Gemüse Mangold anbauen: Pflegeleicht, gesund und vielseitig
Nicht jeder hat Zeit und Musse, eigenes Gemüse und Obst zu ziehen.
Es gibt aber einige Sorten, die so leicht gedeihen, dass auch Laien sie selbst ziehen sollten, um sich besonders gehaltvoll ernähren zu können.
Klar, ein top gepflegter Gemüsegarten macht sehr viel Arbeit, aber warum muss alles gleich professionell angelegt sein? Es reichen auch einige wenige Gemüsesorten, Kräuter und Obst um sich gesund und vor allem ökologisch zu ernähren.
Den Anbau von eigenem Gemüse und Obst kann man perfekt selbst kontrollieren und überwachen und vor allem erntet man es genau dann, wenn es reif wird und sofort verzehrt oder eingemacht werden kann. Es ist frei von Schadstoffen und muss nicht lange transportiert werden. Wer nur ein bisschen Garten oder einen Balkon zur Verfügung hat, sollte mit einigen wenigen Sorten seine Ernährung damit aufwerten.
Viele Gemüse- und Obstsorten stammen von bereits ausgelaugten Böden und können uns nicht mehr die benötigten Vitamine und Mineralstoffe spenden, die unser Körper so nötig braucht. Im eigenen Garten aber ist der Boden nicht durch professionelle Landwirtschaft ausgelaugt und wir können mit guter Erde noch nachhelfen.
Der grösste Feind des Gärtners zuhause sind allerdings Schädlinge, allen voran Schnecken. Daher ist es für alle Hobbygärtner und solche, die mit wenigen Sorten starten wollen, so erfreulich, dass es auch Gemüse und Obst gibt, welches von Schnecken verschmäht wird.
Eine tolle unkomplizierte Gemüsesorte ist der Mangold, den wir hier genauer vorstellen wollen. Er kann ganz einfach aus gekauften Samen in kleinen Töpfchen vorgezogen und dann ins Freiland gesetzt werden oder man lässt ihn weiter in grösseren Töpfen wachsen. Da Schnecken ihn wirklich nicht mögen, kann man ihm beim Gedeihen zusehen und muss nur auf ausreichend Bewässerung achten.
Optisches Highlight im Garten mit farbigen Stängeln
Die farbigen Stängel des Mangolds sind nicht nur ein optisches Highlight, sondern auch ein Hinweis auf die Vielfalt dieser Pflanze. Der Mangold, insbesondere der Stielmangold, existiert in verschiedenen Sorten, die in ihren Farben und Formen variieren.
Diese Farbschattierungen, insbesondere die roten, gelben oder orangefarbenen Stiele, sind auf natürliche Pflanzenfarbstoffe, sogenannte Betalaine, zurückzuführen. Betalaine haben antioxidative Eigenschaften, die gesundheitsfördernd wirken und zum Schutz der Zellen beitragen.
Roter Mangold ist besonders bei Gärtnern und Köchen beliebt, da er durch seine kräftige Farbe Gerichte optisch bereichert und zudem wertvolle Nährstoffe liefert. Die roten Stiele enthalten, ähnlich wie Rote Bete, auch Betacyanine, die ebenfalls antioxidativ wirken und entzündungshemmende Eigenschaften besitzen.
In der Küche ist der rote Mangold genauso vielseitig einsetzbar wie seine grünstieligen Verwandten. Die roten Stiele haben einen leicht süsslichen, manchmal erdigen Geschmack, der sich gut mit dem leicht bitteren Aroma der Blätter kombiniert.
Vergleich von Mangold und Spinat
Mangold und Spinat werden oft miteinander verglichen, da sie sich in vielerlei Hinsicht ähneln, aber auch einige Unterschiede aufweisen:
Ähnlichkeiten:
- Geschmack: Beide Gemüsesorten haben einen milden, leicht erdigen Geschmack. Frischer Mangold kann, insbesondere bei den Blättern, eine gewisse Ähnlichkeit mit jungem Spinat haben.
- Verwendung: In der Küche können Mangold und Spinat oft ähnlich verwendet werden, etwa in Salaten, Quiches, Suppen oder als Beilage. Beide lassen sich sowohl roh als auch gekocht verzehren.
- Nährstoffe: Beide sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen, insbesondere Vitamin A, Vitamin C, Eisen und Magnesium.
Unterschiede:
- Textur und Stiele: Mangold hat im Vergleich zu Spinat eine festere Textur, besonders bei den Stielen. Während Spinat insgesamt zarter und schneller gar ist, bleiben Mangoldblätter und insbesondere die Stiele auch nach dem Kochen etwas bissfester.
- Bitterkeit: Mangold kann je nach Sorte und Alter der Blätter eine leicht bittere Note haben, während Spinat im Allgemeinen milder schmeckt.
- Farbenvielfalt: Mangold gibt es in verschiedenen Farbschattierungen, von grün bis hin zu kräftigem Rot, Gelb oder Orange, während Spinat meist einheitlich grün ist.
- Anbau: Mangold ist robuster und kann unter verschiedenen Bedingungen gedeihen, während Spinat eher kühle Temperaturen bevorzugt und in heisseren Klimazonen schneller zum Schossen neigt.
Historisches über den Mangold
Die Geschichte von Mangold reicht weit zurück in die Antike und ist eng mit der Kulturgeschichte des Mittelmeerraums verbunden. Bereits in den alten Hochkulturen Ägyptens, Griechenlands und Roms wurde Mangold als Nutzpflanze kultiviert und geschätzt.
