Putten erobern sich die Gärten zurück

15.10.2014 |  Von  |  Garten
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Putten erobern sich die Gärten zurück
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Über viele Jahre führten sie ein Schattendasein, und vielen galten sie als viel zu kitschig: Putten. Doch seit einiger Zeit sind die kleinen, steinernen „Boten des Himmels“ vielerorts wieder auf dem Vormarsch und versuchen in vielen Gärten ein bisschen den göttlichen Funken zu versprühen.

Auch in der Schweiz werden sie in jüngster Zeit vermehrt in Gartenfachgeschäften, Dekorationsläden oder bei Händlern im Internet angeboten. Günstige Figuren sind schon für weniger als 500 Franken zu bekommen.

Putten verzaubern den Garten

Sie spielen Harfe, hantieren genau wie der Liebesgott Amor mit Pfeil und Bogen, sitzen auf Kugeln oder stehen auf Säulen, sind mit allerlei Obst und Blüten ausgestattet oder fungieren sogar als kleiner Springbrunnen. Bei der Gestaltung von Putten gibt es für die Steinmetze viele Möglichkeiten, den kleinen Engeln eine Tätigkeit oder Funktion zuzuweisen. Nicht selten treten sie auch spielend als Paar oder als ganze Gruppe auf, um mit ihrer Anmut das Zeitalter des Barock wiederaufleben zu lassen.

Erste Putten gab es bereits in der Antike

Die ersten Putten tauchten bereits in der Antike auf, ihre Hochzeit erlebten sie allerdings am Ende der Renaissance und vor allem in der Zeit des Barocks, wo sie in grosser Anzahl in Kirchen und Palästen zu dekorativen Zwecken verwendet wurden. Hier traten sie nicht nur als Skulpturen auf, sondern liessen sich auch immer wieder auf ungezählten Bildern blicken. Das Wort Putte stammt von dem italienischen Wort Putto ab, was so viel wie Knabe oder Knäblein bedeutet. Eine typische Putte hat gelocktes Haar, ist meist nur wenig oder gar nicht bekleidet und darf durchaus auch gerne über ein bisschen Babyspeck verfügen. Einige besitzen auch ein Paar Flügel.

Die Putten im Garten

Putten erfüllen heute wie damals im Wesentlichen den Zweck der Dekoration. Sie machen sich auf Beeten gut, können der Mittelpunkt einer Rasenfläche oder ein schöner Blickfang am Rande eines Teichs sein oder auch eine Nische eines Pavillons mit Leben füllen. Oft besitzen Putten eine gewisse Symbolik: Hält ein Engel etwa etwas Getreide in der Hand, dann soll er damit der Göttin Ceres huldigen und für eine gute Ernte bitten; ist er mit einer Weinrebe bewaffnet, dann würdigt er damit dem Gott Bacchus.

Besonders schön wirken Putten, wenn sie eine kleine Patina aus Moos haben und dadurch schon etwas älter aussehen. Dieser Effekt lässt sich recht einfach künstlich herstellen, indem die Putten mit einer dünnen Schicht Joghurt bestrichen werden. Dies führt dazu, dass Moose und Flechten besonders gut an den Skulpturen gedeihen. So erhalten sie schnell einen nostalgischen Charme und passen sich sehr gut in ihr Umfeld ein.

 

Oberstes Bild: © Imageman – Shutterstock.com


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