Schweizer Krankenkasse Visana mit deutlicher Gewinnsteigerung

07.04.2015 |  Von  |  Publi-Artikel
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Schweizer Krankenkasse Visana mit deutlicher Gewinnsteigerung
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Im Krankenversicherungssystem der Schweiz konnte Visana über die letzten Jahre vor allem durch seine Tochtergesellschaften Vivacare und Sana 24 auf sich aufmerksam machen.

Mit einer Billigprämien-Strategie gestartet, hatte das Unternehmen schnell viele neue Versicherte in der Schweiz gewinnen können, die im abgelaufenen Jahr aufgrund eines Prämienanstiegs dem Unternehmen genauso schnell den Rücken kehrten.

Dies spiegelt sich allerdings nicht in den Geschäftszahlen von Visana wider, wie die aktuelle Veröffentlichung seitens der Krankenkasse zeigt. Im vergangenen Jahr konnte der renommierte Krankenversicherer einen Zuwachs an Mitgliedern im einstelligen Prozentbereich verzeichnen, auch wenn die Prämien der Muttergesellschaft kaum dem Billigsektor zuzuordnen sind.

Sechs Prozent mehr Kunden gegenüber dem Vorjahr

Bei Vorstellung der Geschäftszahlen für das abgelaufene Jahr 2014 machte der Visana-Konzernchef deutlich, dass ein Abgang vieler Mitglieder von der günstigen Tochtergesellschaft nach einer Prämienerhöhung nicht gänzlich unerwartet kam. Bereits der Zulauf vor einigen Jahren hatte gezeigt, dass die meisten Versicherten alleine aufgrund der reduzierten Prämien zu Mitgliedern von Sana 24 oder Vivacare wurden. Durch die notwendig gewordene Anhebung der Versicherungsprämien war es deshalb absehbar, viele dieser wechselwilligen und rein kostenorientierten Mitglieder wieder zu verlieren. Für ein wirtschaftliches Arbeiten in einer Zeit, in der viele Gesundheitsleistungen schlichtweg teurer würden, war die Anhebung dennoch ein unvermeidbarer Schritt.

Umso positiver wurde die Entwicklung des Mutterkonzerns hervorgehoben, der zum Stichtag 1. Januar sechs Prozent mehr Mitglieder als vor einem Jahr verzeichnen konnte. Diesen gegenüber steht ein Mitgliederverlust von jeweils ca. einem Viertel der beiden Billigkassen. Nicht nur den Zulauf durch neue Versicherte hob die Krankenkasse dabei hervor, auch die niedrige Kündigungsrate im Vergleich zu anderen grossen Kassen der Schweiz habe im Jahr 2014 zum Wachstumskurs beigetragen. Werden sämtliche Zu- und Abgänge des gesamten Visana-Konzerns zusammengefasst, kam es zu einem Verlust der Grundversicherten von etwas mehr als drei Prozent, knapp 575’000 Schweizerinnen und Schweizer besitzen aktuell ihre Grundversicherung beim Unternehmen.

Erheblicher Zugewinn im Bereich der Zusatzversicherungen

Während das Geschäft im Grundversicherungsbereich vergleichsweise dürftig ausfiel, konnte Visana äusserst positive Zahlen im Segment der Zusatzversicherung vermelden. Mit einem Anstieg von mehr als neun Prozent kann das Unternehmen nun auf knapp 225.000 bestehende Verträge zur zusätzlichen Absicherung verschiedener Gesundheitsrisiken verweisen. Für Absicherungen wie den Unfallschutz, die bei schweizerischen Beschäftigten über den Arbeitgeber initiiert werden, gab es ebenfalls einen Anstieg von ca. vier Prozent mit nun mehr als 380.000 bestehenden Verträgen. Und diese positiven Entwicklungen setzen sich auch in den Gewinnen des Krankenversicherers fort.

Zwar hat der Mitgliederschwund seitens Vivacare und Sana24 die Geschäftsbücher von Visana erkennbar belastet und den Gewinn im alltäglichen Geschäft auf 32 Millionen Franken sinken lassen. Durch erhebliche Gewinne in den Finanzeinlagen des Unternehmens kam es im Endergebnis dennoch zu einem stattlichen Gewinn der gesamten Unternehmensgruppe von 150 Millionen Franken. Die positiven Zahlen spiegeln sich auch in den Bezügen von Konzernchef Urs Roth und den Vorstandsmitgliedern wider, die im einstelligen bzw. niedrigen zweistelligen Bereich anstiegen. In dieser positiven Gesamtbilanz sind die Entwicklungen rund um die Billigkassen somit einfacher zu verschmerzen, die sich im harten Konkurrenzkampf sämtlicher Krankenkassen in den nächsten Jahren noch fortsetzen dürften.

Eigene Grundversicherung mit ihren Kosten genau überprüfen

Der Erfolg von Visana als traditionelle Krankenkasse wurde unter anderem mit dem klassischen Filialsystem begründet. Gerade ältere Kunden in ländlichen Regionen vertrauten weiterhin gerne auf einen direkten Ansprechpartner vor Ort, ohne hierbei vorrangig auf die anfallenden Kosten für die Grundversicherung zu blicken. Dies führte teilweise zur erstaunlichen Entwicklung, dass die Visana das gleiche Leistungsspektrum wie seine Tochtergesellschaften anbot, letztere jedoch einen geringeren monatlichen Beitrag einforderten. Für Mitglieder der Visana als Hauptversicherer kann es sich deshalb lohnen, über einen Wechsel zu einer der Tochtergesellschaften nachzudenken. Ohne die Visana-Gruppe als vertrauten Krankenversicherer zu verlassen, liessen sich hierdurch die fortlaufenden Versicherungsprämien absenken.

 

Oberstes Bild: © Gina Sanders – fotolia.com

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