Lob und Kritik eines Dampfreinigers

07.01.2015 |  Von  |  Allgemein
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Nach Meinung der Hersteller stellen Dampfreiniger eine echte Allzweckwaffe im Haushalt dar. Aufgrund der durchdachten Konzeption kann völlig auf chemische Putzmittel verzichtet werden. Zudem erzielen die Geräte eine tiefenhygienische Sauberkeit, die mit anderen Haushaltsapparaten bestenfalls ansatzweise erreicht wird. Bei allem Lob der Produzenten gehen ein paar Kritikpunkte am Reiniger allerdings oft völlig unter.

Es soll aber durchaus drauf verwiesen werden, dass Dampfreiniger beim Putzen eine echte Hilfe sind. Wenn sie ihre Stärken unter Beweis stellen, können sie alltägliche Arbeiten in Haus und Wohnung erleichtern und erzielen bessere Ergebnisse als ohne ihren Einsatz. Ob das die Anschaffung eines solchen Gerätes rechtfertigt, muss allerdings jeder für sich selbst entscheiden. Nachfolgend beleuchten wir Vorteile, Schwächen und Irrtümer etwas näher.

Wie funktionieren Dampfreiniger?




Die Wirksamkeit von Dampf als Reiniger ist auch ausserhalb des Haushalts schon lange bewiesen. Schon länger als sechs Jahrzehnte werden zum Beispiel ölverschmierte Motoren mittels eines Dampfstrahls gereinigt. Auch Textilien profitieren von der Dampfreinigung. Professionelle Dienstleister für die Erledigung von Reinigungsarbeiten etwa in Büroräumen oder auf Baustellen, arbeiten seit circa 15 Jahren mit verschiedenen Ausführungen solcher Apparate. Diese Geräte sind natürlich bloss durch ihre elementare Funktionsweise mit den Versionen für den Haushalt vergleichbar.

Welches Arbeitsergebnis ein Dampfreiniger bringt, hängt massgeblich von drei Werten ab. Die Temperatur des Dampfstrahls ist entscheidend, die Kondensation der Dampfpartikel spielt eine Rolle und die mechanische Wirkung des Dampfstosses ist der dritte Faktor, der eine wirkungsvolle Reinigung von einer minder erfolgreichen abgrenzt. Hochwertige Geräte richten den Dampfstrahl mit einer Geschwindigkeit von ungefähr 180 km/h auf die zu reinigende Fläche. Dadurch löst sich selbst der hartnäckigste Schmutz in Windeseile auf. Die Temperatur ist deshalb so wichtig, weil sie direkt mit dem Dampfdruck korreliert. Hierbei gilt die Regel: Je höher die Temperatur eingestellt wird, desto weniger mechanischer Druck muss generiert werden.

Der kondensierende Dampf gelangt somit direkt an den Schmutz und gelangt auch an schwer erreichbare Stellen, an die man mit einer klassischen Handbürste nicht herankommt. Da sich die Umwandlung zu Wasser innerhalb kürzester Zeit vollzieht, wird der Schmutz gleichzeitig gelockert, abgetragen und sofort weggespült. Die Reinigung erfolgt sehr intensiv, vollständig ohne Chemie oder andere Mittel, sondern einzig und allein über die mechanische und physikalische Wirkung des Dampfes. Damit die Prozedur aber tatsächlich optimal funktioniert, sollten einige grundlegende Ratschläge beachtet werden.

Der richtige Einsatz des Dampfreinigers




Das Gerät sollte immer in Verbindung mit einem frischen Mikrofasertuch genutzt werden. Nach jeweils drei Putzgängen ist dieses auszutauschen, damit die feine Struktur des Gewebes die Staubpartikel weiterhin rückstandslos aufnehmen kann. Vergisst man den Wechsel, löst der Dampfreiniger zwar den Schmutz, er verbleibt aber auf der zu reinigenden Oberfläche, da das passende Tuch ihn nicht wegnimmt. Die Tücher werden direkt über den Reiniger gespannt. Leider eignen sie sich nicht immer, beispielsweise hinterlassen sie gerade auf sehr glatten Flächen mitunter unschöne Schlieren.

Ein Dampfreiniger sollte immer in Kombination mit einem frischen Mikrofasertuch genutzt werden. (Bild: Pshenina_m / Shutterstock.com)

Ein Dampfreiniger sollte immer in Kombination mit einem frischen Mikrofasertuch genutzt werden. (Bild: Pshenina_m / Shutterstock.com)





In den Bedienungsanleitungen der meisten Geräte wird angemerkt, dass der Wassertank eines Dampfreinigers jeweils nur zu rund drei Vierteln gefüllt werden darf. Der Grund: in ihm muss sich ebenfalls Dampf bilden können. Ist er randvoll gefüllt, kann das nicht geschehen, weshalb der Apparat dann eher zu einem portablen Duschkopf mutieren würde. Auf vielen verklebten Oberflächen wie PVC sollte ein Dampfreiniger gar nicht angewendet werden. Infolge der erheblichen Feuchtigkeit zusammen mit den hohen Temperaturen könnte sich der Klebstoff lösen und damit den Boden oder das andere Material kaputt machen.

Gehen Sie nicht jedem Herstellerversprechen auf den Leim




Wie oben angedeutet, sind Dampfreiniger keine Allzweckwaffen. Einige Produzenten werben häufig damit, dass Geräte ihrer Herstellung auch hervorragend zur Milbenbekämpfung geeignet wären. Unabhängige Tests ergaben jedoch, dass das allenfalls in der Theorie zutreffen könnte. Zwar verfügen Dampfreiniger über das Potenzial, Milben abzutöten, das funktioniert praktisch gesehen aber so umständlich und ist mit vielen Nachteilen behaftet, dass es letztlich keinen Sinn ergibt, das Gerät dafür einzusetzen. Um die Milben wirklich mit dem Dampfreiniger ausschalten zu können, müsste dieser für eine längere Zeit punktgenau auf jede einzelne Stelle aufgesetzt werden. Die Folge wäre, dass nach der Behandlung die Matratze so nass wäre, als hätte man sie soeben aus dem Wasser gezogen.

Allgemein betrachtet eignen sich Dampfreiniger nicht für Polstermöbel und Matratzen, da die Feuchtigkeit tief ins Gewebe eindringt, nachdem der Putzgang längst abgeschlossen ist. Zwar trocknet es später, jedoch dauert es lange und das Material kann bleibende Schäden davontragen.




Dasjenige Herstellerversprechen, in dem die Wahrheit liegt, ist definitiv der Verzicht auf die Chemie. Viele chemische Reinigungsmittel erübrigen sich, wenn ein Dampfreiniger im Haushalt existiert, weil – egal wie gründlich geputzt wird – sonst immer chemische Rückstände bleiben. Das ist besonders in Haushalten mit kleinen Kindern von unschätzbarem Vorteil.

 

Oberstes Bild: © Serdiukov – Shutterstock.com

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