Trockenbauwände einfach selber bauen - praktische Trennwände

Viele Hausbesitzer oder Wohnungseigentümer möchten nach Jahren einen grossen offenen Raum unterteilen. Aus verschiedensten Gründen. Das ist viel einfacher, als man denkt und sogar in Eigenbau realisierbar.

Offene Küchen und grosse offene Wohnbereiche waren und sind seit vielen Jahren absolut im Trend. Aber sie haben auch viele Nachteile. Einer davon ist die Energieeffizienz. Es ist einfach sehr schwer offene Räume gleichmässig warm zu halten.

Ein anderer Grund ist zum Beispiel, dass die kleinen Kinder im Teeniealter sind und jeder in der Familie seinen Rückzugsort braucht. Man sitzt nicht mehr zusammen im Wohnzimmer, sondern jeder hat seine Hobbys, die die anderen stören. Einen abgegrenzten Bereich mit einer extra Wand zu schaffen, ist dann eine gute Idee.

Trennwände braucht man aber auch in Büros, Museen und öffentlichen Gebäuden. Auch auf dem Dachboden sind Trockenbauwände eine gute Wahl.

Ebenso lassen sich mit solchen nachträglich eingebauten Wänden Schrägen ausgleichen. Mithilfe eines Trockenbausystems lassen sich viele Wohnträume rasch, ohne viel Dreck oder Lärm realisieren.

Wer handwerklich erfahren ist, braucht noch nicht mal Profis dafür.


Trennwände grenzen Wohnbereiche praktisch ab. (Bild: KUPRYNENKO ANDRII – shutterstock.com)

Trockenwand planen – wo passen sie am besten hin?

Leichtbauwände sind nicht tragend und nicht so dick und stabil wie die anderen Wände. Aber sie sind doch robust und können sogar Regale oder Schränke halten. Auch Türen und Fenster lassen sich anbringen, sodass man richtige extra kleine Räume bauen kann. Auf die Wand selbst kann man Fliesen, Tapeten oder Putz anbringen, sodass man etwa im Bad eine schöne extra Duschecke bauen kann oder die Toilette abgrenzen.

Ein wichtiger Punkt sind aber Strom- und Lichtschalter.

Vorher muss der Raum genau abgemessen werden. Natürlich mit Profiwerkzeug wie einer Wasserwaage schauen, ob alle Wände gerade sind, das ist nämlich nicht immer der Fall, etwa bei Fachwerkhäusern.

Dann muss man planen, welche Materialien man braucht. Das sind Platten, Dämm-Material und Ständerwerk. Als Werkzeug empfehlen sich die Wasserwaage, Akkubohrer, Bohrmaschine, Massband, Dübel, Schrauben, Lot, Spachtel, Teppichmesser, Blechschwere, Schleifpapier, Acryl, Eimer, Quast und Putz.

Bitte nicht einfach loslegen, bevor man nicht alles parat hat!


Trennwände sind in Bürogebäuden flexibel einsetzbar. (Bild: Monkey Business Images – shutterstock.com)

Ständerwerk – unverzichtbar zum Aufbau

Unten am Boden hat man ein sogenanntes UW Profil, eine Schiene, in der die Trockenbauwand hineinkommt. Sie wird entweder am Boden befestigt, an der Wand oder sie wird mit Silikon festgeklebt. Hier bitte verschiedene Anleitungen ansehen!

Dann kommen die CW Profile dazu. Sie werden vertikal eingesetzt und halten die Wand in der Höhe. Man kann sie auch mit einer Blechschere zurechtschneiden. Dieses Gestell, in das man mehrere Platten einfügen kann, ist das sogenannte Ständerwerk.

Jetzt kann man die Trockenbauplatten montieren. Mit einem Cuttermesser, einem Kantenhobel und Akkuschreiber lassen sich die Platten zuschneiden und Kanten glätten. Zwischen Wand und Boden sollte immer eine Fuge bleiben.

Wenn die Wände montiert sind, füllt man alle Fugen und Schraubenlöcher mit Acryl oder Silikon. Dann wird verspachtelt und abgeschliffen, was übersteht oder uneben ist.

Jetzt lässt sich der Trockenbau verputzen. Anschliessend kann man die Wand befliesen oder tapezieren.


Trockenbauwände können im Bad eingesetzt werden. (Bild: gamespirit – shutterstock.com)

Holzlatten oder Alu für das Ständerwerk

Holzlatten wurden früher immer im Trockenbau eingesetzt. Sie lassen sich gut zurecht sägen, schrauben und bohren. Aber Holz ist nicht so gerade wie ein Aluprofil. Daher wird die Wand dann uneben. Im Bad ist Holz ebenfalls nicht zu empfehlen. Es zieht Feuchtigkeit und verzieht sich dadurch selbst.

