Gartenmöbel mit umweltfreundlicher Kreidefarbe streichen

Kreidefarbe ist aus gutem Grund aktuell sehr beliebt, denn im Gegensatz zu den meisten anderen Farben und Lacken ist sie sehr umweltfreundlich, da sie keine Lösungsmittel enthält. Dazu kommt ihr charmanter Look, der perfekt für den angesagten Shabby-Stil geeignet ist.

Die matte, samtige Optik der Kreidefarbe verleiht Möbeln einen rustikalen Vintage-Look, der besonders gut in verträumten Gärten und auf Terrassen zur Geltung kommt. Doch bevor man sich an das Projekt wagt, gibt es einige wichtige Aspekte zu beachten.

Worauf muss man beim Streichen von Gartenmöbeln mit Kreidefarbe achten?

  1. Vorbereitung der Möbel:
    • Reinigung: Bevor Sie mit dem Streichen beginnen, müssen die Möbel gründlich gereinigt werden. Entfernen Sie Schmutz, Staub und Fett mit einem milden Reinigungsmittel.
    • Schleifen: Um eine gute Haftung der Kreidefarbe zu gewährleisten, sollten die Möbel meist leicht angeschliffen werden. Dies ist besonders wichtig bei glatten und lackierten Oberflächen.
  2. Grundierung:
    • Bei porösen oder stark saugenden Oberflächen empfiehlt sich eine Grundierung, um ein gleichmässiges Farbbild zu erzielen und die Farbe besser haften zu lassen.
  3. Streichen:
    • Tragen Sie die Kreidefarbe in dünnen Schichten auf und lassen Sie jede Schicht gut trocknen, bevor Sie die nächste auftragen. Je nach gewünschter Deckkraft können mehrere Schichten notwendig sein.
Oftmals reicht zum Anschleifen einfaches Schleifpapier, das man mit der Hand anwendet.

Kreidefarbe dünstet keine Lösungsmittel aus und ist daher sehr kinderfreundlich. (Bild: Lia_russy – shutterstock.com)

Vorteile von Kreidefarbe gegenüber anderen Farben

  • Umweltfreundlichkeit: Kreidefarben bestehen häufig aus natürlichen Inhaltsstoffen und sind auf Wasserbasis vermengt, sie sind somit weniger umweltschädlich als herkömmliche Farben. Auch kleine Kinder können damit streichen und atmen so keine giftigen Dämpfe ein. Auch später dünsten die Möbel nicht mehr aus.
  • Geringe Vorbereitung: Im Vergleich zu anderen Farben ist der Vorbereitungsaufwand bei Kreidefarbe oft geringer, da sie auch ohne gründliches Schleifen aufgetragen werden kann.
  • Matte Optik: Die besondere, matte Oberfläche der Kreidefarbe verleiht Möbeln einen einzigartigen, antiken Charme.
  • Nahezu alle Materialien: Durch die poröse Struktur der Kreide haftet sie auch auf sehr glatten Oberflächen wie Kunststoff. Es empfiehlt sich zwar, den Kunststoff aufzurauen, aber das ist nicht immer erforderlich.


Nachteile: Haltbarkeit und Wetterfestigkeit weniger gut

Kreidefarbe alleine bietet keinen ausreichenden Schutz gegen Witterungseinflüsse. Um die Gartenmöbel wetterfest und haltbar zu machen, sind folgende Schritte notwendig:

  1. Versiegelung:
    • Wachs: Eine Versiegelung mit Wachs bewahrt die matte Optik der Kreidefarbe und bietet einen gewissen Schutz vor Feuchtigkeit. Wachs muss jedoch regelmässig erneuert werden.
    • Lack: Ein klarer, wasserbasierter Acryllack bietet einen robusteren Schutz gegen Witterungseinflüsse und ist ebenfalls umweltfreundlich. Der Lack sollte in mehreren dünnen Schichten aufgetragen werden.
  2. Schutz vor direkter Witterung:
    • Möbel sollten, wenn möglich, nicht dauerhaft der direkten Witterung ausgesetzt sein. Überdachte Bereiche oder Abdeckungen bieten zusätzlichen Schutz.
Sehr viele Anbieter von Kreidefarbe haben auch direkt die Versiegelungsprodukte oder Grundierungen mit im Sortiment, sodass man als Laie nicht gross überlegen muss, sondern den Anweisungen des Herstellers folgen kann.

