Bürostühle: Das müssen die Sitzgelegenheiten können

09.06.2017 |  Von  |  Büro
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Bürostühle: Das müssen die Sitzgelegenheiten können
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Eine Vielzahl an Arbeitnehmern erledigt ihre Arbeit am Schreibtisch und ist sich währenddessen nicht darüber bewusst, wie schädlich diese Körperhaltung sein kann. Neben der korrekten Positionierung von Tastatur, Bildschirm und Maus sowie einem höhenverstellbaren Arbeitsplatz, der heute vielerorts zur betrieblichen Standardausrüstung gehört, hat der Bürostuhl einen immensen Einfluss auf die Gesundheit.

Betriebe, die minderwertige Produkte bereitstellen, dürfen sich langfristig nicht über zunehmende Fehlzeiten aufgrund von Rückenbeschwerden oder sonstigen Erkrankungen der Belegschaft wundern. Wir verraten, was gesundheitsfördernde Modelle können müssen.

Ergonomische Formgebung

Rund 80.000 Stunden ihres Lebens verbringen Büroangestellte in der sitzenden Position. Kein Wunder, dass ein Stuhl, der nicht möglichst ideal zur individuellen Körperform passt, auf Dauer zu Rückenschmerzen, Wirbelsäulenleiden und vielen weiteren Beschwerden führen kann. Ergonomische Möbel wirken dem entgegen und sind allgemein ratsam.

Problematisch bei der Auswahl ist, dass es keine gesetzlichen Vorgaben für die Bezeichnung „ergonomischer Bürostuhl“ gibt. Jeder Hersteller kann theoretisch eigene Kriterien für diesen Titel bestimmen. Der seit 1872 bestehende Schweizer Hersteller Giroflex fertigt unter anderem ergonomische Bürostühle und ist für Qualität bekannt. Die von der Stoll Giroflex AG gefertigten Stühle fördern ein dynamisches, aktives und somit gesundes Sitzverhalten.

Die ergonomischen Standards der Marke wurden gemeinsam mit Medizinern und anerkannten Arbeitswissenschaftlern entwickelt. Dazu gehören unter anderem flexibel justierbare Sitze, Lordosestützen, gepolsterte Stuhllehnen, Sitzprofile und verschiedene Rückenanpressdrucke. Im Internetstore können Sie Bürostühle von Giroflex konfigurieren und sich so komfortabel eine Sitzgelegenheit zusammenstellen, die Ihren Anforderungen entspricht.

In unserem Artikel über ergonomische Büromöbel finden Sie ergänzend Hinweise zum AGR-Gütesiegel, das die Auswahl eines rückenfreundlichen Interieurs erleichtert. Das Schweizer Radio und Fernsehen hat Bürodrehstühle im „Kassensturz“-Test geprüft und dabei erstaunliche Erkenntnisse gewonnen. Die Ergebnisse können bei der Kaufentscheidung als Orientierung dienen.

Anpassungsfähige Sitzhöhen, Sitzneigung und Sitztiefe

Körpergrösse, Gewicht und Proportionen sind pro Person individuell. Dementsprechend flexibel müssen Bürostühle sein. Eine höhenverstellbare Sitzhöhe ist ein Muss und wird in der Regel über einen gut erreichbaren Hebel zu einer Gasdruckfeder gesteuert. Der Winkel zwischen Ober- und Unterschenkel sollte mindestens 90° betragen. Ergänzend dazu ist es gut, wenn sich der Sitzneigungswinkel ändern lässt. Ausserdem muss sich die Sitzfläche nach vorne beziehungsweise hinten schieben lassen, um die nötige Tiefe zu erhalten. Ob diese korrekt ist, lässt sich anhand von diesen beiden Faktoren feststellen:

  1. Die Kniekehlen sind frei und werden nicht von der vorderen Kante der Sitzfläche berührt. Das Blut kann so ungehindert zirkulieren.
  2. Der Rücken liegt angenehm an der Rückenlehne an.

Der Bürostuhl hat einen immensen Einfluss auf die Gesundheit. (Bild: claudioscott - pixabay.com)

Der Bürostuhl hat einen immensen Einfluss auf die Gesundheit. (Bild: claudioscott – pixabay.com)


Flexible Rückenlehne

Die Rückenlehne sollte nicht nur bis mindestens zu den Schultern reichen, sondern sich in Neigung und Höhe verstellen lassen, da der Rücken sehr individuelle Masse aufweist. Er sollte ab Beckenoberkante von der Lehne gestützt sein.

Auch der Neigungswinkel muss stimmen und der natürlichen Form der Wirbelsäule gerecht werden. Für ein dynamisches Sitzverhalten ist die Wippmechanik sinnvoll. Dank leichter Bewegungen nach hinten werden die Bandscheiden entlastet und monotones Sitzen verhindert. Bei funktionalen Stühlen ist der Widerstand der Wippmechanik regulierbar. Noch besser wäre eine Synchronmechanik, da sie Fehlhaltungen ausschliesst.

