Einen Gartenteich anlegen – das neue Schmuckstück im eigenen Reich

12.09.2014 |  Von  |  Garten
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Einen Gartenteich anlegen – das neue Schmuckstück im eigenen Reich
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Ein Gartenteich bringt Leben in den Garten, vor allem wenn er schön bepflanzt ist und gut gepflegt wird. Die Anlage ist gar nicht so schwierig. Wenn Sie einige Tipps beherzigen, können Sie sich schon bald an Ihrer kleinen Oase erfreuen.

Der richtige Platz für den Teich

Die Wahl des Standorts spielt eine entscheidende Rolle für einen gut funktionierenden Gartenteich: Die Pflanzen brauchen ausreichend Licht, um gesund zu wachsen. Aber die Sonne darf auch nicht den ganzen Tag auf den Teich scheinen, sonst bilden sich Algen und das Wasser heizt sich zu stark auf. Ideal ist ein halbschattiger Standort, mit einigen Bäumen oder Büschen in der Nähe. Diese sollten einige Meter entfernt stehen, damit nicht dauernd Pflanzenteile ins Wasser fallen. Günstig ist zudem ein Standort in der Nähe einer Sitzgruppe oder Bank. Zumindest sollte genügend Platz für eine nachträgliche Sitzgelegenheit vorhanden sein.

Überlegungen vor der Anlage des Teichs

Form und Grösse Ihres Gartenteichs fügen sich im Idealfall harmonisch in das Gesamtbild. Orientieren Sie sich hier am besten an den Massen Ihres Gartens: kleiner Garten = kleiner Teich – und umgekehrt. Planen Sie ausserdem die unterschiedlichen Pflanzzonen für Ihren Teich ein: die Sumpfzone mit 10 bis 20 Zentimetern, die Flachwasserzone mit 20 bis 40 Zentimetern und die Tiefwasserzone ab 60 Zentimetern Tiefe. Wenn Sie Fische halten möchten, gelten als Mindestmasse für die Tiefwasserzone 90 Zentimeter Tiefe und 2 Quadratmeter Fläche. Hier ziehen sich die Tiere bei Frost zurück. Bei der Form gilt: Erlaubt ist, was gefällt. In formalen Gärten mit strenger Struktur wirken beispielsweise geradlinige oder ovale Becken gut.

Es gibt mehrere Teichvarianten, vor allem Folienteiche erfreuen sich grosser Beliebtheit. Auch Hochteiche haben sich einen festen Platz erobert, sie sind in der Regel als fertige Module mit Rahmen und Teichbecken im Handel erhältlich. Beim Hochteich ist kein Erdaushub erforderlich, es fallen aber Säge- und Bohrarbeiten für die Rahmenkonstruktion an. Hochteiche sind für Pflegearbeiten bequem zugänglich und ideal für Terrassen. Der Rand lässt sich bei vielen Modellen als bequeme Sitzmöglichkeit nutzen. In kleinen Gärten wirken Hochteiche aber recht klotzig. Zudem ist die Form vorgegeben.

Bei eingelassenen Teichen können Sie zwischen Teichfolie und vorgefertigten Kunststoffbecken wählen. Bei der Fertigvariante haben Sie wiederum keinen Einfluss auf die Form. Dafür sind diese Becken wasserdicht, lange haltbar und ideal für kleine Gärten. Wenn Sie sich für Folie entscheiden, haben Sie bei der Teichform völlig freie Hand. Wichtig: Unbedingt eine hochwertige, absolut reissfeste Teichfolie wählen, ab 900 Gramm/Quadratmeter. Die Folie muss zudem UV-stabil und frostfest sein. Lassen Sie sich hierzu am besten im Fachhandel beraten.

