So stehen Herr und Frau Schweizer zu Komplementär- und Alternativmedizin

Basel (ots) –

Was bewegt Menschen dazu, komplementär- und alternativmedizinische Behandlungen in Betracht zu ziehen? Welche Art von Beschwerden sind die häufigsten Beweggründe? Was trägt zur Wahl der Behandlungsmethode bei? Wie sucht man entsprechende Therapeutinnen und Therapeuten? Und wie zufrieden ist man mit den Ergebnissen? – Das wollte das ErfahrungsMedizinische Register EMR aus erster Hand erfahren. Und liess die bisher grösste Schweizer Bevölkerungsumfrage dieser Art durchführen.

Das ErfahrungsMedizinische Register EMR prüft seit der Gründung 1999 die Qualifikation von Therapeutinnen und Therapeuten der Komplementär- und Alternativmedizin (KAM) – auch Erfahrungsmedizin genannt – und zeichnet sie mit dem EMR-Qualitätslabel aus. Dieses stellt für fast alle Versicherer die Grundvoraussetzung dar, um KAM-Behandlungen über die privaten Zusatzversicherungen zu vergüten. Damit leistet das EMR auch einen wichtigen Beitrag zum Patientenschutz und bietet Sicherheit und Orientierung in diesem Bereich des Gesundheitswesens.

Das EMR wurde so zum Brückenbauer zwischen Versicherern und KAM – und je länger je mehr auch zwischen KAM, Schulmedizin und Gesellschaft. Dieser Umstand veranlasste es dazu, vergangenes Jahr eine bevölkerungsrepräsentative Erhebung zu Verbreitung, Nutzung und Behandlungserfolg der KAM in der Schweizin Auftrag zu geben, wie sie in der Grössenordnung noch nicht durchgeführt worden war.

Ergebnisse zeigen rege Nutzung von KAM-Behandlungsmethoden

Laut Studie haben beinah zwei Drittel der Bevölkerung schon einmal Methoden der KAM genutzt. Und bei 47%* der Befragten liegt das nicht mehr als drei Jahre zurück. Ein Röstigraben liegt nicht vor: Der Anteil aktuell Nutzender ist in der französischsprachigen Schweiz nur geringfügig grösser als in der Deutschschweiz. Frauen nutzen KAM etwas häufiger (51%) als Männer (41%). Der Anteil aktuell Nutzender ist bei unter 55-Jährigen höher als bei älteren Personen, bei den 36- bis 45-Jährigen am höchsten (55%) und bei Rentnerinnen und Rentner nicht signifikant tiefer als im Jahrzehnt vor der Pensionierung (37%).

Beinah 9 von 10 Befragten erachten Einsatz der KAM als sinnvoll

Eine zentrale Erkenntnis vorweg: Der Gang zu Therapeutinnen und Therapeuten der KAM ist nicht ein Weg am Arzt vorbei. 88% der Befragten sind der Ansicht, KAM könne als Ergänzung (63%) und, nur sofen angebracht und vernünftig, als Alternative zur Schulmedizin (25%) sinnvoll eingesetzt werden. Lediglich 4% sehen keine sinnvollen Einsatzmöglichkeiten (und 8% wissen es nicht). 58% der Befragten haben eine Zusatzversicherung, die auch Kosten für KAM-Behandlungsmethoden rückvergütet.

Wahl der Behandlungsmethode und Behandlungsfachkraft

Die Wahl der Methode ist für die Schweizer Bevölkerung eindeutig Vertrauenssache: In jedem dritten Fall (36%) trifft man sie auf Empfehlung aus dem persönlichen Umfeld, ähnlich oft auf ärztliche Empfehlung oder anderer Gesundheits-Fachpersonen (29%) und in ebenso vielen Fällen (32%) aufgrund der Erfahrungen aus früheren Behandlungen (mehrere Nennungen möglich).

Für entsprechende Behandlungen werden mehrheitlich (63%) Therapeutinnen und Therapeuten aufgesucht. Etwa jede fünfte Behandlung (21%) erfolgt bei Ärztinnen und Ärzten, die auch KAM-Methoden anbieten. In 17% der Fälle haben die Befragten Medikamente ohne Verordnung eingenommen oder sich selbst behandelt – aber auch diese „Selbstbehandler“ lassen sich mehrheitlich von Gesundheits-Fachpersonal (Apotheke/Drogerie, Arzt/Ärztin, Therapeut/Therapeutin) beraten. Bei knapp der Hälfte aller KAM-Behandlungen (48%) liessen sich die Befragten noch ergänzend behandeln: in 39% der Fälle schulmedizinisch, in nur 9% durch eine weitere KAM-Methode.

