Einen vertikalen Garten anlegen

23.10.2014 |  Von  |  Garten
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Einen vertikalen Garten anlegen
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Zumeist werden Pflanzen in Beete oder Töpfe gesetzt und entfalten dort ihre volle Pracht. Das ist für uns ein gewohntes Bild, ein vertikaler Garten oder die grüne Wand hingegen ist für viele Menschen noch etwas völlig Unbekanntes. Dabei ist die grüne Wand eine wirklich tolle Deko-Idee und kann sowohl innen als auch aussen zum Einsatz kommen.

Erfunden wurden die grünen Wände von dem französischen Botaniker und Gartenkünstler Patrick Blanc, der sich auf seinen Reisen in Südostasien von den vielen feuchten Felswänden inspirieren liess, an denen sehr häufig üppige Grünpflanzen wuchern. Die dichte Bewachsung kommt daher, dass der Stein porös ist und regelmässig Wasser die Oberflächen entlangläuft. Zurück in der Heimat entwickelte Blanc ein System, das dieses kleine Naturschauspiel kopiert.

Die richtige Wand auswählen

Wer sich eine grüne Wand anlegen möchte, braucht dafür zunächst einmal eine freie Fläche. Experten raten nicht selten für die Verwendung einer Mauer, die nach Norden hin ausgerichtet ist. Zu viel Sonneneinstrahlung im Sommer kann dem vertikalen Garten nämlich schaden. Gleiches gilt aber auch für zu starke Winterwinde. Wichtig ist, dass der Untergrund nicht bröckelig ist, denn der vertikale Garten kann schon ein gewisses Gewicht erreichen.

Ausserdem sollte nicht mehr als maximal ein mal ein Meter begrünt werden, ansonsten könnte sich im Laufe der Zeit Schimmel bilden. Dies hängt damit zusammen, dass vertikale Gärten in regelmässigen Abständen bewässert werden und hier eine Verdunstung besonders hoch ist. Der grösste Teil der Verdunstung läuft über die sich in der grünen Wand befindlichen Substrate ab. Sind zu viele davon vorhanden, nimmt die Verdunstung zu – und das wiederum begünstigt die Entwicklung von Schimmel. Auch bei kleineren Flächen sollte darauf geachtet werden, dass die Substrate über eine mineralisch-organische Struktur verfügen und nicht aus Steinwolle produziert worden sind. Denn auch dies kann eine übermässige Verdunstung eindämmen.

Den vertikalen Garten anlegen

An die Wand wird dann ein System angebracht, das den Pflanzen Halt gibt. Es kann aus gestapelten Töpfen oder aus fertigen Drahtkörben bestehen, die beispielsweise auch für das Anlegen eines Gabionenbeetes verwendet werden. Diese Töpfe oder Körbe werden dann mit Substraten und Vliesmatten, die den Boden des vertikalen Gartens bilden, gefüllt. Ebenfalls geeignet für eine grüne Wand sind vorgefertigte Platten mit Buchten für die Pflanzen. Sie können im Fachhandel erstanden werden oder lassen sich über das Internet bestellen. Wer sich unsicher mit dem Projekt ist, aber dennoch nicht auf die grüne Wand verzichten möchte, sollte sich einen professionellen Landschaftsgärtner dazuholen, der bei dem Projekt entweder beratend zur Seite steht oder das Ganze komplett übernimmt.

Vertikale Gärten sind sowohl aussen als auch innen ein sehr schöner Hingucker. (Bild: Cousin_Avi / Shutterstock.com)

Vertikale Gärten sind sowohl aussen als auch innen ein sehr schöner Hingucker. (Bild: Cousin_Avi / Shutterstock.com)

Das Pflanzenbild für den Innenbereich

Wer sich eine grüne Wand im Innenbereich installieren möchte, sollte damit im Normalfall nicht die Grösse eines normalen Bildes überschreiten. Der Vorteil eines Pflanzenbildes im Innenbereich ist, dass es für gute Luft und auch eine hohe Luftfeuchtigkeit sorgt. Auf die Anschaffung eines Luftbefeuchters kann, wenn ein Pflanzenbild vorhanden ist, sehr gut verzichtet werden. Ferner nimmt das Pflanzenbild auch Gerüche und Staub auf und schluckt den Schall. Und nicht zuletzt sorgt das grüne Wand-Kunstwerk wie jede andere Grünpflanze in der Wohnung auch für Geborgenheit und ein angenehmes Wohngefühl. Wichtig ist, dass das Pflanzenbild nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel Licht bekommt. Eine Sonneneinstrahlung von ein paar Stunden durch ein Fenster ist daher erstrebenswert.

Diese Pflanzen sind geeignet

Für eine grüne Wand im Aussenbereich sind vor allem Stauden zu empfehlen. Sehr gut geeignet sind beispielsweise die Fetthenne, die auch als Sedum bekannt ist, und das Purpurglöckchen, das auch Heuchera genannt wird. Ferner raten Experten nicht selten zu Steinbrechgewächsen wie beispielsweise die rotblühende Spornblume (Centranthus). Bei den Gräsern sind Kalmus (Acorus) und Seggen (Carex) zu empfehlen. Weitere Pflanzen für die grüne Wand sind darüber hinaus Polsterglockenblumen (Campanula) und Bergenien (Bergenia).

Für den Innenbereich bieten sich vor allem Pfeilwurz (Maranta), die Blumenmarante (Stromanthe), die Dreimasterblume (Tradescantia) und der Rutenkaktus (Rhipsalis) an. Alle diese Pflanzen kommen mit hellen bis halbschattigen Plätzen sehr gut zurecht. Ferner können auch Farne verwendet werden. Diese breiten sich aber sehr schnell aus und sind in einer grünen Wand nicht ganz leicht zu beschneiden. Bei den Anpflanzungen können natürlich auch verschiedene Pflanzen kombiniert werden, allerdings raten Experten dazu, nur eine Pflanze zu verwenden, weil dies einfach ein harmonischeres Bild abgibt.

Die Flüssigkeit hinzufügen

Aufgrund der Schwerkraft kann ein vertikaler Garten nicht mit einer Giesskanne oder einem Gartenschlauch gegossen werden. Hier muss also eine etwas professionellere Bewässerung her. Das Mittel der Wahl sind Flüssigdünger, die zwischen die Pflanzen gesteckt werden und in regelmässigen Abständen Wasser abgeben. In jedem Fall sollte mindestens einmal die Woche sichergestellt werden, dass genügend Dünger auf der Platte vorhanden ist, sonst kann es zu Austrocknungen kommen und das schöne Wandbild ist schnell dahin. Zur weiteren Pflege gehört ein gelegentlicher Rückschnitt. Dies wird nicht nur aus ästhetischen Gründen gemacht, sondern erhöht auch die Lebensdauer der Pflanzen.

 

Oberstes Bild: © jajaladdawan – Shutterstock.com


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