Motion will die richtigen Weichen für mehr Schweizer Holz stellen

08.10.2018 |  Von  |  Allgemein, News
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Motion will die richtigen Weichen für mehr Schweizer Holz stellen
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Mit einer Motion will Nationalrat Daniel Fässler (AI), Präsident der Schweizer Waldeigentümer, umfassende und langfristig nachhaltige Verbesserungen für die einheimische Wald- und Holzwirtschaft bewirken.

Holzverwendung ist nachhaltig, innovativ und zunehmend begehrt – auch in der Schweiz. Die Krux: Viel zu häufig hat der Wald nichts davon.

Auch die Schweizer Holzverarbeiter haben das Nachsehen. Denn aktuell stammt nur etwa ein Drittel des verbauten Holzes aus hiesigen Wäldern und Holzverarbeitungsunternehmen. Die Schweiz verbraucht rund 10 Millionen Kubikmeter Holz pro Jahr, die Schweizer Waldbesitzer aber verkaufen und nutzen nur knapp 5 Millionen Kubikmeter jährlich, obwohl viel mehr möglich wäre.

Die Ursachen sind vielschichtig und komplex. Um eine Änderung herbeizuführen, muss an diversen Stellschrauben gedreht werden – in die richtige Richtung und mit der richtigen Intensität. Aufgrund einer umfassenden Gesamtbeurteilung und nach Gesprächen mit der Holzwirtschaft hat WaldSchweiz-Präsident Daniel Fässler jetzt in der Herbstsession 2018 eine Motion eingereicht, die den Bundesrat mit der Aktualisierung der 2002 lancierten „Ressourcenpolitik Holz“ beauftragt. Damit sollen die einheimische Waldwirtschaft, die ganze nachgelagerte Wertschöpfungskette und die Verwendung des Schweizer Holzes auf verbesserte Grundlagen gestellt werden.


 Nationalrat Daniel Fässler (Foto: WaldSchweiz/Douard)

Nationalrat Daniel Fässler (Foto: WaldSchweiz/Douard)


„Langfristige Massnahmen statt kurzfristiger Aktivismus“

Die Motion zielt darauf ab, langfristig günstige Voraussetzungen zu schaffen, damit die nachhaltige Verfügbarkeit von Holz aus dem Schweizer Wald sichergestellt wird. „Mir geht es hier vor allem um langfristig wirksame, ganzheitliche Massnahmen, und nicht um kurzfristigen Aktivismus, auch wenn es vielleicht derzeit verlockend wäre, den Hitzesommer, die Borkenkäferplage und die Winterstürme entsprechend politisch und medial auszunutzen“, sagt Daniel Fässler. „Mit den in meiner Motion vorgeschlagenen Massnahmen und Verbesserungen schaffen wir solide Voraussetzungen, den Schweizer Wald fitter und die Holzwirtschaft konkurrenzfähiger zu machen, und zwar nachhaltig und langfristig.“

Dafür sind gesetzliche und regulatorische Hindernisse zu beseitigen, Anreize zu schaffen, Hilfe zur Selbsthilfe bereitzustellen, Kommunikationsmassnahmen zu stärken und bei der Forschung, Entwicklung und Ausbildung zuzulegen. Neu soll der Fokus auch auf den Bereich der aufsteigenden Bio-Ökonomie und der Holzchemie gelegt werden, um dort erdölbasierte Kunststoffe durch neue – zum Beispiel holzbasierte – Materialien zu ersetzen, die gleichwertige oder bessere Eigenschaften haben, aber zu 100 Prozent in nachhaltiger Kreislaufwirtschaft produziert und recycelt werden können.



Wald- und Holzwirtschaft bieten 80‘000 Arbeitsplätze

Holz leistet einen wichtigen Beitrag zur Erfüllung von nationalen Zielen in den Bereichen Wald, Klima, Energie, Ressourcen, Umweltschutz, Volkswirtschaft und dezentrale Entwicklung im ländlichen Raum. Schweizweit bieten die Wald- und Holzwirtschaft rund 80‘000 Arbeitsplätze. Aber sie müssen mit etlichen schwierigen, ja gar benachteiligenden Rahmenbedingungen auskommen. Die Spiesse sind im internationalen Markt nicht gleich lang – sehr oft zu Ungunsten der Schweizer Wald- und Holzbranche.

Die Holzerei in der Schweiz ist aufgrund der Topografie vielerorts aufwändig und teuer, die Umweltauflagen sind streng, die Transporte kostenintensiv und die Verfügbarkeiten von bezahlbarem Industrieland beschränkt.

Das führt in zunehmendem Ausmass zum Rückgang der Holznutzung und der holzverarbeitenden Betriebe, während im Gegenzug immer mehr Holz importiert wird – oft von weit her mit energie-intensiven Transporten. Das kann nicht sein. Es braucht neue Lösungen, um die Waldnutzung zu optimieren und die Verwendung von Schweizer Holz zu stärken. Hier setzt die Motion von Nationalrat Daniel Fässler an.

 

Quelle: WaldSchweiz
Artikelbilder (sofern nicht anders angegeben): WaldSchweiz

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