Das Chesterfield-Sofa – ein echter Einrichtungsklassiker

11.12.2015 |  Von  |  Wohnzimmer
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Das Chesterfield-Sofa – ein echter Einrichtungsklassiker
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Chesterfield-Sitzmöbel begeistern seit einem Vierteljahrtausend mit stilvoller Eleganz, zeitloser Klasse und natürlich ihrem unschlagbaren Komfort. Am gefragtesten sind Chesterfield-Sofas, die es als Zwei- und als Dreisitzer gibt; Chesterfield-Sessel können die klassische Sitzgruppe komplettieren.

Doch was macht ein echtes Chesterfield-Sofa aus – und wie können sich Käufer vor minderwertigen Imitationen schützen?

Von dem Earl, der ein perfektes Sofa wollte

Chesterfield-Sitzmöbel sind nicht nach ihrem Erbauer benannt (wie z. B. Chippendale-Möbel), sondern nach ihrem ersten Auftraggeber. Dabei handelte es sich um Philip Dormer Stanhope, den vierten Earl von Chesterfield, der sich zwischen 1770 und 1780 das erste Chesterfield-Sofa bauen liess. Der adlige Engländer hatte sich bereits einen gewissen Ruhm als fähiger Diplomat, Staatsmann und Schreiber erworben und galt wegen seines anerkannt guten Geschmacks zudem als Weltmann und Trendsetter. So hatte er auch ganz genaue Vorstellungen von seinem persönlichen Idealsofa.

Der Earl von Chesterfield träumte von einem Sofa, in dem er, zusammen mit einem oder zwei weiteren Gentlemen, aufrecht und stabil sitzen konnte, ohne dass die Garderobe dabei zerknitterte. Elegant und stilsicher sollte das Sitzmöbel sein, dazu natürlich aus besten Materialien gefertigt. Der Handwerker Robert Adam bekam den exklusiven Auftrag – und gab sein Bestes: Das Sofa, das er für den Earl von chesterfiel baute, war so edel, schön und bequem, dass weitere Aufträge nicht lange auf sich warten liessen.

Ob die Geschichte vom Earl und seinem perfekten Sofa tatsächlich stimmt, ist historisch nicht eindeutig beweisbar. Es gibt auch andere Varianten, aber die sind längst nicht so schön. Tatsache ist, dass die neuen Chesterfield-Sitzmöbel bald darauf in ganz England und darüber hinaus verbreitet waren. Und heute sind sie aufgrund ihres klassisch-edlen Looks, ihrer Langlebigkeit und auch ihrer guten Kombinierbarkeit mit anderen Stilrichtungen international begehrt – nicht nur in Privatwohnungen, sondern auch in der Gastronomie, bei Messen und Events sowie für Lounges, Geschäftsräume und stilvolle Warte- oder Empfangsbereiche.


Der Earl von Chesterfield träumte von einem Sofa, in dem er, zusammen mit einem oder zwei weiteren Gentlemen, aufrecht und stabil sitzen konnte, ohne dass die Garderobe dabei zerknitterte. (Bild: © SergeBertasiusPhotography - shutterstock.com)

Der Earl von Chesterfield träumte von einem Sofa, in dem er, zusammen mit einem oder zwei weiteren Gentlemen, aufrecht und stabil sitzen konnte, ohne dass die Garderobe dabei zerknitterte. (Bild: © SergeBertasiusPhotography – shutterstock.com)


Woran ist ein echtes Chesterfield-Sofa zu erkennen?

Ein „richtig“ echtes Chesterfield-Sofa wird von Hand gefertigt und kommt aus England. Der Rahmen ist aus massivem Buchenholz. Ist er aus anderen Holzarten, einem Holz-Mix oder gar Kunststoffen, kann es sich bei dem entsprechenden Möbel höchstens noch um ein „Sitzmöbel im Chesterfield-Stil“ bzw. eine Imitation von minderer Qualität handeln.

Nach dem Bau des Rahmens wird die Sitzfläche des Chesterfield-Sofas mit einer Federung ausgestattet. Dann wird die Polsterung aufgebracht, die dem Sofa seine Form verleiht. Der klassische Bezug eines Chesterfield-Sofas ist Leder, doch ein Chesterfield-Sofa kann durchaus auch mit Leinen oder einem anderen Stoff bezogen sein. Schon im 18. Und 19. Jahrhundert wurden für die englischen Möbel-Ikonen auch Textilbezüge verwendet, zum Beispiel Samt oder prachtvolle Musterstoffe.

Wichtig für die Echtheit sind hier vor allem die typischen Chesterfield-Faltungen und die charakteristische Kapitonierung. Das Leder (bzw. der Bezugsstoff) wird, wiederum von Hand, in Falten gelegt und anschliessend mit Lederknöpfen am Holzrahmen befestigt (kapitoniert). Dabei ergibt sich das klassische Chesterfield-Muster, das entweder aus Rauten oder Quadraten bestehen kann.

Die Knöpfe eines echten Chesterfield-Sofas sind symmetrisch angeordnet und versinken mehrere Zentimeter tief in der dicken, stabilen Polsterung. Unbezogene Knöpfe oder solche, die nur ein paar Millimeter unter der Polsteroberfläche sitzen, sprechen dagegen für einen günstigen Nachbau oder eine „unechte“ Variante im ungefähren Chesterfield-Stil. Das Original Chesterfield war als erstes Sofa voll aufgepolstert, so dass die Holzelemente nicht zu sehen waren. Dazu gehören auch die charakteristischen gerollten Armlehnen, die an der Vorderfront mit Ziernägeln versehen sind. Armlehnen und Rückenlehne sind gleich hoch und gehen ineinander über.



Bei Billig-Nachbauten werden teilweise behandelte oder mit Schadstoffen belastete Hölzer verwendet – das widerspricht ebenso der Chesterfield-Tradition wie die Verwendung von Tropenhölzern. Wer sich ein echtes Chesterfield-Sofa zulegen möchte, sollte besonders auf die Art, Qualität und Herkunft des Holzes achten. Es lohnt sich auch, das Sofa vor dem Kauf zu beriechen – echtes Holz und echtes Leder verströmen einen guten und gesunden Geruch, der sich leicht erkennen, aber nur schwer (und nie überzeugend) imitieren lässt.

 

Artikelbild: © Pavels Rumme – shutterstock.com

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