Home Staging: Wenn eine Immobilie vor dem Verkauf toll eingerichtet wird
von J. Florence Pompe Dekorationen
In der Welt des Immobilienverkaufs spielt Home Staging eine wichtige Rolle.
Doch was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff, und warum ist er für den erfolgreichen Verkauf von Häusern und Wohnungen manchmal entscheidend?
Was ist Home Staging?
Home Staging ist die Kunst, eine Immobilie durch gezielte Dekoration, Möbelarrangements und Raumgestaltung für potenzielle Käufer attraktiver zu machen. Das Ziel ist es, die Vorzüge der Immobilie hervorzuheben, eine positive Atmosphäre zu schaffen und den potenziellen Käufern zu helfen, sich leichter in die Räume einzufühlen.
Wann wird es benötigt?
Home Staging wird oft in Situationen benötigt, in denen Verkäufer ihre Immobilien schnell und zu einem guten Preis verkaufen möchten. Insbesondere in einem wettbewerbsintensiven Markt kann eine professionelle Inszenierung den Unterschied machen, indem sie die Immobilie von anderen auf dem Markt abhebt und potenzielle Käufer anspricht.
Werden Häuser und Wohnungen ohne Home Staging tatsächlich schlechter verkauft?
Studien und Erfahrungen aus der Immobilienbranche zeigen, dass gut inszenierte Immobilien tendenziell schneller verkauft werden und oft einen höheren Verkaufspreis erzielen als nicht inszenierte. Ein ansprechendes Home Staging kann potenzielle Käufer emotional ansprechen und ihnen helfen, sich besser vorzustellen, wie sie in der Immobilie leben könnten. Dies kann den Verkaufsprozess beschleunigen und die Chancen auf einen erfolgreichen Verkauf erhöhen.
Wie kommt man zu diesem Beruf und braucht es dazu eine Ausbildung?
Der Beruf des Home Stagers erfordert ein Verständnis für Design, Raumgestaltung und Immobilienmarketing. Obwohl es keine spezifische Ausbildung für Home Staging gibt, können Kurse, Workshops und Zertifizierungsprogramme in den Bereichen Innenarchitektur, Dekoration oder Immobilienmarketing hilfreich sein. Viele Home Stager bringen auch Erfahrungen aus verwandten Bereichen wie Innenarchitektur, Immobilienverkauf oder Eventplanung mit.
Was kostet Home Staging?
Die Kosten für Home Staging variieren je nach Umfang des Projekts, der Grösse der Immobilie und den spezifischen Anforderungen des Kunden. Typischerweise wird eine Pauschalgebühr oder ein stündlicher Satz berechnet, der die Beratung, Möbelverleih, Dekoration und andere Dienstleistungen umfassen kann. Die Investition in Home Staging kann sich jedoch als lohnend erweisen, da sie den Verkaufspreis steigern und den Verkaufsprozess beschleunigen kann.
Insgesamt ist Home Staging eine wichtige Strategie für Verkäufer, um ihre Immobilien optimal zu präsentieren und potenzielle Käufer anzusprechen. Durch die gezielte Inszenierung können Immobilien schneller verkauft und zu einem besseren Preis veräussert werden, was es zu einer lohnenden Investition für Verkäufer macht, die das Beste aus ihrem Immobilienverkauf herausholen möchten.
Voll möbliert, komplett leer oder inszeniert?
Home Staging ist natürlich ein Kostenfaktor beim Verkauf einer Immobilie. Schliesslich müssen oft schwere Möbel nur zum Schein, also nur für Fotos in ein Haus, eine Wohnung gebracht und dort aufgestellt werden. Es ist auch nicht jeder Immobilienmakler von dieser Methode wirklich überzeugt.
Während der Trend vor ca. 10 Jahren und vorher so richtig boomte, ebbte er dann wieder ab. Es ist auch nicht mehr so, dass die Käufer abgeschreckt sind, wenn die angebotenen Wohnungen und Häuser noch vom Vorbesitzer möbliert sind. Im Gegenteil: Viele können mit den noch voll möblierten Räumen mehr anfangen als mit ganz leeren Räumen.
Es hat nicht jeder Käufer die Vorstellungskraft und Fantasie sich vorzustellen, wie man sich einrichten kann. Viele Reiche lassen sich mittlerweile sogar die Einrichtung abnehmen, so bestätigt die auf TV und Medien bekannte Familie Geiss, dass ihre Luxuswohnungen und Luxushäuser sich wesentlich besser verkaufen, wenn sie sie selbst perfekt luxuriös und direkt bewohnbar verkaufen.
