Das schönste Wohnzimmer der Saison

12.06.2014 |  Von  |  Accessoires, Allgemein
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Das schönste Wohnzimmer der Saison
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Das 21. Jahrhundert ist das Jahrhundert der Singles. Diese bevölkerungsstatistische Feststellung gilt vielleicht nicht für die ganze Welt – aber für Westeuropa bestimmt. Die Zahl der Einzelhaushalte wächst. Die Zahl der bewohnten Quadratmeter schrumpft. Gleichzeitig mit der Bevölkerungsstruktur ändert sich unsere Auffassung vom einzeln lebenden Menschen.

Früher war ein allein lebender Mann, je nach Blickwinkel, ein Solitär, ein Eigenbrötler, unverbesserlicher Junggeselle, ein Steppenwolf. Die allein lebende Frau, noch schlimmer dran, hatte keinen abgekriegt, war ein ewiger Backfisch, eine Fromme Helene, eine alte Jungfer.

Moderne Singles leben unter anderen Bedingungen. Sie haben ihren Status frei bestimmt. Sie haben sich nicht gramvoll aus der Welt zurückgezogen. Im Gegenteil. Sie geben den Ton an. Sie prägen den Stil. Unter ihnen befindet sich eine grosse Anzahl selbstbewusster Frauen und Männer, die das Leben geniessen und Wert auf ästhetische Lebensformen legen. Sie können es sich leisten, neugierig und unkonventionell zu sein. Für diese wachsende Zahl bewusst einzeln lebender Menschen müssen Mode- und Einrichtungsunternehmen sich neu erfinden.

Konkret gesagt: Der Trend geht nicht zur ausladenden Grossfamilien-Essecke, sondern zu aparten Lösungen für einzeln oder zu zweit speisende Menschen. Gut bemerkbar macht sich die Tendenz zur Wohnlandschaftsverkleinerung im Bereich der Gartenmöbel und -accessoires. Ein Single muss keinen Familiengarten mit den extrabreiten Loungemöbeln der Saison vollstellen. Ein Single tritt mit Mutter Natur auf dem Balkon in Kontakt oder auf der Dachterrasse. Ein kleiner, aber hochwichtiger Raum, der mit allem versorgt sein will, was der Frischluftliebhaber für Bequemlichkeit und Hipness braucht. Das ist die Herausforderung.




Vom Grill zum zweiten Wohnzimmer




Früher waren die Aufgaben eines Balkons genau definiert. 1. Träger von Geranien. 2. Imbissecke. 3. Sonnenstudio. Der kleine Campingtisch, der zum Abstellen der Eisschalen diente, wackelte immer auf einem Fuss. Meistens pflegte der Balkonliebhaber auf dem Liegestuhl zu ruhen, ausgerichtet nach der Sonne und eingeölt. Abends wankte er mit einem leichten Schwindelstich ins schattige Wohnzimmer zurück und brauchte eine halbe Stunde, bis er klare Konturen sah.




Heute, im Zeitalter der Singles und der Lebensstilverfeinerung, werden andere Ansprüche an den Aussenposten der Wohnung gestellt. Zum einen hat sich auch unter eingeschworensten Sonnenanbetern die krebsverursachende Wirkung der UV-Strahlen herumgesprochen. Zum anderen möchten wir es auf dem Balkon einfach nur schön haben. Bequem. Gemütlich. Der Balkon ist im Sommer nicht der Grill der Wohnung, sondern zweites Wohnzimmer. Genau in diesem Stil werden Balkone jetzt eingerichtet.

Ästhetik für die Füsse 

So viel wie möglich draussen sein: Das ist das Ziel. Und so stylish und gemütlich wie möglich draussen sein: Das ist auch auf einem Balkon möglich. Fangen wir mit dem Boden an. Der Balkon ist im Sommer Barfussbereich. Aber selbst bei warmem Wetter wollen wir unsere Füsse nicht auf Estrich oder kalte Keramikfliesen setzen. Holzfliesen mit Klicksystem sind die perfekte Lösung für den fuss- und augenfreundlichen Untergrund: Die warme, natürliche Optik wertet jeden Balkonboden auf. Ein weiterer Vorteil: Man muss kein Examen in Fliesenverlegung gemacht haben, um die schnelltrocknenden Holzmodule zu installieren.

Noch leichter (und kostengünstiger) geht die Bodengestaltung mit einem Outdoor-Teppich. Die Auslegware aus wetterfestem Polyesther ist im Nu an Ort und Stelle platziert und schmückt den Fussbereich in 1000 Farbtönen und Mustern. Besonders angesagt sind karierte und gestreifte Entwürfe und Eisfarben wie Pink und Limone.






Nachdem Teppich oder "Parkett" ausgelegt worden ist, darf das "Plein-Air-Wohnzimmer" mit Möbeln bestückt werden. (Bild: nanD_Phanuwat / Shutterstock.com)

Nachdem Teppich oder „Parkett“ ausgelegt worden ist, darf das „Plein-Air-Wohnzimmer“ mit Möbeln bestückt werden. (Bild: nanD_Phanuwat / Shutterstock.com)

Teak und freche Accessoires

Nachdem Teppich oder „Parkett“ ausgelegt worden ist, darf das „Plein-Air-Wohnzimmer“ mit Möbeln bestückt werden. Der ewig auf einem seiner Füsse wackelnde Campingtisch hat ausgedient. Die Generation der Singles schätzt Improvisation und Eigenbau (Stichwort Möbel aus Europaletten) – aber im improvisierten Frischluftwohnzimmer zieht sie Solidität vor.

Immer noch beliebt ist der Klassiker Teakholz. Das ist auch kein Wunder, denn der schöne rotbraune Ton dieses Naturmaterials ist eine Freude fürs Auge und harmoniert aufs Angenehmste mit den bevorzugten Farben von Wohnaccessoires: Pink, Hummerrot und verschiedenen Grüntönen. Teak ist Tropenholz und besitzt einen natürlichen Verwitterungsschutz. Der umweltbewusste Single achtet auf das FSC-Siegel: Der Forest Stewardship Council sorgt für ökologisch und ökonomisch faire Bedingungen bei der Erwirtschaftung des Holzes.




Als neue Errungenschaft dieser Saison stehen neben den klassischen Teak-Gartenmöbeln Edelstahltische mit Metall-Optik. Hier treiben neue Materialien ein Verwirrspiel mit den Sinnen: Denn was aussieht wie eine irisierende Metalloberfläche, ist gar keine. Die Tischplatte über der Edelstahl-Tragekonstruktion ist aus HLP = High Pressure Laminate, einem absolut wetterfesten Laminat, das man aus dem Fassadenbau kennt.

Die riesigen bunten Sofakissen – Symbol der neuen, frechen Mixed-Media-Saison – finden sich auch im Balkonwohnzimmer. Wer es besonders extravagant mag, hängt sich einen Kronleuchter über seine Komposition. Loungemöbel, die neuen Ruhepole moderner Gärten, sind für schmale Balkone zu ausladend. Aber wie gesagt: Der Single kann improvisieren.

Wenn wir ein paar Stockwerke höher steigen, treffen wir auf den Dächern wahre Kleingartenidyllen an. Hier passt auch der Loungesessel hin, am besten als Chaiselongue oder Récamiere. Dazu noch ein Grill und eine Hollywoodschaukel. Und ehrlich gesagt: Wo kann man besser entspannen und träumen als im Grünen über den Dächern der Stadt – unter dem Himmel von Berlin oder Zürich?

 

Oberstes Bild: © Aleshyn_Andrei – Shutterstock.com



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