KAM-Behandlungen werden mehrheitlich als wirksam empfunden

Die Mehrheit der genutzten Behandlungen (84%) wurde von den Befragten als sehr erfolgreich bis genügend wirksam empfunden. Lediglich 3% stuften sie als gänzlich erfolglos ein. Fast 90% der Befragten würden bei gleicher Beschwerde die gleiche Methode sehr wahrscheinlich oder ganz sicher nochmals anwenden.

Eine grosse Mehrheit sieht eine KAM-Behandlung nicht als einmalige therapeutische Methode, sondern will sie als gesundheitsfördernde Massnahme weiter anwenden: regelmässig bei 34% der Behandlungsmethoden und sporadisch bei 48%. Nur eine kleine Minderheit von 2% verzichtete auf eine Weiterbehandlung, weil sie eine Methode als ungeeignet empfand.

Bei 87% der Behandlungen nannten die Befragten zudem weitere positive Wirkungen wie etwa allgemein verbesserter Gesundheitszustand oder verändertes Alltagsverhalten – indem sie beispielsweise vermehrt auf Ausgleich und Entspannung achteten, bewusster mit sich selbst und ihrer Gesundheit umgingen, sich mehr bewegten, besser mit ihren Beschwerden umzugehen lernten oder sich gesünder ernährten.

Insgeamt 91 Beschwerden wurden genannt, die mit KAM behandelt wurden: am häufigsten Nacken- oder Rückenschmerzen, allgemeine Muskelschmerzen oder -krämpfe und Gelenkschmerzen. Ähnlich vielfältig verhält es sich, mit 74 verschiedenen Nennungen, auch bei den Methoden.

Fazit: Bedeutende Ergebnisse für viele – auch für Medienschaffende

Von diesen Umfrageergebnissen können Menschen, die eine KAM-Behandlung in Betracht ziehen, profitieren, aber auch Versicherer, entsprechende Berufsverbände, Bildungsanbieter sowie Therapeutinnen und Therapeuten. Und auch Medienschaffende, wenn man bedenkt, dass bei jeder fünften Behandlung (20%) die Patientinnen und Patienten aufgrund von insbesondere im Internet gefundenen Medienberichten oder Inseraten auf eine KAM-Methode stiessen.

Es würde uns natürlich sehr freuen, wenn Sie Ihre Leserinnen und Leser über die Ergebnisse aus dem KAM-Barometer informieren.

Freundliche Grüsse

Françoise Lebet, Leiterin EMR

* Bei den nachfolgend wiedergegebenen Prozentwerten ist zu beachten, dass sie nur eine Schätzung des „wahren Werts“ in der Bevölkerung darstellen und dieser um einige Prozentpunkte um den Schätzwert streuen kann.

> Medienmitteilung als PDF

Bericht und Grafiken zum Herunterladen

Den Bericht zum KAM-Barometer und die anschaulichen Grafiken dazu können Sie im Mediendossier auf der EMR-Website herunterladen.

> EMR-Mediendossier zum KAM-Barometer

Erhebungsbeauftragte, Befragungsdesign und Methode

Die Umfrage führte das auf dem Gebiet spezialisierte Institut Polyquest AG mit methodischer Unterstützung der Büro Vatter AG durch. Die in der vorliegenden Medienmitteilung wiedergegegeben Zusammenfassungen von Ergebnissen und Erkenntnissen wurden weitgehend im Wortlaut übernommen. Quelle: Christian Bolliger, Markus Simon (2021). KAM-Barometer-Studie zu den Erfahrungen der Schweizer Bevölkerung mit der Komplementär- und Alternativmedizin. Initiiert und herausgegeben vom ErfahrungsMedizinischen Register EMR. Basel

Die Ergebnisse der Meinungsumfrage 2021 basieren auf einer repräsentativen Befragung von 6375 Privatpersonen im Alter ab 16 Jahren aus der gesamten Schweiz. Die Interviews wurden im Zeitraum Juni/Juli 2021 durchgeführt. Details und technische Eckwerte dieser bevölkerungsrepräsentativen Online-Panelerhebung sind im Studienbericht dokumentiert (im EMR-Mediendossier).

Firmenporträts

ErfahrungsMedizinisches Register EMR

Das ErfahrungsMedizinische Register (EMR) ist ein Geschäftsbereich der Eskamed AG, einem privaten Unternehmen mit Sitz in Basel.