Eine solch kleine Sitzgruppe kann man leicht mit Kreidefarbe nachstreichen. (Bild: Colleen Ashley – shutterstock.com)

Farbtöne und Anwendung auf Holzterrassen

  • Farbtöne: Bei der Auswahl der Farbtöne sind Ihrer Kreativität keine Grenzen gesetzt. Beliebte Farben für Gartenmöbel sind Pastelltöne wie Mintgrün, Hellblau, und Altrosa sowie neutrale Töne wie Weiss, Grau und Beige.
  • Holzterrassen: Auch Holzterrassen können mit Kreidefarbe gestrichen werden, jedoch ist dies nicht ideal. Holzterrassen sind stark beanspruchte Flächen, und Kreidefarbe allein bietet nicht die nötige Haltbarkeit. Wenn Sie eine Holzterrasse dennoch mit Kreidefarbe streichen möchten, ist eine sehr robuste Versiegelung mit einem wetterfesten Lack zwingend erforderlich

Witterungsbeständigkeit im Vergleich zu herkömmlichen Lacken

Wie man sich denken kann, ist Kreidefarbe nicht so witterungsbeständig und abriebfest wie herkömmliche Lacke. Das heisst, man muss sich schon genau überlegen, welchen Bereich oder welche Möbel man damit streichen will. Wer gerne mit den Looks im Garten spielt, wird ohnehin Freude daran haben, seine Möbel oder auch Trennwände immer mal wieder anders farbig zu streichen.

Auch die Möbel sehen immer wieder neu und anders aus, wenn sie eine neue Farbe bekommen. Wer viele Jahre seine Ruhe haben will, mit Streichen, wird sich für weniger umweltfreundliche Farben und Lacke entscheiden müssen.

Man muss aber dazu sagen, dass sehr viele Besitzer von Holzmöbeln, Holzterrassen und Gartenhäuschen eh nicht die Zeit haben, diese ausreichend zu pflegen und neu zu streichen, wenn die erste Schicht Lack durch Witterung weggewaschen oder abgetragen wurde.

Viele meinen, Holz als reines Naturprodukt würde jedes Wetter aushalten oder sie mögen den natürlichen Look. Aber damit tun sie den Holzmöbeln oder den Holzdielen keinen Gefallen. Sie trocknen immer mehr aus, Dreck bleibt haften, es kann sich Schimmel bilden und das Holz mit der Zeit morsch werden.

Wer seine Holzgegenstände im Garten lange am Leben erhalten möchte und Geld sparen, sollte immer wieder überprüfen, ob diese noch eine Schutzschicht haben. Wer keine Farbe mag, kann auch mit Pflegeölen arbeiten. Lasuren sind eine Alternative, wenn farblich nicht überstrichen werden soll.


So wunderschön bleibt die Holzterrasse nicht, wenn sie nicht regelmässig geölt oder gestrichen wird. (Bild: onzon – shutterstock.com)

Pflege von Holzmöbeln im Garten, Terrassen und Gartenhäuschen mit Ölen und Lasuren

Öle: Natürliche Pflege mit traditionellem Charme

Vorteile:

  • Natürliche Optik: Öle dringen tief in das Holz ein und betonen dessen natürliche Maserung und Farbe. Sie verleihen dem Holz einen warmen, satten Glanz.
  • Schutz vor Feuchtigkeit: Öle bieten einen guten Schutz gegen Wasser, indem sie das Holz wasserabweisend machen und das Eindringen von Feuchtigkeit verhindern.
  • Einfache Anwendung: Das Auftragen von Öl ist unkompliziert und erfordert keine speziellen Werkzeuge. Eventuelle Kratzer oder Abnutzungen können leicht durch Nachölen ausgebessert werden.
  • Umweltfreundlich: Viele Holzöle basieren auf natürlichen Inhaltsstoffen und sind umweltfreundlicher als synthetische Beschichtungen.

