Welche Vintage-Möbel sind im Trend?

Möbel aus den 50er, 60er und 70er Jahren erleben zur Zeit ein grosses Revival. Besonders die jüngeren Generationen schätzen die alten Stile und vor allem die Hochwertigkeit der Möbel. Wir geben einen Überblick über gefragte Möbelstücke aus früheren Jahrzehnten.

Kommoden, Sofas, Couchtische, Sessel aus vergangenen Jahrzehnten sind wieder sehr gefragt. Ein richtiges Kultstück ist der Wassily-Chair im Bauhaus Stil.

Wer jetzt noch alte Möbel auf dem Dachboden hat oder die Einrichtung seiner Eltern geerbt, sollte also genau recherchieren, ob die alten Stücke nicht einen grösseren Wert haben, als gedacht.

Wir haben zurzeit wieder eine Nostalgie-Welle: Viele Menschen schätzen die früheren Jahrzehnte, ihre Mode, Kultur, Musik und Lifestyle allgemein wieder mehr. Zum einen stehen die Dinge aus früheren Zeiten für mehr Beständigkeit, solides Handwerk und Langlebigkeit. Zum anderen sorgen sie für Abwechslung im Einerlei der modernen Möbel-Stile.

Trend Vintage-Möbel findet man auf Flohmärkten und natürlich immer mehr online. Viele Online-Anbieter nennen sich sogar nach den entsprechenden Dekaden. Einige Plattformen bieten ausschliesslich Designerstücke an, wie der Shop Pamono. Auf Etsy allerdings, der Plattform für selbstgemachte Schätze, Kunst und Vintage, kann man auch markenlose Objekte anbieten. Hier  geht der Versand aber auch meist nach Amerika, was das Einstellen und Verwalten eines Händlerprofils aufwendig und schwierig macht.

Allerdings sind Vintage-Stücke aus Europa aktuell allgemein in den USA noch mehr gefragt als hier. Es kann also sein, dass sich ein aufwendiger Versand über den Ozean tatsächlich lohnt.


Alte hochwertige Möbel mit eigenem Charme. (Bild: Quang Nguyen vinh – shutterstock.com)

Welche alten Stile stehen im Fokus?

Neben den kultigen Stücken aus den 50er- und 60er Jahren, die ja den Namen „Midcentury“-Möbel geprägt haben, sind es auch vermehrt interessante Stücke aus den 1970er Jahren. Hier sind skurrile Lampen gefragt, aber auch Rattanmöbel und gemusterte Sofas. Auch die 90er Jahre sind mittlerweile interessant, mit Tie-Dye Dessins und geschwungenen, statt den heutigen kantigen Formen.

Ein erstaunliches Revival erleben zurzeit auch die 60er Jahre Pilzlampen, die sogenannten „Tulpentische“ und die typischen Bogenlampen.

Mid-Century Möbel: Möbel aus der Mitte des 20. Jahrhunderts, insbesondere aus den 1950er und 1960er Jahren, sind nach wie vor äusserst gefragt. Ihr schlankes Design, klare Linien und organische Formen passen wunderbar zu modernen Einrichtungsstilen. Besonders begehrt sind Stücke von Designikonen wie Eames, Saarinen oder Wegner, sei es ein eleganter Lounge Chair, ein minimalistischer Esstisch oder ein ikonischer Sideboard.


Besonders das Leichte und Reduzierte ist wieder gefragt. (Bild: Ground Picture – shutterstock.com)

Rustikale Bauernhausmöbel: Der rustikale Bauernhausstil erfreut sich dank des anhaltenden Shabby-Trends ebenfalls grosser Beliebtheit. Das sind Möbelstücke im Landhausstil, die eine rustikale, gemütliche Atmosphäre schaffen. Von robusten Holztischen über vintage-inspirierte Schränke bis hin zu charmanten Bauernhausstühlen – diese Möbel verleihen jedem Raum einen Hauch von ländlichem Flair und Gemütlichkeit.

Bauhaus Möbel: Dieser Stil geht auf die berühmte Kunst- und Designschule zurück, die von 1919 bis 1933 in Deutschland existierte. Bauhaus Möbel sind geprägt von einer reduzierten und geometrischen Formensprache, die sich an den Bedürfnissen des Menschen orientiert. Typische Materialien sind Stahlrohr, Holz, Leder und Stoff. Bauhaus Möbel passen gut zu einem industriellen und urbanen Wohnstil.

Regency Dekor: Dieser Stil bezieht sich auf die Möbel aus der Zeit des britischen Königs George IV. (1811-1830), die von der französischen Empire- und Neoklassik beeinflusst waren. Regency Möbel sind charakterisiert durch eine schlichte und edle Erscheinung, die sich in dunklen Hölzern, vergoldeten Akzenten und geschwungenen Linien widerspiegelt. Typische Materialien sind Mahagoni, Ebenholz, Messing und Seide. Regency Möbel passen gut zu einem klassischen und raffinierten Wohnstil.