Seit 1999 prüft das EMR die Qualifikation von Therapeutinnen und Therapeuten der Komplementär- und Alternativmedizin (auch: Erfahrungsmedizin) und zeichnet sie mit dem EMR-Qualitätslabel aus. Fast alle Krankenversicherer nutzen das EMR-Qualitätslabel, um zu entscheiden, welche erfahrungsmedizinischen Leistungen sie im Rahmen von privaten Zusatzversicherungen vergüten.

Das EMR ist, aufgrund der rund 24″000 Therapeutinnen und Therapeuten mit EMR-Qualitätslabel, der führende Schweizer Zertifizierer im Bereich der Erfahrungsmedizin. Die Standards, die es bei der Vergabe des Labels anwendet, entstehen in Zusammenarbeit mit Berufsverbänden, Bildungsanbietern, Organisationen der Arbeitswelt, Versicherern sowie Behörden und werden ständig weiterentwickelt.

Das EMR-Qualitätslabel steht allen Therapeutinnen und Therapeuten offen, sofern sie die Anforderungen dafür erfüllen. Zertifizieren lassen können sie sich für eine/n oder mehrere von rund 180 Methoden und Berufsabschlüssen. Damit bildet das EMR den gesamten Markt der Erfahrungsmedizin ab.

Wer eine geeignete Behandlung und qualifizierte Fachperson sucht, findet sie mit Sicherheit in der Therapeutensuche auf der EMR-Website – unter den 24″000 EMR-zertifzierten Therapeutinnen und Therapeuten:

> www.emr.ch

Das EMR in Zahlen

  • aktuell 67 Mitarbeitende
  • rund 24″000 registrierte Therapeutinnen und Therapeuten
  • rund 180 Methoden und staatlich anerkannte Berufsabschlüsse, für die sich Therapeutinnen und Therapeuten zertifizieren lassen können

POLYQUEST AG – Marktforschungsinstitut, Bern

Die Firma POLYQUEST AG wurde 1991 von Roman Scherer, lic.phil.nat., und Markus Simon, Dr.phil.nat., als Institut für Marketing- und Sozialforschung in Bern gegründet:

„Unser Ziel ist es, unseren Kunden genau diejenigen Informationen zu beschaffen, die sie für ihre Entscheidungen benötigen. Betreuung aus einer Hand ist dabei unser Credo. Professionelles Projektdesign, ausgereifte Methoden und eine moderne Infrastruktur sind deshalb ebenso selbstverständlich wie das termingetreue Projektmanagement und einfach lesbare, aussagekräftige Ergebnisberichte. Als Full-Service-Institut bieten wir die ganze Methodenpalette der Marktforschung: Quantitative Marktforschung per Telefon (CATI, eigenes Telefonlabor), Online-Befragungen (CAWI, Computer assisted Web-Interviews inkl. Online-Panelumfragen), Paper-Pencil-Umfragen, Face-to-Face-Interviews usw.“

www.polyquest.ch und www.testingday.ch

Büro Vatter, Politikforschung & -beratung

Das Büro Vatter, Politikforschung & -beratung ist ein unabhängiges Team von Politikwissenschaftlerinnen und Politikwissenschaftlern. Es bietet zuhanden von öffentlichen Behörden, Verbänden und anderen Organisationen sozialwissenschaftliche Dienstleistungen im Bereich Public Policy an. Sein Angebot umfasst Informations- und Datenerhebungen, Analyse, Evaluation, konzeptionelle und methodische Unterstützung und Beratung. Die Themenschwerpunkte des Büro Vatter sind die Gesundheits- und Sozialpolitik, die Migrations- und Integrationspolitik sowie institutionelle Fragen, insbesondere zum Gesetzgebungsprozess und zur Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen.

Das Büro wurde 1994 von Adrian Vatter als Einzelfirma gegründet und ist seit 2008 eine Aktiengesellschaft. Es hat seinen Standort in Bern und damit im Zentrum des nationalen Politik- und Verwaltungsgeschehens.

Pressekontakt:

Roger Delle
Kommunikation EMR
medien@emr.ch
061 226 94 40

Maurizio Schianchi
Kommunikation EMR
medien@emr.ch
061 226 94 40

Original-Content von: EMR RME (ErfahrungsMedizinisches Register, Registre de Médecine Empirique, Registro di Medicina Empirica übermittelt durch news aktuell

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