Das bedeutet: Viele der reichen Kunden wollen mit den Mühen der Kücheneinrichtung, des Aussuchens von Geräten und Möbeln gar nichts zu tun haben, sondern kaufen direkt Alles in Einem. Natürlich hat man als Verkäufer dann aber das Problem, dass man den Geschmack potentieller Kunden finden muss.
Für alle, die nicht zum Kundenkreis einer Familie Geiss gehören, gilt eher: Die persönliche Einrichtung ist Geschmackssache. Daher kaufen eher nur sehr reiche Personen voreingerichtete Häuser und Wohnungen.
Hat man eine Wohnung oder ein Haus zu verkaufen, weiss man oft nicht, was besser ist: Erst ausziehen und dann die leere Wohnung oder das leere Haus anbieten oder so fotografieren lassen, wie es bereits eingerichtet ist. Hier kann der Immobilienmakler beraten. Er kann einschätzen ob es für ein Objekt besser ist, es leer oder eingerichtet oder aufgehübscht zu fotografieren.
Der Vorteil von Home Staging
Der Vorteil von Home Staging ist natürlich, dass eine Immobilie absolut zeitgemäss in Szene gesetzt werden kann. Altmodische Möbel, altmodische Tapeten und Wohnaccessoires verstellen oft den Blick auf das Potential des Objektes. Ein Problem ist dies aber nur, wenn die Immobilie viel Konkurrenz hat.
Allgemein hat sich der Einrichtungsstil in den letzten Jahrzehnten natürlich sehr geändert und schwere, dunkle Möbel, massive Schrankwände werden heute von Besuchern als bedrückend und einengend empfunden. Allgemein liebt man heute mehr, wenn Licht, Luft und Platz in den Räumen ist.
Man versucht kleine Räume optisch zu vergrössern, arbeitet mit hellen Farben, viel Licht und bei Bedarf mit Spiegeln. Viele streichen hochwertige alte Möbel heute einfach Weiss. Es ist natürlich verständlich, dass jede Generation mehr das Neue liebt und Veränderungen oder Trends bevorzugt. Trotzdem haben wir aktuell auch eine Vintage-Welle und viele schätzen wieder Möbel aus den 1920er und 1950er Jahren.
Es werden gerne einzelne Vintage-Stücke in moderne Einrichtungen integriert. Das bedeutet, es ist nicht alles unbeliebt, was einige Jahrzehnte auf dem Buckel hat. Aber die Einrichtung muss heute insgesamt luftiger und heller sein, während man sich in den früheren Jahrzehnten regelrecht zugebaut hat.
Es ist auch typisch für die Kriegskinder-Generation, dass sie sich mit massiven Möbeln eine richtige Schutzmauer zuhause eingerichtet hatten. Unbewusst liebte diese Generation einen Wohnstil, der von massivem Holz, Schmiedeeisen, schweren Deko-Objekten geprägt waren. Dinge, die unzerstörbar scheinen und für Beständigkeit standen.
Wohnungen und Häuser, die voller Gegenstände aus früheren Jahrzehnten sind, sollte man erst einmal insoweit entrümpeln, dass der moderne Zeitgeschmack angesprochen wird. Das bedeutet nicht, dass man vor dem Verkaufsinserat schon sehr viel entsorgt haben muss, aber alles, was einfach zu viel ist und der Fantasie des Käufers keinen Raum lässt.
Home Staging ist aber nicht immer besser als alles so zu lassen, wie es ist. Bevor Sie daran denken, einen Profi für Home Staging zu beauftragen, gucken Sie sich dessen Vorher- Nachher-Bilder an! Es ist tatsächlich nicht immer ein gelungenes Ergebnis und hängt sehr stark von den persönlichen Präferenzen des Anbieters ab.
Es kann durchaus sein, dass ein potentieller Käufer alte, hochwertige Möbel und eine geschmackvolle Einrichtung des Vorbesitzers ansprechender findet, als eine 0815-Einrichtung wie aus der Möbelhausbroschüre. Oft kann eine sehr persönliche Einrichtung mehr den individuellen Charme einer Immobilie ausdrücken.
Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie Freunde und Familienmitglieder um Rat, ob die bestehende Einrichtung eher ansprechend oder abschreckend ist. Ganz leere Räume werden heute übrigens von vielen Käufern gar nicht so geschätzt. Und solche Immobilien fallen in der Masse der Angebote nicht so richtig auf und bleiben weniger im Gedächtnis.
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