Im Mittelalter wurde Mangold in Klostergärten kultiviert und war ein wichtiges Nahrungsmittel in ganz Europa. Die Mönche schätzten das Gemüse wegen seiner Robustheit und Nährstoffdichte.
Mit der Industrialisierung und dem Aufkommen neuer Gemüsesorten geriet Mangold im 19. und frühen 20. Jahrhundert in vielen Teilen Europas zunehmend in Vergessenheit. In dieser Zeit wurde er oft von Spinat und anderen Gemüsesorten verdrängt, die als einfacher zu verarbeiten und vielseitiger galten.
In den letzten Jahrzehnten hat Mangold jedoch ein Comeback erlebt. Mit dem wachsenden Interesse an biologischem Anbau, gesunder Ernährung und der Wiederentdeckung alter Gemüsesorten hat Mangold wieder an Bedeutung gewonnen. Besonders in der modernen Küche, die auf Nachhaltigkeit und Regionalität setzt, ist Mangold heute wieder ein geschätztes und vielseitig verwendetes Gemüse.
Mangold im eigenen Garten
Es gibt zwei Haupttypen von Mangold: den Schnittmangold, der zarte Blätter und schmale Stiele produziert, und den Stielmangold, der dicke, farbenfrohe Stiele und breite Blätter ausbildet.
Je nach Sorte und Witterung kann Mangold bereits nach acht bis zehn Wochen geerntet werden. Bei Schnittmangold werden die Blätter immer wieder von aussen nach innen geerntet, während Stielmangold erst vollständig geschnitten wird, wenn die Stiele ihre volle Grösse erreicht haben. Wenn er also ausgewachsen ist, das ist nach ca. 3 Monaten.
Mangold überzeugt nicht nur durch seine Optik im Garten, sondern auch durch seinen feinen, leicht erdigen Geschmack. Die Blätter sind zart mit einer leichten Bitterkeit, während die Stiele je nach Sorte mild bis leicht süsslich schmecken können.
Vor allem ist er ein wahres Nährstoffpaket: Er enthält Vitamin C, Vitamin K und Vitamin A in hohen Mengen, was ihn zu einem wertvollen Gemüse für die Stärkung des Immunsystems und den Erhalt der Sehkraft macht. Darüber hinaus ist Mangold reich an Magnesium, Kalzium und Eisen, was ihn besonders für die Knochengesundheit und Blutbildung förderlich macht.
Mangold mit roten Stängeln enthält allerdings wie Rhabarber Oxalsäure, welche die Eisenaufnahme behindert. Wer Eisenmangel hat, sollte daher, wenn er öfters Mangold isst, an darauf folgenden Tagen etwas Eisen einnehmen.
Besonders hervorzuheben ist der hohe Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen wie Betalainen, die antioxidativ wirken und entzündungshemmende Eigenschaften besitzen.
Rezept Mangold mit Honig, Ziegenkäse und Kartoffeln
Zutaten:
- 500 g Mangold (Blätter und Stiele)
- 600 g Kartoffeln (festkochend)
- 150 g Ziegenkäse (z.B. Chavroux oder ein anderer milder Ziegenfrischkäse)
- 2 EL Honig (vorzugsweise flüssig)
- 2 EL Olivenöl
- 1 Zwiebel
- 2 Knoblauchzehen
- 100 ml Gemüsebrühe
- Salz und Pfeffer
- Frische Kräuter (z.B. Thymian oder Rosmarin) nach Geschmack
- Optional: etwas Zitronensaft oder -schale für einen Hauch Frische
Zubereitung:
- Die Kartoffeln gründlich waschen, in gleichmässige Stücke schneiden (z.B. Viertel oder Hälften) und in Salzwasser etwa 15-20 Minuten kochen, bis sie gar, aber noch fest sind. Nach dem Kochen abgiessen und beiseitestellen.
- Den Mangold waschen und die Stiele von den Blättern trennen. Die Stiele in kleine Stücke schneiden, die Blätter grob hacken. Die Zwiebel und den Knoblauch fein hacken.
- In einer Pfanne das Olivenöl erhitzen und die Zwiebel zusammen mit dem Knoblauch glasig dünsten. Die Mangoldstiele hinzufügen und etwa 5 Minuten mitdünsten, bis sie etwas weicher werden. Anschliessend die gehackten Mangoldblätter hinzufügen und kurz mitbraten, bis sie zusammenfallen.
- Gemüsebrühe angiessen, alles gut vermengen und bei mittlerer Hitze etwa 5-7 Minuten köcheln lassen, bis der Mangold gar, aber noch bissfest ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
- In einer separaten Pfanne die vorgekochten Kartoffeln in etwas Olivenöl goldbraun anbraten und zum Mangold in die Pfanne geben und alles gut vermengen.
- Ziegenkäse in kleine Stücke zerbröckeln und über das Mangold-Kartoffel-Gemisch streuen. Den Honig darüberträufeln und die Pfanne kurz erhitzen, damit der Käse leicht schmilzt und der Honig sich gut verteilt.
- Das Gericht mit frischen Kräutern, wie Thymian oder Rosmarin, garnieren und sofort servieren. Es passt hervorragend zu einem frischen grünen Salat oder auch als Beilage zu Fleisch- oder Fischgerichten.
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