Die Bewegungskonzepte bei Bürostühlen im Überblick:

Mechanik Erläuterung
Wippmechanik Sitz und Rückenlehne sind fest miteinander verbunden, sodass der Neigungswinkel beim Zurücklehnen gleichbleibt.
Synchronmechanik Beim Zurücklehnen sorgt das Mobiliar dank Synchronmechanik automatisch für die nötige Neigung der Sitzfläche nach unten, womit die natürliche Körperhaltung möglich wird.

Ergänzend zu Wipp- und Synchronmechanik entwickeln die verschiedenen Marken für Qualitätsbürostühle ganz eigene mechanische Innovationen, um den Körper optimal in seinem natürlichen Sitzverhalten zu unterstützen. Darunter die Gleitmechanik von Rohde & Grahl oder die Similar-Plus-Mechanik von Sedus. Auf veraltete Mechaniken, wie die Permanentmechanik wurde an dieser Stelle bewusst verzichtet, da sie längst durch rückengerechtere Alternativen abgelöst wurden.

Justierbare Lordosestützen

Exklusive Bürostühle verfügen über sogenannte Lordosestützen. Sie optimieren die ergonomische Ausrichtung der Sitzmöglichkeit. Als Lordose wird die konvexe Wirbelsäulenkrümmung nach vorne bezeichnet. Die integrierte Stütze sorgt mit leichter Wölbung für Entlastung der Lendenwirbel. Auch dieses Element ist bei hochwertigen Stühlen höhenverstellbar.

Federung & Druck

Bequemes Sitzen, hängt vom eingesetzten Federsystem und dem darüber erzielten Druck auf das Gesäss ab. Die Polsterung der Sitzfläche sollte eine optimale Druckverteilung gewährleisten. Oberschenkel und Gesäss profitieren.

Arretierung

Auch wenn flexible Stühle gut für die Wirbelsäule sind, muss die Muskulatur regelmässig gefordert werden, in dem der Rücken nicht angelehnt ist. Um diese angespannte Haltung zu ermöglichen, verfügen einige Ausführungen über eine Arretierung, womit sich die Schwingbewegungen und weitere bewegliche Teile feststellen lassen. Rücken, Becken, Beine und Oberkörper müssen dann ohne Stützkraft vom Stuhl selbstständig für den nötigen Halt sorgen. Das fordert den Körper und wirkt sich positiv auf die Muskelkraft aus.

Atmungsaktive und stützende Materialien

Neben Form und Funktionalität spielt das Material eine entscheidende Rolle hinsichtlich des Sitzkomforts. Die Bezüge müssen zum einen atmungsaktiv sein. Damit wird einem unangenehmen Gefühl auf der Haut vorgebeugt und der Feuchtigkeitstransport beschleunigt. Besonders am Rücken sind Netzstoffe ideal, welche ergonomisch in die Polsterung integriert sind. Mikrofasern sowie Materialmischungen haben sich dahingehend als vorteilhaft erwiesen und bringen die erforderlichen Eigenschaften mit sich. Zum anderen muss das Material auch eine stützende Funktion übernehmen. Je nach Konstruktion ist eine individuelle Bespannung mit geeigneten Stoffen unerlässlich, um die Wirbelsäule ausreichend zu entlasten.

Bedienung

Funktionale Bürositzgelegenheiten sind gut, vorausgesetzt die verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten sind einfach zu bedienen. Ist das nicht der Fall, verleitet das dazu den Stuhl nur oberflächlich anzupassen. Rückenschmerzen und Co. lassen nicht lange auf sich warten.

Armlehnen, Kopf- und Nackenstützen

Armlehnen sind zwar kein Muss, jedoch ist ihre Verwendung empfehlenswert und gerade beim täglichen Arbeiten am Computer angenehm. Sie entlasten die Nacken- und Schultermuskulatur, was sich günstig auf den gesamten Oberkörper auswirkt. Verspannungen werden gemieden, die Arme ermüden weniger schnell. Zu bevorzugen sind Modelle, die sich bezüglich Höhe, Breite und Richtung einstellen lassen. Sind die Armlehnen korrekt ausgerichtet, liegen die Unterarme locker auf. Die Oberflächen müssen weich sein, das schont die Haut und fühlt sich insgesamt besser an. Kopf- beziehungsweise Nackenstützen sind nur dann sinnvoll, wenn sie sich in Tiefe und Höhe an die Körpermasse anpassen lassen.

Wie Sie Ihren Sitzplatz ergonomisch einrichten und auf welche Masse zu achten ist, erfahren Sie in unserem Ratgeber über  den gesundheitsfreundlichen Arbeitsplatz von Möbelexperte und Geschäftsführer der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel (DGM) Jochen Winning.

 

Artikelbild: Unsplash – pexels.com

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