Camping am Meer: In Deutschland bis zu 245 Euro günstiger / Preisabstand zu Europas Küsten wächst
Berlin (ots) –
Energiekrise und steigende Lebenshaltungskosten setzen auch die Urlaubsplanung unter Druck. Eine aktuelle Auswertung von PiNCAMP, dem Campingportal des ADAC, zeigt: Wer 2026 am Meer campen möchte, kann in Deutschland gegenüber vielen anderen europäischen Urlaubsländern deutlich sparen – teils bis zu 245 EUR pro Woche.
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Camping an Europas Küsten deutlich teurer als in Deutschland
In vielen der beliebtesten Campingländer Europas ist die unmittelbare Nähe zum Meer ein klarer Preistreiber. Campingplätze an der Küste kosten dort häufig deutlich mehr als in Deutschland.
Pro Nacht zahlt eine Familie mit zwei Erwachsenen und einem Kind im Schnitt:
- Kroatien: 77 EUR
- Italien: 73 EUR
- Spanien: 72 EUR
- Niederlande: 66 EUR
- Frankreich: 64 EUR
- Dänemark: 51 EUR
- Schweden: 46 EUR
Zum Vergleich: In Deutschland liegt der Durchschnittspreis bei rund 42 EUR pro Nacht.
Auf eine Woche gerechnet zahlen Camper in klassischen Urlaubsländern wie Kroatien rund 245 EUR mehr als in Deutschland.
Küstenpreise im Ausland steigen deutlich schneller
Auffällig ist vor allem die Dynamik: In vielen europäischen Ländern verteuern sich Campingplätze mit direktem Zugang zum Meer schneller als in Deutschland. Besonders deutlich zeigt sich das in Frankreich: Dort sind die Preise an der Küste im Vergleich zum Vorjahr um rund 13 % gestiegen – in Deutschland hingegen nur um etwa 2 %. Der Preisunterschied zwischen Deutschland und vielen klassischen Urlaubsländern vergrößert sich damit weiter.
Deutschland auch regional vergleichsweise günstig
Innerhalb Deutschlands zeigt sich ein differenziertes Bild. Während die Preise in Niedersachsen (+12 %) und Mecklenburg-Vorpommern (+7 %) stärker gestiegen sind, bleibt das Niveau in Schleswig-Holstein stabil und ist gegenüber dem Vorjahr sogar leicht rückläufig (-1 %).
Im europäischen Vergleich bleibt Camping an Deutschlands Küsten jedoch weiterhin günstig:
- Mecklenburg-Vorpommern: 49 EUR pro Nacht
- Niedersachsen: 43 EUR
- Schleswig-Holstein: 40 EUR
Selbst in Mecklenburg-Vorpommern, dem teuersten der drei Küstenbundesländer, liegt das Preisniveau weiterhin deutlich unter dem Durchschnitt der betrachteten europäischen Länder von rund 59 EUR pro Nacht.
Hohe Nachfrage, hohe Qualität – aber kein Preisdruck
Die günstigen Preise sind bemerkenswert, denn die Nachfrage ist hoch: Knapp die Hälfte aller auf PiNCAMP getätigten Campingbuchungen in Deutschland entfällt auf Ziele an der Nord- und Ostsee.
Gleichzeitig ist die Qualität überdurchschnittlich: deutsche Campingplätze in direkter Meerlage erreichen im Schnitt ein besseres Ergebnis bei der Klassifikation des ADAC (durchschnittlich 3,8 Sterne) als Plätze im Binnenland (3,3 Sterne).
Trotzdem bleibt ein Preisanstieg wie in anderen europäischen Urlaubsländern aus.
Warum Camping am Meer in Deutschland vergleichsweise günstig bleibt
Ein zentraler Grund liegt in der Struktur des deutschen Campingmarktes: Die Nachfrage verteilt sich stärker über das gesamte Bundesgebiet, statt sich ausschließlich auf die Küsten zu konzentrieren. Neben Nord- und Ostsee stehen Campern zahlreiche Alternativen zur Verfügung – von Seenlandschaften über Mittelgebirge bis hin zu naturnahen Destinationen abseits der klassischen Hotspots.
In vielen europäischen Urlaubsländern ist die Situation dagegen anders: Dort treffen hohe Nachfrage und begrenzte Flächen direkt an der Küste aufeinander – ein wesentlicher Treiber für die deutlich höheren Preise.
„Gerade in diesen schwierigen Zeiten steigender Lebenshaltungskosten ist Deutschland damit eines der wenigen Länder, in denen Camping am Meer für viele Familien bezahlbar bleibt“, erklärt Uwe Frers, Camping-Experte und Geschäftsführer von PiNCAMP.
Im Ausland: Binnenland deutlich günstiger als am Meer
Wer beim Camping im Ausland sparen möchte, sollte einen Blick auf Regionen abseits der Küsten werfen. Dort sind die Preise häufig deutlich niedriger als direkt am Meer:
- Niederlande: -22 EUR pro Nacht / -153 EUR pro Woche
- Frankreich: -21 EUR / -147 EUR
- Spanien: -19 EUR / -133 EUR
- Kroatien: -18 EUR / -124 EUR
- Italien: -12 EUR / -83 EUR
- Schweden: -7 EUR / -49 EUR
Besonders ausgeprägt ist der Unterschied in den Niederlanden und Frankreich: Hier sparen Camper für einen Campingplatz im Binnenland rund 21 bis 22 EUR pro Nacht. Hochgerechnet sind das rund 150 EUR pro Woche.
In Deutschland ist dieser Effekt kaum ausgeprägt. Der Preisunterschied zwischen Küste und Binnenland liegt bei rund 2 EUR pro Woche.
Fazit: Deutschland bleibt preislich attraktiv
Die Daten von PiNCAMP zeigen: Camping am Meer ist in Europa oft eine Preisfrage. Deutschland bleibt eine Ausnahme. Nicht wegen geringerer Nachfrage, sondern wegen einer breiteren Verteilung des Angebots.
Für den Sommer 2026 heißt das: Wer flexibel plant, findet in Deutschland weiterhin attraktive und bezahlbare Campingoptionen – am Meer ebenso wie im Binnenland.
Methode
Bei der Analyse handelt es sich um eine Sonderauswertung der PiNCAMP Preisanalyse 2026. Sie basiert auf den ausgewiesenen Übernachtungspreisen der Hochsaison 2026 für eine Familie (zwei Erwachsene und ein Kind bis zehn Jahre) inklusive Standplatz für ein Wohnmobil oder einen Wohnwagen mit Zugfahrzeug; Zeltplätze wurden nicht berücksichtigt. Insgesamt wurden rund 1.800 vom ADAC inspizierte Campingplätze in europäischen Urlaubsländern mit Zugang zum Meer ausgewertet.
Verglichen wurden Campingplätze in direkter Küstennähe (max. 150 Meter zum Meer) sowie weiter entfernte Plätze. In die Auswertung einbezogen wurden Deutschland, Italien, Frankreich, Kroatien, Niederlande, Spanien, Dänemark, Schweden, Norwegen.
Die Stichprobengrößen variieren je nach Land und Lagekategorie, insbesondere bei Campingplätzen in direkter Küstennähe. Die Ergebnisse sind daher als belastbare Indikation für Preisniveaus und Markttrends zu verstehen, nicht als repräsentative Vollerhebung.
Die vollständigen Daten sind in der Pressemappe verfügbar.