Lebhafte Debatte um eine mögliche einheitliche Krankenkasse

12.08.2014 |  Von  |  Publi-Artikel
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Lebhafte Debatte um eine mögliche einheitliche Krankenkasse
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Am 28. September sollen die Schweizer Stimmbürger über die Einführung einer öffentlichen – die sogenannte Einheitskasse – abstimmen.

Die mögliche Einführung wird seit längerem äusserst kontrovers diskutiert.

Initiatoren der Volksinitiative glauben an Vorteile einer Einheitskasse

Die zur Abstimmung stehende einheitliche Krankenkasse geht auf eine Volksinitiative zurück, zu deren Initiatoren mehrere Verbraucherorganisationen, Patientenverbände, Vereine, die Grünen sowie die Sozialdemokratische Partei gehören. Nachdem insgesamt 116.000 gültige Unterschriften im Bundesgebiet gesammelt werden konnten, wurde die „Volksinitiative für eine Einheitskrankenkasse“ im Juni 2012 ins Leben gerufen. Die Schweizer Initiative strebt eine garantierte Grundsicherung für alle Schweizer Bürger an. Als Anlass für ihre Entstehung nennen die Initiatoren mehrere Gründe. Neben einer Unzufriedenheit mit dem bestehenden Gesundheitssystem und einer hohe Prämienlast wird auch das angeblich willkürliche Vorgehen einzelner Krankenkassen genannt.

Gegner der Einheitskasse machen mobil

Bereits Ende 2013 begannen die eidgenössischen Krankenkassen und das Bündnis Alliance Santé mit ihrer Kampagne gegen die Einführung einer einheitlichen Krankenkasse. Dem Bündnis haben sich ebenfalls verschiedene Kassenverbände, bürgerliche Politiker, der Versicherungsverband sowie die privaten Spitäler angeschlossen. Um eventuellen Vorwürfen hinsichtlich gewisser Eigeninteressen zu entgehen, soll die Kampagne von möglichst vielen Gremien mitgetragen werden. Auch die Finanzierung soll kein Stein des Anstosses sein: So stammen die Gelder für die Kampagne, die unter Führung der FDP steht, aus den Gewinnen der Zusatzversicherung und aus Vermittlungsprovisionen.

Einführungsgegner sorgen sich um Wahlfreiheit

Die Kampagne wird in den nächsten Tagen starten. Mithilfe von Plakatwerbung und Inseraten will das Bündnis darauf aufmerksam machen, welche Problematiken eine Einheitskasse verursacht und möchte die Bundesbürger dafür sensibilisieren. Ein Argument der Gegner ist, dass mit der Einführung einer Einheitskasse die Wahlfreiheit unweigerlich verloren ginge. Auch Ärzte sollen das Problematische einer Einheitskasse vermitteln, da sie über eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung verfügen. Laut Karin Keller-Sutter, FDP-Ständerätin in St. Gallen, würde bereits die Umstellung vom heutigen System der frei wählbaren Krankenkasse zum monopolistischen Einheitssystem Kosten in Milliardenhöhe verursachen. Der Versicherungsverband befürchtet weiterhin, dass nach möglicher Einführung der Einheitskasse dann auch die Pensionskassen bald zur Diskussion stehen könnten.

Kritiker hoffen auf ein klares Signal der Schweizer

Am 28. September wird es sich zeigen, wie die Mehrheit der Schweizer zur Einheitskasse steht. Ihre Gegner erhoffen sich ein deutliches Nein. Sollten ungefähr 60 % der Bürger, also deutlich mehr als die Hälfte, gegen eine einheitliche Krankenkasse stimmen, wäre das strittige Thema erst einmal vom Tisch. Anders bei einem ungefähr hälftigen Ergebnis – in diesem Fall wird wohl mit einer Neuauflage der Diskussion um die Einheitskasse zu rechnen sein.

 

Oberstes Bild: © WavebreakMediaMicro – Fotolia.com

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