Tipp: Eine grobe Zeichnung erstellen, ausserdem eine Liste mit sämtlichen Arbeitsmaterialien und dem erforderlichen Teichzubehör. Notieren Sie auch zusätzliche Elemente, beispielsweise einen Springbrunnen, Bauchläufe oder Steine für die Dekoration. Die Folie besser erst nach dem Aushub erwerben, falls sich die Masse noch ändern. Tiere werden erst nach einigen Monaten gekauft. Für die Details, wie die Berechnung des Folienbedarfs oder die Auswahl des richtigen Filters, ist ebenfalls eine Beratung im Fachhandel zu empfehlen.

Einen Gartenteich anlegen – das neue Schmuckstück im eigenen Reich

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Beispiel Folienteich anlegen

  1. Sobald der Standort feststeht, diesen grob mit Stöcken abstecken oder die Umrisse mit Sand markieren. Setzen Sie die Markierungen etwa 20 Zentimeter grösser als der Teich werden soll.
  2. Nun die Grube stufenförmig ausheben: Nachdem die erste Erdschicht abgetragen ist, markieren Sie die nächsttiefere Zone, ebenfalls im Umriss 20 Zentimeter grösser, tragen die nächste Schicht ab usw. Arbeiten Sie von aussen nach innen, sodass die Tiefwasserzone sich in der Teichmitte befindet. Zwischendurch regelmässig mit der Wasserwaage das Gefälle prüfen und bei Bedarf korrigieren.
  3. Anschliessend Steine, Zweige und andere Fremdkörper entfernen, die Wände schön glätten. Füllen Sie eine 5 bis 10 Zentimeter dicke Sandschicht ein; bedecken Sie die gesamte Teichgrube damit.
  4. Das Teichbecken nun vollständig mit einem Wurzelschutzvlies auskleiden (unverrottbares Material wählen). Das Vlies wird überlappend verlegt, mit einem Überstand von mindestens 20 Zentimetern.
  5. Heben Sie rund um den Teich eine Furche aus, 10 Zentimeter breit und ebenso tief. Diese sogenannte Kapillarsperre ist besonders bei kleinen Teichen wichtig: Sie verhindert, dass umliegenden Pflanzen Wasser aus dem Becken ziehen.
  6. Die Teichfolie bei warmem Wetter verlegen, dann ist sie elastischer und lässt sich gut verlegen. Achten Sie auf eine möglichst faltenfreie Verlegung, glätten Sie die Folie anschliessend. Nun 50 Zentimeter Wasser hoch einfüllen, damit sich die Folie gut anpasst. Lassen Sie die Arbeit einen Tag ruhen, damit sich die Folie setzt.
  7. Am Folgetag sauberen Kies jeweils 5 bis 10 Zentimeter hoch in die verschiedenen Pflanzzonen einfüllen. Setzen Sie Pumpe, Filter und eventuelle Springbrunnenmodule ein. Danach kommen die Pflanzen in die vorgesehenen Zonen; Teichkörbe lassen sich am besten händeln. Nun den Teich bis zum Rand mit Wasser befüllen, Technik anschliessen und abermals einen Tag in Ruhe lassen.
  8. Am Folgetag die Folie mit 5 Zentimeter Überschuss abschneiden. Das Ufer mit Steinen und Pflanzen nach Wunsch gestalten. Nun ist Ihr Gartenteich fertig. Später können Sie geeignete Fische oder andere Bewohner einsetzen.

 

Oberstes Bild: © jgorzynik – Shutterstock.com

Über Andrea Durst

Ich bin selbstständige Texterin und liebe an meinem Beruf die Abwechslung bei der Umsetzung unterschiedlicher Kundenwünsche. Auch die persönliche Freiheit spielt eine grosse Rolle: Arbeiten zu jeder beliebigen Zeit und an jedem Ort, natürlich immer im Rahmen der Abgabetermine. Für die Belmedia-Portale schreibe ich sehr gern, da die Autoren Themen wählen können, die sie persönlich am meisten interessieren. In meinem Fall sind das Tiere und Tierschutz, Umwelt und Nachhaltigkeit, Ernährung, Pflanzen und Naturkosmetik.


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