Mein Stuhl, der hat vier Füsse – oder doch nicht?

07.08.2014 |  Von  |  Accessoires
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Mein Stuhl, der hat vier Füsse – oder doch nicht?
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Einbein, kein Bein, Dreibein oder Vierbein – die Sitzmöbelhersteller bieten jede Variante an. Welche Stühle oder Hocker sind für welchen Bereich geeignet und gibt es tatsächlich Stühle mit nur zwei Beinen oder ganz ohne Beine? Welche Stühle bevorzugen die Schweizer? Folgen Sie uns auf einer kleinen Reise durch die Welt der Sitzmöbel.

Ein Stühlchen steht im Walde, ganz still und stumm

Als klassischer Einbein-Stuhl gilt der Ansitzstuhl der Jäger. Er besteht aus einer meist faltbaren Sitzfläche und einem Sitzstab, der mit der Spitze in den Boden gesteckt wird. Ein weiterer Einbein-Hocker ist der hauptsächlich auf dem Land bekannte Melkschemel. Diese Sitzmöglichkeit wird einfach ans Gesäss geschnallt und ermöglicht dem Bauern, seinen Schemel jederzeit mitzuführen und sich zum Melken der Kühe einfach hinzusetzen. Auch ein Barhocker ist im weitesten Sinne ein einbeiniger Stuhl. Sein Bein besteht aus einer Säule mit Fussteller. Einige Designerstühle, zum Beispiel der Panton, spielen ebenfalls mit der Einbein-Variante.

Gibt es tatsächlich Stühle mit nur zwei Beinen?

Ein Stuhl mit nur zwei Beinen würde unweigerlich umkippen. Dennoch haben sich kreative Designer auch an diese Herausforderung gewagt und einen Stuhl mit zwei Beinen erfunden. Allerdings ist dieser ein Fake. Der Shadow Chair der Designerschmiede Duffy London sieht aus, als würde die Sitzfläche auf zwei Beinen in der Luft schweben. Tatsächlich handelt es sich jedoch um eine optische Täuschung, denn der schwarze Schatten gehört mit zur Konstruktion und besteht aus einer Metallplatte, die dem Sitzmöbel die nötige Stabilität verleiht.

Drei Beine können eine wacklige Angelegenheit sein

Der klassische Dreibein-Stuhl ist normalerweise ein Faltstuhl, der von Anglern und Campern genutzt wird. Er lässt sich platzsparend zusammenklappen und verstauen. Einen stabilen dreibeinigen Stuhl findet man im Handel nicht. Als Museumsstück hingegen schon. Der Kopenhagener Architekt und Designer Arne Emil Jacobsen (1902–1971) entwickelte für die Kantine eines dänischen Pharmazieunternehmens einen futuristischen Designerstuhl, der aufgrund seiner ungewöhnlichen Form auch „die Ameise“ genannt wird. Dieser Dreibein-Stuhl ist im Museum of Modern Art in New York und im Designmuseum Danmark in Kopenhagen zu bewundern.

Der Klassiker – vier Beine machen einen Stuhl

Jeder Mensch hat einen solchen Stuhl an seinem Esstisch stehen. Jedes Kind weiss, wie ein „echter“ Stuhl auszusehen hat: Er hat vier Beine und eine Lehne. Modelle ohne Lehne werden Hocker genannt. Ursprünglich wurden Stühle aus Holz gefertigt, inzwischen kommen alle stabilen Werkstoffe zum Einsatz.

Die ersten Stühle hatten überhaupt keine Beine

Unsere Vorfahren nutzten Baumstümpfe oder Steine zum Sitzen. Die ersten Stühle mit Rückenlehne wurden aus Baumstämmen geschnitzt. Zwei solcher Holzklotzstühle sind in der Kirche Santa Maria de la Tossa de Montbui in der Provinz Barcelona zu besichtigen.

Jedes Jahr wird in der Schweiz der Prix Design Suisse verliehen. In der Kategorie Sitzmöbel gewann 2013/2014 ein minimalistischer Stuhl aus Leimholz mit vier Beinen.

 

Oberstes Bild: © MARSIL – Shutterstock.com

Über Claudia Göpel

Als gelernte Zahntechnikerin schreibe ich exzellent recherchierte Texte rund um die Themen Zahnmedizin, Allgemeinmedizin, Geriatrie und Gesundheit.
Sie profitieren mit mir als Auftragstexterin zudem von einem reichen Erfahrungsschatz in den Berufsbereichen Gastronomie, Kultur und Recht. Blog- und Fachartikel über Kinder, Tiere (Hunde, Katzen, Vögel, Fische, Reptilien, Kleinsäuger, Vogelspinnen), Pflanzen, Mode, Möbel und Denkmalschutz schreibe ich ebenfalls mit Begeisterung und reichlich Hintergrundwissen.
Zum Ausgleich verfasse ich in meiner Freizeit Kriminalstorys sowie erotische Kurzgeschichten, die unter dem Pseudonym Anastasia in zahlreichen Büchern und Erotik-Magazinen veröffentlicht sind. Ausserdem bin ich seit vielen Jahren ehrenamtlich als Klinikclown für kranke Kinder in deutschen Krankenhäusern und Hospizen aktiv.


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