Nachteile:

  • Regelmässige Pflege: Holz, das mit Öl behandelt wird, muss regelmässig nachgeölt werden, um den Schutz und die Optik zu erhalten.
  • Kein UV-Schutz: Die meisten Öle bieten keinen ausreichenden Schutz vor UV-Strahlung, wodurch das Holz mit der Zeit vergrauen kann.
Öle sollten in der Regel ein- bis zweimal pro Jahr erneuert werden.

Lasuren: Der Kompromiss zwischen Farbe und Transparenz

Vorteile:

  • Flexibler Schutz: Lasuren bieten sowohl Schutz vor Feuchtigkeit als auch vor UV-Strahlen. Sie dringen in das Holz ein und bilden gleichzeitig eine dünne Schutzschicht auf der Oberfläche.
  • Natürliche Optik: Im Gegensatz zu deckenden Farben lassen Lasuren die Holzmaserung sichtbar, was eine natürliche und ästhetisch ansprechende Optik bewahrt.
  • Verschiedene Farbnuancen: Lasuren sind in vielen verschiedenen Farbtönen erhältlich, die das natürliche Aussehen des Holzes verbessern können.

Nachteile:

  • Regelmässige Auffrischung: Auch Lasuren müssen regelmässig erneuert werden, um den Schutz aufrechtzuerhalten, wenn auch nicht so häufig wie Öle.
  • Aufwändigere Anwendung: Das Auftragen von Lasuren kann aufwändiger sein und erfordert eine sorgfältige Vorbereitung des Holzes.
Lasuren müssen in der Regel alle zwei bis vier Jahre erneuert werden.

Farblose Lasuren und Öle lassen die Maserung durchscheinen. (Bild: Yulia YasPe – shutterstock.com)

Farben: Langanhaltender Schutz mit vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten

Vorteile:

  • Umfassender Schutz: Farben bieten einen starken Schutz gegen Feuchtigkeit, UV-Strahlen und mechanische Einflüsse. Sie bilden eine deckende Schutzschicht auf der Holzoberfläche.
  • Vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten: Farben sind in nahezu unbegrenzten Farbtönen erhältlich, was eine individuelle Gestaltung ermöglicht.
  • Lange Haltbarkeit: Hochwertige Farben können viele Jahre halten, bevor eine erneute Behandlung notwendig ist.

Nachteile:

  • Verlust der natürlichen Holzoptik: Farben überdecken die natürliche Holzmaserung vollständig, was den rustikalen Charme des Holzes verdecken kann.
  • Aufwändige Vorbereitung und Anwendung: Das Streichen von Holz erfordert eine gründliche Vorbereitung, einschliesslich Schleifen und Grundierung. Die Entfernung alter Farbschichten kann zeitaufwendig sein.
  • Umweltaspekte: Einige Farben enthalten Lösungsmittel und andere Chemikalien, die weniger umweltfreundlich sind.

Das Aufrauen des Holzes kann mit einer Drahtbürste erfolgen. (Bild: Tomasz Majchrowicz – shutterstock.com)

Regelmässigkeit der Erneuerung von Ölen und Lasuren für Holz im Aussenbereich

Öle und Lasuren bieten unterschiedliche Schutzmechanismen und haben unterschiedliche Anforderungen an die Erneuerung. Die Frequenz der Erneuerung hängt von mehreren Faktoren ab, einschliesslich der Art des Holzes, der Witterungsbedingungen und der Qualität der verwendeten Produkte.

–> Harthölzer wie Teak oder Eiche können länger ohne Nachbehandlung auskommen, während weichere Hölzer wie Kiefer oder Fichte häufiger gepflegt werden müssen.

–> Die beste Zeit für das Nachölen ist im Frühling und Herbst, wenn die Temperaturen mild sind und die Luftfeuchtigkeit moderat ist.

Bei Lasuren gibt es die Regel, dass Dünnschichtlasuren häufiger erneuert werden müssen als Dickschichtlasuren. Dünnschichtlasuren dringen tief in das Holz ein und benötigen daher eine regelmässige Auffrischung, während Dickschichtlasuren eine schützende Oberflächenschicht bilden, die länger hält.

–> Nach dem Winter sollte man schauen, ob das Holz Risse und Beschädigungen bekommen hat. Vor der neuen Lasurschicht muss meist noch mal angeschliffen werden.

 

Titelbild: halfpoint – shutterstock.com

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