Ratgeber Terrassenbau: Was zeichnet ein gutes Holz aus und wie viel darf es kosten?
VON Thomas Schlösser Allgemein
Holz, das beim Bau einer Terrasse verwendet werden soll, muss zahlreiche Anforderungen erfüllen können. Die Dauerhaftigkeit sollte möglichst hoch sein, damit Sie auch noch nach vielen Jahren Freude an Ihrer Terrasse haben. Auch muss das Holz witterungsbeständig und resistent gegen andere Abnutzungserscheinungen sein. Vorteilhaft sind insbesondere bei unbehandelten Hölzern natürliche Schutzmechanismen, die vor Schädlingen schützen oder das Holz wasserabweisend werden lassen. Holz, das für den Terrassenbau verwendet wird, sollte einfach bearbeitet werden können, deshalb muss es zusätzliche Imprägnierungen aufnehmen können. Auch der Preis spielt eine Rolle; je nach Terrassengrösse und Budget gibt es hier unterschiedliche Favoriten.
Kiefernholz – günstiges, witterungsbeständiges Nadelholz
Kiefernholz ist eine der günstigeren Möglichkeiten für den Terrassenbau. Es eignet sich insbesondere bei grossflächigen Terrassen, um Kosten zu sparen. Achten Sie darauf, dass eine umweltverträgliche Tiefenimprägnierung vorhanden ist oder führen Sie diese nachträglich durch. Nur so kann das Kiefernholz langfristig gegen sämtliche Witterungseinflüsse geschützt werden. Fein gerilltes Kiefernholz KDI eignet sich optimal für den Terrassenbau, es ist je nach Anbieter bereits ab 35 CHF pro Quadratmeter erhältlich.
Bangkirai – asiatisches Hartholz mit hoher Beständigkeit
Das asiatische Hartholz Bangkirai besticht zunächst durch die wunderschöne Optik, die durch eine hellbraune bis rötliche Färbung entsteht. Dieses exotische Holz bringt asiatisches Flair auf die Terrasse. Seine hohe Beständigkeit ist sehr vorteilhaft für den Terrassenbau. Es enthält schon unbehandelt natürliche ätherische Öle, welche vor Schädlingen, Pilzen und Schimmel schützen. Achten Sie beim Kauf von Bangkirai-Holz – wie bei allen Hölzern, insbesondere solchen mit exotischer Herkunft – auf das FSC-Zertifikat; dieses bescheinigt eine Herkunft aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Bangkirai-Holz kostet bei Fachhändlern etwa 85 CHF pro Quadratmeter.
Bambus – exotisches Flair und edle Optik
Auch Bambusholz ist für den Terrassenbau gut geeignet. Bambus wächst sehr schnell nach, der Kaufpreis von circa 105 CHF pro Quadratmeter resultiert aus dem Transport und der Verarbeitung, bei der nur natürliche Stoffe zum Einsatz kommen. Optisch überzeugt Bambusholz durch einen honiggelben Farbton, welcher durch Dämpfungsprozesse erreicht wird. Bambus gilt als ökologisch wertvolle Pflanze, da sie schnell nachwächst und deshalb mit einer nachhaltigen Forstwirtschaft besonders gut zu vereinbaren ist.
Thermo-Esche – Wärmebehandlung lässt das Holz widerstandsfähig und farbintensiver werden
Bei der Holzart Thermo-Esche wird dunkles Eschenholz verwendet, welches durch eine Wärmebehandlung (170 bis 230 Grad Celsius) nicht nur farbintensiver, sondern auch widerstandsfähiger gegenüber sämtlichen Witterungsbedingungen wird. Eine Imprägnierung mit natürlichen Baumharzen und Öl fördert die Dauerhaftigkeit des Holzes zusätzlich. Thermo-Esche eignet sich für Terrassen, die einer überdurchschnittlichen Beanspruchung ausgesetzt sind. Ab einem Kaufpreis von etwa 160 CHF ist ein Quadratmeter Thermo-Esche erhältlich. Das ist nicht besonders günstig, allerdings rechtfertigen die Dauerhaftigkeit sowie die aufwendigen Verarbeitungsschritte diese Kosten.
Für Einsteiger: Terrassenfliesen aus Lärchenholz
Terrassenfliesen aus Lärchenholz sind die Lösung für alle, die beim Terrassenbau eine schnelle Lösung zum guten Preis suchen. Die Terrassenfliesen sind so einfach zu verlegen, dass keine besonderen handwerklichen Fähigkeiten benötigt werden. Allerdings sollte das Holz regelmässig geölt werden, da sonst die Farbe verblasst. Lärchenholz ist schon von Natur aus robust und witterungsbeständig, da es wasserabweisende Harze enthält und zu den härtesten Hölzern zählt. Ein warmer Farbton sowie eine interessante Maserung lassen Lärchenholz zudem gut aussehen. Kostenpunkt: ab 50 CHF pro Quadratmeter.
Eiche – edles Holz mit natürlicher Witterungsbeständigkeit
Eichenholz zählt zu den einheimischen Holzarten mit der höchsten Dauerhaftigkeit. Schon unbehandelt ist Eichenholz witterungsbeständig und vergleichsweise unempfindlich. Eine Imprägnierung ist nicht unbedingt erforderlich, aber ratsam, um das Holz noch besser zu schützen. Eiche ist jedoch nicht gerade günstig, mit Kosten ab 150 CHF pro Quadratmeter muss gerechnet werden.
Douglasie – elastisches Holz, das Pflegemittel sehr gut aufnehmen kann
Holz der Douglasie ist kostengünstig erhältlich und gilt als sehr elastisches, robustes Nadelholz. Es enthält jedoch wenig natürliche Harze und ist deshalb anfälliger gegenüber Witterungseinflüssen als andere Hölzer. Jedoch nimmt Douglasienholz ausgezeichnet Pflegemittel auf – diese sind beim Terrassenbau auch Pflicht, da unbehandeltes Douglasienholz nicht lange Freude bereiten wird.
Massaranduba und Garapa – südamerikanische Hölzer mit ansprechender Optik
Das südamerikanische Massaranduba-Holz verfügt über natürliche ätherische Öle, weshalb es unbehandelt resistent gegen Schädlinge, Pilze und Schimmel ist. Auch das Garapa-Holz stammt aus Südamerika; es besticht durch seine glatte Oberfläche, deren Farbgebung an Mandeln erinnert. Beide Hölzer sind sehr hart und quasi astfrei. Die Kosten liegen bei jeweils rund 80 CHF pro Quadratmeter.
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