Die Mehrheit der Schweizer lehnt eine öffentliche Krankenkasse ab

12.07.2014 |  Von  |  Publi-Artikel
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Die Mehrheit der Schweizer lehnt eine öffentliche Krankenkasse ab
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Laut einem Bericht der Neuen Zürcher Zeitung vom 16.06.2014 lehnt der Bundesrat eine Einheitskrankenkasse, wie sie von der Volksinitiative „für eine öffentliche Krankenkasse“ gefordert wird, ab.

Sowohl die Gegenparteien und der Bundesrat als auch ein Grossteil der Bürger sind gegen diesen Entwurf. Der Bundesrat berät indessen weiter über die Inhalte eines Gegenvorschlags.

Bürger fühlen sich durch Privatversicherer besser betreut

SP, Grüne, Patientenorganisationen sowie Konsumenten hatten sich zusammengeschlossen, um eine Volksinitiative für eine Einheitskrankenkasse zu initiieren. Doch der Entwurf stösst bei den Kassen, in der Politik sowie in der Bevölkerung auf immer stärkere Gegenwehr. Eine Einheitskrankenkasse würde die aktuell 61 privaten Versicherer ersetzen, was einige erhebliche Nachteile mit sich bringen könnte:

– die Bürger könnten nicht mehr frei zwischen verschiedenen Versicherern wählen,

– es gäbe keinen gesunden Wettbewerb mehr,

– die Kasse hätte weniger Motivation, Innovationen durchzusetzen.

Ohne einen gesunden Wettbewerb, so fürchten Gegner der Einheitskasse, hätte die neue öffentliche Kasse schlichtweg keinen Beweggrund mehr, Kosten zu sparen und Innovationen anzustreben. Für die Konsumenten würden viele Vorteile, die aktuell durch die Vielfalt der Kassen gegeben sind, wegfallen.

Hilft die Einheitskrankenkasse, Kosten zu senken?

Befürworter der Volksinitiative argumentieren, dass durch die Einführung einer einzigen öffentlichen Krankenkasse Kosten, beispielsweise für Werbung, eingespart werden könnten. Tatsache ist jedoch, dass sich Kostenersparnisse lediglich durch Personalabbau umsetzen liessen, was jedoch kaum möglich ist, wenn die öffentliche Krankenkasse die Patienten genauso gut versorgen können soll wie das bisher der Fall ist. Dazu kommt, dass alleine die Umstellung mit immensen Kosten verbunden wäre und in der Übergangsphase keine reibungslose Patientenbetreuung gewährleistet werden könnte.

Gegenvorschlag des Bundesrates gescheitert

Ausgangspunkt für die Volksinitiative war die Tatsache, dass die jetzigen privaten Versicherer insbesondere Patienten bevorzugen, die jung und gesund sind. Der Gegenvorschlag des Bundesrates sah vor, dass teure Patienten eine Rückversicherung abschliessen sollten, was jedoch schon während der Phase der Ausarbeitung auf heftige Kritik stiess. So wurde der Gegenentwurf erst gar nicht eingereicht.

Verbesserungsbedarf ist sehr wohl gegeben

Um in Zukunft die Betreuung aller Patienten, unabhängig ihres Alters und Gesundheitszustandes, zu gewährleisten, ist laut Parlamentsbeschluss ein Risikoausgleich zwischen den Kassen zu entrichten. Ausserdem wird aktuell ein Beschluss vorbereitet, der eine strikte Trennung von Grund- und Zusatzversicherung vorsieht. Zudem soll die Aufsicht der Krankenkassen verstärkt werden. Auch die Krankenkassenprämien werden im folgenden Jahr wieder ansteigen. Die Forderung der Volksinitiative hat darauf keinen Einfluss. Die im September stattfindende Abstimmung ist nicht die Erste, die sich mit der Einheitskasse beschäftigt. Bereits 2007 formierte sich eine Initiative mit dem Ziel, einen Systemwechsel zu erreichen und einkommensabhängige Krankenkassen-Beiträge durchzusetzen.

 

Oberstes Bild: © Kzenon – Fotolia.com

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