Art Deco Elemente: Die eleganten und luxuriösen Designs des Art Deco aus den 1920er und 1930er Jahren erleben derzeit eine Renaissance. Mit ihren geometrischen Formen, hochwertigen Materialien und glamourösen Details verleihen Art-Deco-Möbelstücke jedem Raum einen Hauch von Raffinesse und Eleganz. Von geschwungenen Samtsofas über glänzende Messingtische bis hin zu opulenten Kommoden – diese Stücke sind zeitlos und bringen einen Hauch von Luxus in jedes Zuhause. Typische Materialien sind Chrom, Glas, Spiegel, Marmor und Samt.


Massive Art  Deco Anrichte für einen opulenten Wohnstil. (Bild: Juris Kraulis – shutterstock.com)

Vintage Industriemöbel: Industriell inspirierte Möbelstücke sind ebenfalls im Trend. Mit ihrer robusten Bauweise, markanten Metallakzenten und rustikalen Oberflächen verleihen sie einem Raum einen urbanen, industriellen Charme. Von alten Fabrikregalen über Vintage-Schreibtische bis hin zu industriellen Barhockern – diese Stücke bringen einen Hauch von Loft-Ästhetik in moderne Wohnungen und Häuser.

Retro-Accessoires: Neben Möbeln sind auch Vintage-Accessoires im Trend. Alte Leuchten, Vintage-Teppiche, nostalgische Wanduhren oder originelle Dekoartikel aus vergangenen Zeiten setzen Akzente und verleihen jedem Raum eine persönliche Note mit Geschichte und Charakter.


Verschiedene coole Vintage-Accessoires zum Akzente setzen. (Bild: Lightman4289 – shutterstock.com)

Insgesamt lässt sich sagen, dass Vintage-Möbelstücke eine vielseitige Möglichkeit bieten, um jedem Raum Individualität und Persönlichkeit zu verleihen. Ob Mid-Century-Klassiker, rustikale Bauernhausmöbel, elegante Art-Deco-Stücke, industriell inspirierte Möbel oder Retro-Accessoires – der Charme vergangener Zeiten ist zeitlos und findet in modernen Wohnräumen immer wieder seinen Platz. Wer seinem Zuhause eine besondere Note verleihen möchte, sollte daher einen Blick auf die vielfältige Welt der Vintage-Möbel werfen.

Vintage-Möbel sind nicht zu verwechseln mit Retro-Möbeln, die neuere Möbel sind, die im Stil vergangener Jahrzehnte gestaltet sind. Retro-Möbel können zwar auch sehr schön sein, haben aber nicht den gleichen historischen und authentischen Charakter wie Vintage-Möbel. Oft ist auch die Verarbeitung und das Material weniger hochwertig.

Wie kann man Vintage-Möbel in sein Zuhause integrieren?

Mischen und kombinieren: Sie müssen sich heutzutage nicht auf einen Vintage-Stil festlegen, sondern können verschiedene Stile und Epochen miteinander kombinieren, um einen spannenden und persönlichen Look zu kreieren. Achten Sie dabei darauf, dass nicht zu viele verschiedene Elemente verwendet werden, sondern ein harmonisches Gesamtbild erzeugt wird.

Akzente setzen: Sie müssen natürlich nicht das ganzes Zuhause mit Vintage-Möbeln ausstatten und wie im Museum leben, sondern es geht darum einzelne Akzente zu setzen, die jedem Raum das gewisse Etwas verleihen. Zum Beispiel kann ein Vintage-Sessel, ein Vintage-Spiegel oder eine Vintage-Lampe als Blickfang im Wohnzimmer platziert werden.

Restaurieren und recyceln: Viele Vintage-Möbel haben Gebrauchsspuren, die ihnen einen besonderen Charme verleihen. Wenn man aber möchte kann man sie auch restaurieren oder überarbeiten, um ihnen einen neuen Glanz oder eine vollkommen andere Optik zu verleihen. Es ist zum Beispiel sehr im Trend alte Möbel mit Verzierungen mit Kreidefarbe zu streichen und dann die Verzierungen mit Blattgold hervorzuheben, was ihnen ein super edles Finish verleiht.


Alte Möbel bunt streichen und die Schnitzereien hervorheben. (Bild: Lia_Russy – shutterstock.com)

Vintage-Möbel sind im Trend und bieten eine tolle Möglichkeit, das Zuhause mit alten Schätzen aufzupeppen. Sie können aus vielen verschiedenen Vintage-Stilen wählen, was zum eigenen Wohnstil passt und sie auf verschiedene Weise integrieren. Vintage-Möbel sind nicht nur schön anzusehen, sondern auch nachhaltig und wertvoll.



 

Titelbild: Followtheflow – shutterstock.com

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