an die Aufbewahrungsmöbel. Sie können die Atmosphäre schnell zerstören. Mit offenen Regalen sparsam sein. Lieber geschlossene Aktenschränke, die möglichst stylisch aussehen. Achtung bei Jalousie-Schränken, sie sind sehr praktisch, können aber auch schnell kühl und bieder wirken.

Tipp: Geschlossener Aktenschrank oder Highboard mit Hochglanz-Oberfläche. Macht den Raum grösser!

Den richtigen Hersteller finden

Hier trennt sich bereits die Spreu vom Weizen. Eine Rundumschau der Webseiten von Möbelhäusern in meiner Nähe zeigt mir schnell, dass die Symbiose von Ästhetik und Funktionalität ein rares Gut ist. Entweder finde ich wunderschöne Schreibtische aus dunklem Holz im Kolonialstil,  die ihren Namen noch wörtlich nehmen und eher für die Ratifizierung von Staatsverträgen in Frage kommen denn als moderner Computer-Arbeitsplatz. Oder mein Auge langweilt sich an weissen bzw. Kinderzimmerbuche-farbigen Büromöbeln, bei denen zudem der Preis allzu klare Rückschlüsse auf die Qualität ziehen lässt. IKEA habe ich mir gar nicht mehr angeschaut. Aus dem Alter bin ich raus.

Ich verändere meine Websuche nach “Bürofachgeschäfte”. Jetzt kommen mir die Spezialisten vors Visier. Und die spielen in einer ganz anderen Preisliga. Geht das auch günstiger? Ich mache einen letzten vor-Ort-Versuch im Möbelhaus meines Vertrauens, das liegt nicht so weit. Und bin erstaunt, dass es hier doch sehr ansprechende Büroprogramme gibt.




Zuerst die Form




Ich möchte zunächst einen L-förmigen Schreibtisch mit dem gewissen “Etwas”. Ob das eine Glasplatte, eine besondere Oberflächenoptik oder eine besondere Tischfussform sein wird, weiss ich noch nicht so recht. Auf jeden Fall kommt ein rein viereckiger Tisch nicht in Frage, weil ich immer noch viel Papierkram neben dem Arbeiten am Rechner zu erledigen habe. Für zwei parallele Arbeitsbereiche ist ein L einfach optimal. Es darf jedenfalls nicht zu viel Platz einnehmen: Schenkellänge maximal 1,60 m x 2,00 m. Glas fällt damit schon mal weg, klärt mich der Verkäufer auf. Der elektrisch höhenverstellbare Schreibtisch auch – keine L-Form verfügbar.

Bleiben nur noch drei Hersteller, von denen zwei (momo Möbel und Objekt Plus) in der mittleren Preisklasse spielen. Qualitätsanmutung OK, aber die Rollcontainer-Schubladen sind irgendwie klapprig, wie bei einem VW Ende der 90er Jahre. Der dritte Anbieter hat es mir richtig angetan: Rietberger Möbelwerke (RMW) ist offenbar so etwas wie der Audi unter den Büromöbelherstellern. Die Haptik von Tischplatte und Füssen ist massiv, die Schubladen sind spaltlos verarbeitet. Der Name der Serie (“Living Office”) trifft genau das Konzept, das ich favorisiere. Kostenpunkt: rund doppelt so hoch wie die beiden anderen. Und das für einen Schreibtisch, der weniger Platz bietet als die der beiden anderen Firmen. Die Cockpit-Form (1,60 m Breit) entspricht zwar nicht meiner ursprünglichen Vorstellung, gerät aber platzsparender und ist durch das angeflanschte Sideboard irgendwie pfiffig. Ich nehme Kataloge mit und ziehe mich nach Hause zur internen Beratung zurück.


