Das kleine 1×1 des Laminatkaufs

13.07.2014 |  Von  |  Büro, Entrée, Esszimmer, Wohnzimmer
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Lange Zeit galt Laminat als eine preiswerte Alternative für Menschen, die sich kein Parkett als Bodenbelag leisten konnten oder wollten. Diesen Ruf der zweitbesten Option hat es zu Unrecht noch nicht ganz abgelegt – denn inzwischen tun sich in Sachen Optik und Qualität neue Welten auf.

Laminat gibt es nicht nur als Holzimitat sowie im Fliesen- und Steindekor, sondern auch in allen Breiten, für Nasszonen, mit Oberflächen in 3D-Effekt oder mit ausgefallenen Dekomustern wie etwa bedrucktem Teekisten-Design. Für Allergiker kann Laminat ebenfalls eine heilsame Alternative zu Holzböden oder Teppich darstellen, da die versiegelte Oberfläche allergieauslösenden Mikroorganismen keinen Nahrungs- und Vermehrungsboden bietet.



Unabhängig vom Design, das Ihren persönlichen Vorlieben entsprechen sollte, gibt es bei jedem Laminatkauf einiges zu bedenken. In unserem Ratgeber finden Sie viele Tipps und Ideen, worauf Sie beim Laminatkauf achten sollten.

Was gewährleistet Nachhaltigkeit?

Legen Sie Wert darauf, dass Ihr zukünftiges Laminat umweltfreundlich hergestellt wurde. Gute Produkte bestehen zu etwa 90 % aus Holz, das immer ein von einer unabhängigen Stelle vergebenes Zertifikat aufweisen sollte. Umweltbewusste Hersteller verwenden ausserdem viel Restholz und weisen dies auch aus. Besonders wichtig, gerade für Allergiker, Baby- und Kinderzimmer sowie in Wohnungen älterer Menschen: Das Laminat muss nachgewiesen emissionsarm und ohne die Verwendung von Pestiziden und Schwermetallen hergestellt sein. Übrigens: Mit Laminat im exotischen Look sind Sie in jedem Falls umweltbewusster als mit einem Parkett aus tatsächlichem Holz aus den Tropen.

Wie gross ist Ihr Raum?



Je grösser, desto mehr macht sich die Wahl von Laminat als Bodenbelag auch finanziell bermerkbar. Innenarchitektonisch lassen grosse Räume auch grosse Dekors, breite Bodenbretter und eher dunkle Holzoberflächenimitate zu. Kleine Muster sollten kleineren Räumen vorbehalten sein; auf grossen Flächen können sie schnell unruhig wirken. Dafür sollten kleine und schmale Räume eher hell ausgelegt sein.

Dem Schallschutz kommt in weiten Räumen besondere Bedeutung zu. Je grösser, desto eher sollten Sie über eine zusätzliche oder integrierte akustische Dämmung nachdenken – vor allem, wenn Sie in der Wohnung die Schuhe anbehalten und unter Ihnen Nachbarn wohnen.

Welches Laminat für welche Beanspruchung?



Laminat ist in Nutzungsklassen eingeteilt, nach denen die Schnelligkeit des Abriebs durch Nutzung gemessen wird. Die Nutzungsklassen 21 bis 23 sind für den privaten Wohnbereich gedacht, die Klassen 31 bis 33 für den Gewerbebereich. Dabei sollte selbst die niedrigste Nutzungsklasse bei einem hochwertigen Laminat für jeden Wohnbereich, auch das Wohnzimmer, einsetzbar sein.

Unabhängig von der Nutzung sollte das Laminat ohne die integrierte Trittschalldämmung eine Mindeststärke von 7 Millimetern aufweisen. (Bild: Shawn Hempel / Shutterstock.com)

Unabhängig von der Nutzung sollte das Laminat ohne die integrierte Trittschalldämmung eine Mindeststärke von 7 Millimetern aufweisen. (Bild: Shawn Hempel / Shutterstock.com)

Unabhängig von der Nutzung sollte das Laminat ohne die integrierte Trittschalldämmung eine Mindeststärke von 7 Millimetern aufweisen. Darunter wird der Boden deutlich anfälliger für Feuchtigkeitsaufquellungen und Kratzer. Auch die Clicksysteme sehr dünner Laminatböden sind meist minderwertiger.

