Wohin mit dem Fernseher?

23.03.2015 |  Von  |  Wohnzimmer
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Wohin mit dem Fernseher?
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Da steht im Titel eine Frage, die sich in Zeiten moderner Flachbildschirmgeräte eigentlich erübrigt haben sollte. Ganz abwegig ist die Thematik dennoch nicht. 

Zum einen steht auch heute noch in so mancher Wohnung mindestens einer der klassischen Röhren-Fernseher mit einem beträchtlichen Platzbedarf, zum anderen sind auch die Möbel mit den tiefen Fernsehfächern längst noch nicht ausgerottet.

Darüber hinaus stellt sich immer auch die Frage, ob es für den modernen Flachbildfernseher überhaupt spezieller Möbel bedarf.

Fernsehschrank – eine Philosophie

Für nicht wenige Zeitgenossen ist das Fernsehfach bis heute ein Muss bei jeder Einrichtung. Dabei spielt es zunächst keine Rolle, ob der Fernseher ein Flachbild-TV oder ein klassisches Fernsehmöbel à la Röhrenfernseher ist. Der Fernsehschrank gehört zweifellos zu einer kompletten Wohnzimmereinrichtung und ist in diese Gruppe durch nichts zu ersetzen.

Andere sind froh, den alten Röhrenfernseher endlich aus dem Wohnzimmer verbannen zu dürfen und betrachten die modernen ultraflachen Fernsehgeräte mehr als ein Bild, das man an die Wand hängen und einfach geniessen sollte. Auch dafür gibt es je nach Betrachtungsweise Fürsprecher und Gegensprecher. Ein Fernsehfach in der Schrankwand oder etwa ein spezieller Fernsehschrank sind hier in jedem Fall überflüssig.

Zur dritten Gruppe der Fernsehgeniesser gehören die, die da meinen, auch ein Flachbild-Fernseher braucht seinen „artgerechten“ Rahmen. Dafür werden oftmals in echter Heimwerkerarbeit spezielle Grundgestelle mit attraktiven Verblendungen und Hintergrundbeleuchtungen geschaffen, die nicht nur den Fernseher aufnehmen, sondern oftmals auch anderen Geräten und Lautsprecherboxen eine Heimat geben. Für die Mitglieder dieser Gruppe steht fest: Ein Flachbildfernseher gehört weder in ein Fernsehfach, noch einfach so an die Wand gehängt.

Was nun richtig ist, lässt sich nicht festlegen. Jeder hat seine Vorlieben und Gründe für sein Verhalten und keiner aus den drei unterschiedlichen Gruppen hat Unrecht. Betrachten wir die unterschiedlichen Möglichkeiten noch einmal genauer.

Darf der Flachbildschirm ins Fernsehfach?

Klar darf er. Wenn ein solches in der Einrichtung einmal vorhanden ist, muss man wegen der Anschaffung eines neuen Fernsehers nicht gleich den guten Wohnzimmerschrank mit Fernsehfach ausrotten. Wichtig ist nur, dass der Flachbild-Fernseher nicht zu tief in das vorhandene Fach eingeschoben wird, da er sonst eher verloren wirkt. Bei älteren Schränken, die bei der Einrichtung eines Fernsehfaches noch an den alten Bildformaten „geklebt“ haben, ist nach oben meist jede Menge Platz. Diesen kann man optisch minimieren, in dem des neue flache TV-Gerät auf einen passenden Sockel gestellt wird.

Absolutes No Go ist es, den Flachbildfernseher an der Rückwand des Fernsehfaches praktisch wandhängend anzubringen.


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Für nicht wenige Zeitgenossen ist das Fernsehfach bis heute ein Muss bei jeder Einrichtung. (Bild: © Pavel L Photo and Video – shutterstock.com)


Für Leute, die das Fernsehfach aus ihrem Schrank nicht verbannen wollen und den neuen Flachen dennoch an der Wand haben wollen, empfiehlt es sich, über eine Umnutzung des Fernsehfaches nachzudenken. Hier könnte beispielsweise die Audio-Anlage untergebracht werden. Hat diese schon einen optimalen Stellplatz, dann kann im grossen leeren Fach jetzt auch eine schöne Dekofigur oder eine grosse Vase mit einem attraktiven Trockenstrauss einen wirkungsvollen Platz bekommen.

Ab an die Wand

Nicht selten wird die Anschaffung eines Flachbild-Fernsehers automatisch mit dem Gedanken an die Wandinstallation verbunden. Sind die entsprechenden Steckdosen und Anschlussdosen beispielsweise für Kabelanschluss oder Antenne hier auch in der Nähe vorhanden, sollte das kein Problem sein. Allerdings sollte der Flachbild-Fernseher niemals starr an der Wand befestigt werden. Das führt bei über den Tag wechselnden Lichtverhältnissen im Raum und eventuell auch wechselnden Sitzpositionen zu einem eingeschränkten Fernsehgenuss. Empfehlenswert sind hier immer TV-Halterungen für Flachbildschirme, die zumindest in der horizontalen und vertikalen Neigung individuell einstellbar sind. Bei den Spitzenmodellen lässt sich sogar die Höhe variabel einstellen.

Ein Problem sind meist die unschön herabhängenden Kabel. Je nach angeschlossenen Peripheriegeräten sind es hier nicht nur Stromkabel und Antennenleitungen, die versteckt werden müssen. Auch HDMI-Kabel oder gar dicke Scartkabel, Lautsprecherkabel und möglicherweise Netzwerkkabel sollten gut untergebracht sein. Hier empfiehlt sich meist der Einsatz geeigneter Kabelkanäle, die in vielen Dimensionen in jedem gut sortierten Baumarkt und natürlich auch im Elektro-Fachhandel zu haben sind.

Die individuelle Lösung

Eine individuelle Lösung sind spezielle Fernsehmodule für Flachbildschirme. Zumeist werden hier grosse Platten aus unterschiedlichen Materialien auf eine Rahmenkonstruktion aufgebracht, an der letztlich auch die TV-Halterung befestigt wird. Hinter der Platte lassen sich nicht nur attraktive Hintergrundbeleuchtungen installieren. Hier können auch störende Kabel gut im Verborgenen geführt werden. Allerdings sollte bei der Planung und Herstellung solcher Module immer auch an die Peripherietechnik gedacht werden. Neben der Haltung für den Flachfernseher denken erfahrene Heimwerker eben auch gleich an Konsolen oder Fächer für DVD-Geräte, Home-Cinema-Anlagen oder Spielkonsolen. Auch eventuell erforderliche Dekoder brauchen ihren Platz und nicht alles lässt sich hinter der Blendwand verbergen.



Der TV-Schrank lebt

Unabhängig von den bekannten Fernsehfächern in grossen Schränken werden auch oftmals Sideboards und Kommoden als Fernsehmöbel verwendet. Hier findet auch der Flachbildschirm eine dankbare Heimat. Für viele sind und bleiben Fernsehgeräte, egal welcher Bauweise, eben selbstständige Möbel, die eben auch gut aufgestellt sein wollen. So behalten auch spezielle Fernsehmöbel ihre ganz eigene Berechtigung.

 

Oberstes Bild: © Viktorus – shutterstock.com

Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus...die Berater.
Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt - die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.


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