Cockpitförmiger Schreibtisch mit Sideboard von RMW (Screenshot: rmw-wohnmoebel.de)

Cockpitförmiger Schreibtisch mit Sideboard von RMW (Screenshot: rmw-wohnmoebel.de)


Den Raum nicht überschätzen

Beim Studieren der Prospekte merke ich schnell, dass die L-Form eventuell gar nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Bananenförmige Schreibtische wirken weniger wuchtig, und in Kombination mit einem angeschlossenen Sideboard gäbe es sogar genug Platz. Denn man darf eines nicht vergessen: ein kleiner Raum (in meinem Fall rund 13 qm) wirkt ein zu gross geratenes Objekt schnell erdrückend – Wohlfühleffekt glatt verpasst. Ich entschliesse mich, die L-Form wieder fallen zu lassen. Ob es nun RMW oder Objekt Plus werden soll, entscheidet nicht zuletzt der Preis.

Zurück im Möbelhaus merke ich, dass der wirklich grandiose Qualitätseindruck der RMW-Möbel in Kombination mit dem wohnlich-edlen Gesamteindruck mein Herz – und damit meinen Geldbeutel – doch mehr öffnet als die Angebote der Konkurrenz, die eher nüchtern und sehr “bürohaft” daherkommen. Das Endergebnis meiner Planungen lautet wie folgt:

  • Tisch Bananenform, 1,80 m Breite, rechts verkürzter Fuss; Tischplatte Cremeweiss, Füsse Lack Terra
  • Sideboard 1,80 m, Cremeweiss; Aufteilung 3 x 60 cm (1 x Schrank mit Tür, 1 x Druckerauszug, 1 x mit drei Schubladen)
  • Highboard H/B/T = 1,50 m x 1,20 m x 0,4 m, Front Cremeweiss Hochglanz, Korpus Cremeweiss matt, Deckplatte Lack Terra matt.

Lösungen für reine Computerarbeiter

Im Zuge meiner Recherchen geriet ich auch an Schreibtischlösungen für reine Digital Workers. Trotz der teilweise faszinierenden Features habe ich persönlich davon abgesehen, weil mir grundsätzlich die Arbeitsfläche zu klein war. Wer jedoch einen Arbeitsplatz nur für den Rechner sucht, könnte bei einem der folgenden Modelle fündig werden. Offene Münder von Kollegen und Kunden garantiert!

Möbel von Rietberge Möbelwerke gibt es in der Schweiz in folgenden Fachgeschäften:

  • Meubles Pesse, Les Ilettes, CH-1870 Monthey 2
  • Marin Roduit AG, Route Cantonale 37, CH-1908 Riddes
  • COMTE Bernard, Ruelle de l`Ecluse 11, CH-2800 Delémont
  • Möbel Brügger AG, Thunstrasse 23 , CH-3700 Spiez
  • Möbel Furrer VISP, Kantonsstrasse 39-41, CH-3930 VISP (VS)
  • Brem wohnen + einrichten, Hauptstr. 111, CH-5070 Frick
  • Möbel Meier AG, Wildischachen, CH-5200 Brugg
  • Weibel Möbel AG, Marktgasse 20, CH-5304 Endingen
  • Möbel Märki, Märkiweg 1, CH-5502 Hunzenschwil
  • Möbel Heller AG, Entlebucherstr. 9, CH-6110 Wolhusen
  • Portmann Möbel AG, Hauptstrasse 46, CH-6170 Schüpfheim
  • Möbel Schubiger AG, Überlandstrasse 423, CH- 8051 Zürich
  • Möbel Tamburro AG, Stegackerstrasse 2, CH- 8409 Winterthur
  • Möbel Abu, Zürcherstr. 68, CH-8730 Uznach
  • Möbel Bleiker, Hauptstraße 3, CH-9620 Lichtensteig

Titelbild: Das Living Office L100 von RMW. (© Rietberger Möbelwerke)


1 Kommentar


  1. Toller Blog!
    Schau doch auch mal auf meinem Blog vorbei! 🙂
    http://www.interessanteswissen.blogspot.com

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