Wie jedes Material in Räumen ist auch Laminat der Sonneneinstrahlung durch Fenster ausgesetzt. Gerade dunkles Laminat kann in Zimmern mit sehr hohem Lichteinfall schnell verblassen, wenn es keine Lichtstabilität mitbringt. Sie sollten beim Kauf nachfragen, welche Angaben der Hersteller hierzu macht.

Wie muss der Untergrund beschaffen sein?

Vom vorhandenen Boden hängt ab, ob Sie neben dem Laminat noch weiteres Dämm- oder Ausgleichsmaterial benötigen. Oft wird Laminat einfach auf den vorhandenen Teppichboden verlegt, in der zusätzlichen Hoffnung, damit eine extra Dämmleistung zu erzielen und Material zu sparen. Tatsache ist aber: Teppich ist als Untergrund ungeeignet, es sei denn, es handelt sich bereits um sehr dünnen und abgelaufenen Stoff. Dann aber ist eine weitere Nutzung aufgrund des Alters, Abnutzungsgrades und eventuell genutzter Teppichklebemittel nicht zu empfehlen.

Neuerer Teppich wiederum ist zu nachgiebig. Die Click-Verbindungen zwischen den Bohlen oder Fliesen sind bei einem flexiblen Untergrund hohen Belastungen ausgesetzt; das minimiert die Lebenserwartung des gesamten Bodens. So aufwendig es sein mag: Wenn Sie lange Freude am Laminatboden haben möchten, muss der Teppich raus.

Darunter kommt meist entweder Estrich oder Holzboden zum Vorschein. Auf den Estrich gehört eine Dampfbremse als Feuchtigkeitsschutz, vor allem bei häufiger Reinigung, sowie eine Trittschalldämmung. Manche Dämmunterlagen bieten auch bereits integrierte Dampfbremsen an. Auch auf Fussbodenheizungen lässt sich natürlich Laminat verlegen. Hierbei müssen Sie nur besonders sorgfältig darauf achten, dass das Unterlegematerial über garantiert gute Wärmedurchlass-Eigenschaften verfügt.



Auf den meisten Holzböden müssen naturbedingte Unebenheiten ausgeglichen werden. Achten Sie auf Dämmmaterial, das bis zu einige Zentimeter Höhenunterschied ausgleichen kann. Soll die Dämmleistung zusätzlich besonders hoch sein, gibt es hierfür extra Produkte aus Naturfaser. Knarrende, sich stark bewegende Dielen, Bohlen oder Sperrholzplatten müssen vor der Verlegung gut befestigt werden.

Auf Fliesen und Steinböden wird ebenfalls eine Dampfbremse benötigt. Am idealsten ist eine Dämmung, in die der Feuchtigkeitsschutz bereits integriert ist und welche die Bodenunebenheiten ausgleichen kann. Hier bedarf es ausserdem einer ausgezeichneten Trittschalldämmung. Vorhandener PVC-Belag hingegen macht Ihnen das Leben einfacher. Achten Sie auf eine intakte, vollflächige Verklebung. Der PV- Belag ersetzt die Dampfbremse; eine Ausgleichsdämmung ist oft überflüssig.

Was ist bei der Laminatverlegung zu beachten?

Berücksichtigen Sie bei der Berechnung der benötigten Laminatmenge und der entsprechenden Raumvermessung in jedem Fall den Verschnitt. Addieren Sie zu der von Ihnen berechneten Menge immer sieben % hinzu, ab fünf Räumen oder 100 Quadratmetern besser noch zehn %.

Lassen Sie sich auch im Bauhaus hinsichtlich des nötigen Zubehörs beraten. Schnell sind essenzielle Helfer wie etwa Knieschoner und Verlegeunterlagen vergessen. Beschreiben Sie dem Berater Ihre Ausgangssituation und Bodenbeschaffenheit. Transportieren Sie das Laminat nur in der Originalverpackung nach Hause. Sollte es geliefert werden, dann kontrollieren Sie es sofort nach Ankunft und im Beisein des Transporteurs auf Schäden und Vollständigkeit. Übrigens: Im Internet finden sich viele hilfreiche DIY-Videos zur optimalen Verlegetechnik, falls Sie selbst Hand anlegen wollen.



 

Oberstes Bild: © Oleksiy Mark – Shutterstock.com


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