Alu Trockenbauwand Profile sind im Moment am beliebtesten. Sie sind  unkompliziert im Aufbau und schnell montiert. Natürlich kann man sie gut fürs Bad nutzen.

Die Rahmenteile verschraubt man oft mit Dübeln am Boden. Wenn das nicht geht, etwa weil man eine Fussbodenheizung hat, dann verklebt man sie besser. Mit Spezialkleber natürlich!

Braucht man Kabel, dann müssen in die Träger eventuell noch Kabeldurchlässe eingefräst werden. In diesem Fall ist eine Holzkonstruktion doch besser geeignet. Allerdings gibt es Alurahmen, wo die Durchlässe bereits ausgestanzt sind.

Bevor eine Trockenbauwand gestrichen wird, sollte man sie mit Tiefengrund grundieren. So saugt die Platte nicht so viel Farbe auf und sie haftet optimal.



Vor- und Nachteile einer Trockenbauwand

Mit Trockenbauwänden kann der gesamte Grundriss einer Wohnung verändert werden. Dadurch kann man schon mal 2-3 Zimmer mehr zur Verfügung haben, für den Nachwuchs oder als Arbeitszimmer.

In Bürogebäuden lassen sich so eigene Arbeitsplätze für ungestörtes Arbeiten realisieren. Sogar Kurven und Biegungen sind möglich. Also abgerundete Wände.

Natürlich sind die Wände nicht so dick wie Massivwände und daher lassen sie mehr Schall durch. Also kann es sein, dass im Büro die Telefonate mitgehört werden. Um das zu verhindern nimmt man extra Schalldämmung. Auch der Brandschutz ist ein Thema. Mit einer Dämmung durch Gipsplatten ist man am besten geschützt.

Vorteile sind der niedrige Preis, der schnelle Aufbau, die Flexibilität im Grundriss und in der Elektro-Installation. Nachteile sind die weniger starke Belastbarkeit durch Schränke. Ein hoher Schall- und Brandschutz kann nur durch entsprechende Dämmung erreicht werden.

Die Trockenbauwand: ohne Wasser

Der Name Trockenbauwand kommt daher, dass diese Wände beim Bau ohne Wasser auskommen. Bei Massivbauwänden nimmt man noch immer Beton, Putz, Mörtel, alles in Verbindung mit Wasser.

Eine klassische Trockenbauwand wird üblicherweise aus Gipskartonplatten hergestellt. Damit braucht die Herstellung nur wenig Zeit. Die Wand hat ein geringes Eigengewicht.

Trockenbauwände können Massivwände natürlich  nie ersetzen, weil sie nicht tragend eingesetzt werden. Aber sie sind ideal, um nachträglich Wände einzuziehen und so den Grundriss einer Wohnung immer wieder neu zu gestalten.

Allgemein aber sollte man davon absehen, wirklich schwere Dinge wie Küchenschränke an solchen Wänden anzubringen.



Weitere Alternative: Die Systemwand

Systemwände sind leicht versetzbare Trennwände. Auch für diese hat man Ständer und Platten, die eine Wand ergeben. Solche versetzbaren Systemwände sind meist von Werk vorgefertigt und recht schnell montiert. Auch Fenster und Türen sowie weitere Zusatzfunktionen sind schnell angebracht.

Allerdings kosten solche Wände mehr und sie sind nicht fugenlos. Zum Einsatz kommen sie meist in öffentlichen Gebäuden oder in Schulen, wo mehr Klassenzimmer benötigt werden.

Allerdings lassen sie sich wirklich sehr unkompliziert ohne Schmutz und Lärm aufbauen. Sogar während der Betrieb im Gebäude weitergeht.

Die versetzbaren Leichtbauwände helfen Räume zu gliedern, Arbeitsprozesse im Betrieb zu definieren und wirken raumakustisch. Das bedeutet sie sind eine super Alternative zum Großraumbüro und lassen sich zeitversetzt realisieren.

Diese Trennwandsysteme können mit Kunststoff beschichtet sein, mit Echtholz oder auch mit Stoff bezogen. Aber auch aus Glas gebaut sein.

Ein Büroraum aus Glas trennt einen Arbeitsbereich optisch und akustisch ab und sorgt für bessere Konzentration beim Arbeiten. Bei Bedarf lassen sich Jalousien anbringen.

 

Titelbild: amedeoemaja – shutterstock.com

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Mehr zu J. Florence Pompe

J. Florence Pompe hat Germanistik und Pädagogik studiert und ist seit 2010 hauptberufliche Texterin. Spezialisiert auf die Arbeit mit Wordpress, führt sie mit Freude mehrere eigene Blogs oder betreut Kundenseiten.

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