Bitte Platz nehmen

19.01.2016 |  Von  |  Allgemein
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Bitte Platz nehmen
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Ob im Büro, beim Essen oder vor dem Fernseher: Erwachsene verbringen im Schnitt 50 bis 70 Prozent ihrer Zeit im Sitzen! Bequem will man es halt haben. Dabei war das Sitzen auf einem Stuhl früher ein Privileg der Elite.

Wir werfen einen Blick auf die Geschichte des heute so selbstverständlichen Mobiliars und stellen seine herausragendsten Stücke vor.

Wer hat’s erfunden?

Früher sassen die Menschen auf dem Boden, auf Felsen oder Baumstämmen. Die Pharaonen hingegen liessen es sich nicht nehmen, als Symbol ihrer Macht auf eisernen oder hölzernen Sitzmöbeln Platz zu nehmen. Erst im 16. Jahrhundert gelang der Wechsel vom Stuhl als Statussymbol zum Gebrauchsgegenstand, doch auch viele Jahre später wurde zwischen einem dem Hausherren vorbehaltenen Armstuhl und einfacheren Sitzmöbeln für die übrigen Familienangehörigen unterschieden.

Bequemlichkeit setzt sich durch

Erst im Zeitalter des Barock setzten sich Polsterungen mit textilem Bezug und Posamentierung durch und sorgten beim sitzenden Adel für noch mehr Komfort. Auch am Biedermeierstuhl kann man erkennen, dass hier neben Qualität grosser Wert auf Bequemlichkeit gelegt wurde. Das klassische Sitzmobiliar des deutschen Bürgertums im 19. Jahrhundert zeichnete sich durch seine nach unten schmal zulaufenden, geschweiften Beine und eine nach hinten ausschwingende Rücklehne aus.


Erst im Zeitalter des Barock setzten sich Polsterungen durch und sorgten beim sitzenden Adel für noch mehr Komfort. (Bild: © Photographee.eu - shutterstock.com)

Erst im Zeitalter des Barock setzten sich Polsterungen durch und sorgten beim sitzenden Adel für noch mehr Komfort. (Bild: © Photographee.eu – shutterstock.com)


Stuhl aller Stühle

Mit der neuartigen Bugholztechnik und dem Thonet-Stuhl begann um 1850 die serienmässige Produktion von Stühlen. Der „Stuhl Nr. 14“ (heute Nr. 214) der Gebrüder Thonet gilt auch heute noch als Stuhl der Stühle und ist das meist produzierte Sitzmöbel der Welt: Ganze 50 Millionen Mal wurde der berühmte Kaffeehausstuhl allein bis 1930 verkauft! Er vereint Formschönheit mit Funktionalität, Materialersparnis, Erschwinglichkeit und einer langen Lebensdauer und findet seit über 150 Jahren in unterschiedlichsten Umgebungen seinen Platz.

Neue Form

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gingen auch die deutschen Möbeldesigner neue Wege und schufen mit unkonventionellen Materialien neue Formen. Dem Avantgarde haben wir es zu verdanken, dass die ersten funktionsfähigen Freischwinger geboren wurden. Marcel Breuer und Mies van der Rohe fertigten ihre federnden Modelle aus Stahlrohr und entwickelten damit die noch recht wackelige Konstruktion des Kragstuhls von Mart Stam weiter.



Kunststoff für alle

Als Charles Eames und seine Ehefrau Ray einen Wettbewerb des „Museum of Modern Art“ gewannen, ahnten sie noch nicht, welchen Beitrag sie damit für das funktionale Möbeldesign leisten würden. Ihre Sitzschale aus Kunststoff war kurz nach Kriegsende eine erschwingliche und geschmackvolle Möglichkeit, sein Zuhause wohnlich einzurichten. In den 1960er Jahren wurde die Idee auch von deutschen Designern aufgegriffen: Der Bofinger-Stuhl war geboren. Dabei handelte es sich um den ersten Kunststoffstuhl, der aus einem Stück bestand. Damit war er der ideale Kandidat für die Massenproduktion. Neben niedrigen Produktionskosten und hohem Sitzkomfort ist das Modell auch heute noch für Restaurants oder Gärten äusserst beliebt, da es sich mühelos stapeln lässt.

 

Artikel von: livingpress.de
Artikelbild: © Ollyy – shutterstock.com

Über Samuel Nies

Als gelernter Informatikkaufmann war für mich schon schnell klar, dass die Administration von verschiedenen Systemen zu meinem Gebiet werden sollte. Um aber auch einen kreativen Anteil in meinen Arbeitsalltag zu integrieren, verschlug es mich in die Welt des Web Content Management.



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