Farbenlehre im Wandel – von Da Vinci über Goethe bis heute

05.08.2014 |  Von  |  Allgemein
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Farbenlehre im Wandel – von Da Vinci über Goethe bis heute
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Sprechen wir über Einrichten, Design und Gestaltung, spielen Farben neben Formen eine wichtige Rolle. Manche postulierten sogar, die Farbe sei alles, so der Designer Verner Panton. Über die Farben etwas länger nachzusinnen ist aber für das eigene Wissen und die Stilsicherheit ein Moment der Sammlung, der sich lohnt.

Die Augen sind unser wichtigstes Sinnesorgan, das uns mit 70 % der menschlichen Sinnesreizverarbeitung am umfassendsten über unsere Umwelt informiert. Farben faszinieren und spielten immer eine grosse Rolle, da man über ihre Wirkungen weiss: Ob ein verführerisches Kleid, ein mit Bedacht gestaltetes Familienwappen oder ein Werbelogo – Farbe verschafft sich Zutritt in unser Unterbewusstsein und Gefühlsleben.

Im 15. Jahrhundert versuchte sich der Künstler Leonardo da Vinci bereits an systematischer Farbbetrachtung, was sich so liest: Gelb ist eine einfache Farbe, Blau ist gefügt aus Licht und Dunkelheit. Newton verwissenschaftlichte die Farbenlehre durch Versuche mit gläsernen Prismen. Er postulierte, dass Weiss aus Rot, Grün und Blau, also drei Regenbogenfarben oder Spektralfarben, zusammengesetzt ist. Schwarz sei Abwesenheit von Licht.

Ende des 18. Jahrhunderts kennt Goethe sechs Grundfarben: Purpur, Rotgelb, Gelb, Grün, Blau und Rotblau. Er fügt diese mit Farbverläufen zu einem Farbenkreis zusammen. Von hier aus wurden viele weitere Farblehren entwickelt. Goethe brachte aber auch Farben und menschliche Geistes- und Seelenzustände in einen Zusammenhang. Eine erste psychologische Farbdeutung war damit formuliert.

Trotz sehr subjektiver Farbempfindung und unterschiedlichen Geschmacks ist man sich erstaunlich einig über einige von Farben verursachte Grundwirkungen: Rot ist er- und aufregend, Gelb hebt die seelische Stimmung, Blau wiederum kühlt und beruhigt. Durch die Wahl von Wandfarben, Accessoires und Lichteffekten können wir uns das zunutze machen.

Wem das zu psychologisch und zeitgeistig ist, der höre in unsere gefärbte Sprache, die in vielen Jahrhunderten aus Erfahrung entstanden ist: Grün ist die Hoffnung, gelb ist der Neid, blau eventuell das Wunder und grau alle Theorie. Rot aber zieht sich als der legendäre Faden durch unser Leben und steht auch für die Liebe.

 

Oberstes Bild: © Piccia Neri – Shutterstock.com


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