Die richtige Absicherungsart und Krankenkasse für Grenzgänger

28.04.2015 |  Von  |  Publi-Artikel
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Die richtige Absicherungsart und Krankenkasse für Grenzgänger
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Zahlreiche Grenzgänger finden in der Schweiz einen Arbeitsplatz. Täglich kommen vor allem aus Deutschland Tausende von Arbeitskräften über die Grenze und leisten so ihren Beitrag zur Schweizer Wirtschaft. In allen Bereichen des Sozialversicherungssystems ist eine Absicherung der Grenzgänger notwendig, zu dem auch ein starker Gesundheitsschutz gehört.

Je nach Arbeit kann jeder Betroffene zwischen mehreren Modellen wählen, die entweder zu einer reinen Absicherung im Ausland oder in der Schweiz führen bzw. als Kombi-Tarif abgeschlossen werden. Welche der Varianten sich bei der Wahl der Krankenkasse besonders anbietet, kann nicht pauschal entschieden werden, da dies von den individuellen Lebensumständen abhängt.

Über das Optionsrecht nachdenken und rechtzeitig informieren

Die Krankenversicherung eine Pflichtversicherung –sowohl in der Schweiz als auch in Nachbarstaaten wie Deutschland. Dem schweizerischen Versicherungsträger und auch den ausländischen Behörden ist deshalb zwangsläufig nachzuweisen, dass der Schutz durch eine Krankenkasse besteht. Wird ein Grenzgänger erst einmal Bestandteil des Schweizer Modells, kann er dies nicht ohne weiteres wieder verlassen, ohne dass sich seine Lebensumstände entscheidend ändern. Wer bislang im Ausland, beispielsweise in Deutschland, abgesichert war, kann sich in der Schweiz allerdings von der Pflichtversicherung befreien lassen und den Schutz seiner alten Krankenversicherung weiterhin beanspruchen. Selbst ein Wechsel innerhalb des Auslands ist noch möglich.

Diese in der Schweiz als Optionsrecht bezeichnete Regelung ist vielfach sinnvoll und bewahrt den Versicherten und seine Familie vor teuren Beitragszahlungen. Viele Grenzgänger kennen diese Option allerdings nicht, wobei in den ersten drei Monaten nach Beginn des schweizerischen Arbeitsverhältnisses eine Klärung erfolgen muss. Hierfür ist es individuell notwendig, die Vorteile der ausländischen Absicherung und des Schweizer Systems zu kennen und sich gleichermassen den monatlichen Prämien und an Leistungen zu orientieren. Da es in der Schweiz seitens des Arbeitgebers keinen Zuschuss gibt, profitieren gerade deutsche Versicherte von einem Verbleib in der gesetzlichen Krankenversicherung ihres Landes.



Zusatzleistungen auf der richtigen Grenzseite als sinnvolle Ergänzung

Im Bereich Gesundheit sieht das Schweizer Modell eine Grundversicherung vor, die auf eigene Kosten und nach Wunsch um Zusatztarife ergänzt werden kann. Das Prinzip ist mit anderen Nationen vergleichbar, bei denen private Versicherer über Zusatztarife verfügen. Ausserdem gibt es die Vollversicherung der privaten Krankenversicherung, die ausschliesslich einzelne Berufsgruppen wie Selbstständige und Freiberufler abschliessen können oder die ein hohes Jahreseinkommen voraussetzen. Möchte ein deutscher Grenzgänger weiterhin in seinem Land versichert bleiben, steht abhängig von Einkommen und Beruf deshalb weiterhin die Wahl zwischen einem privaten und einem gesetzlichen Versicherungsschutz im Raum, die auch im Hinblick auf die Familienversicherung betrachtet werden sollte.

Hat ein Grenzgänger die Entscheidung für eine Schweizer Krankenkasse getroffen, bleibt die Frage einer privaten Zusatzversicherung. Natürlich ist es nicht verboten, eine schweizerische Grundversorgung mit einzelnen Zusatztarifen im Ausland zu verbinden. Dies sollte abhängig gemacht werden von den zu erwartenden Beiträgen, den gebotenen Tarifleistungen und dem Ort der Leistungserbringung. Möglicherweise zahlt eine ausländische Versicherung nicht bzw. nur eingeschränkt, wenn die Behandlung in der Schweiz durchgeführt wird. Um solche Probleme zu vermeiden, sollte der Status als Grenzgänger bei der Anfrage auf eine Zusatzversicherung direkt genannt werden. Die meisten Tarife gelten ohnehin EU-weit und werden von den Versicherern bewusst um die Schweiz ergänzt.

Gesundheitsschutz nach Mass bietet eine individuelle Analyse

Wer als Grenzgänger seit längerem Teil des gesetzlichen Systems im Ausland war und nicht über ein übermassig hohes Einkommen verfügt, sollte auf jeden Fall über das Optionsrecht nachdenken. In vielen Fällen wird dies zumindest finanziell die attraktivere Lösung darstellen, wobei die Kosten nicht nur für den Versicherten selbst, sondern auch für weitere Familienmitglieder durchzurechnen ist. Ein Vergleich von Versicherungen, was Zusatzleistungen betrifft, ist diesseits und jenseits der Grenze umso wichtiger. Da jeder Versicherte eigene Vorstellungen von starken Zusatzleistungen für einen Spital-Aufenthalt, für Zahnersatz, & Co. haben wird, ist eine sinnvolle Zusammenstellung der Tarife auf beiden Grenzseiten möglich.

 

Oberstes Bild: © Oscity – shutterstock.com

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