Futons – Schlafen auf japanische Art

09.06.2014 |  Von  |  Schlafzimmer
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Futons – Schlafen auf japanische Art
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Japanische Futons sind mittlerweile in Europa sehr beliebt. Während in Japan der Futon eine Bettrolle bezeichnet, die nach dem Schlafen platzsparend verstaut werden kann, besteht ein Futon in der westlichen Welt in der Regel aus einem niedrigen Bettgestell und einer passenden Matratze. Wer ganz klassisch japanisch schlafen möchte, legt die traditionelle Reismatte, das Tatami, unter den Futon und verzichtet auf das Bettgestell.

Der Futon ist bereits rund 2500 Jahre alt. Damals wurde Japan von den Samurai regiert, deren Unterkünfte sehr klein waren. Die Krieger übten sich nicht nur in Waffenführung, sondern auch in anspruchsloser Lebensweise. Häufig bestanden die Unterkünfte nur aus einem Raum, der sowohl zum Leben als auch zum Schlafen genutzt wurde. Tagsüber wurden die Futons zusammengerollt in die Ecke gestellt und abends zur Nachtruhe wieder hervorgeholt.

Klassische Schlafzimmer gibt es in Japan noch nicht sehr lange. Ursprünglich gab es keinen Raum, der einzig dem Schlafen vorbehalten war, und so breitete die gesamte Familie abends ihre Futons auf dem Boden des gemeinsamen Raumes aus. Berichten zufolge übernahmen die Japaner die westliche Tradition des eigenen Schlafraums in den 50er-Jahren. Dennoch ist Wohnraum gerade in den grossen Städten sehr teuer, und so schlafen zahlreiche Japaner noch immer auf die traditionelle Art.

In Japan unterteilt man den Futon in die Schlafunterlage und die Bettdecke. Die shiki-buton, die Schlafunterlage, ist nach Angaben Wikipedias etwa zehn Zentimeter hoch und wird zum Schlafen auf dem Boden ausgerollt. Darauf befindet sich die kake-buton, die Bettdecke. Ursprünglich besteht der japanische Futon aus Baumwollfasern. In Europa werden die japanischen Matratzen vorwiegend aus Kokosfaser, Schurwolle, Rosshaar und Naturlatex hergestellt. Damit soll vor allem der mit dem Besitz eines Futons verbundene Pflegeaufwand reduziert werden. Die verwendete Baumwolle macht den Futon weich und luftdurchlässig, Kokosfaser bringt die Matratze gemeinsam mit Latex in ihre Form und gewährleistet hervorragende Bequemlichkeit.




Im Gegensatz zu einer klassischen Matratze bietet ein Futon keinen Lebensraum für Milben – die gute Luftdurchlässigkeit und die natürlichen Materialien sorgen stets für eine optimale Temperatur. Je nach Jahreszeit wärmt oder kühlt der Futon sehr angenehm – so schlafen Sie im Winter herrlich warm, während Sie sich an heissen Sommertagen über die kühle Unterlage freuen. Wer einen Futon besitzt, sollte ihn regelmässig aufrollen, aufschütteln oder klopfen. Auf diese Weise bleiben die enthaltenen Fasern schön locker. Experten empfehlen, den Futon alle zwei Tage kurz aufzulockern.

Verklumpt die enthaltene Baumwolle, kann das zu unangenehmen Verhärtungen führen. Waschbar ist die japanische Matratze nicht, zur Vermeidung von Flecken gibt es spezielle abnehmbare und waschbare Schoner.






Der Futon verschwindet dabei nicht im Schrank, sondern wird zusammengeschoben zur gemütlichen Sitzfläche – eine ideale Lösung für Einzimmerwohnungen oder kleine Appartements! (Bild: GoodMood Photo / Shutterstock.com)

Der Futon verschwindet dabei nicht im Schrank, sondern wird zusammengeschoben zur gemütlichen Sitzfläche – eine ideale Lösung für Einzimmerwohnungen oder kleine Appartements! (Bild: GoodMood Photo / Shutterstock.com)

In der Regel werden die Futons in unseren Breiten durch niedrige Bettgestelle vervollständigt, die auf die westlichen Schlafgewohnheiten ausgerichtet sind, aber dennoch alle Vorteile der japanischen Matratze bieten. Im Handel erhalten Sie Gestelle, die Sie tagsüber in ein bequemes Sofa verwandeln können. Der Futon verschwindet dabei nicht im Schrank, sondern wird zusammengeschoben zur gemütlichen Sitzfläche – eine ideale Lösung für Einzimmerwohnungen oder kleine Appartements!




Wenn Sie typisch japanisch schlafen wollen, breiten Sie unter dem Futon einen Tatami aus. Das Tatami ist eine traditionelle japanische Reismatte, die unter dem Futon liegt und als Bodenbelag genutzt wird. So werden die Raumgrössen in Japan in Tatami angegeben. Während das Tatami zunächst nur am Hofe des Kaisers verwendet wurde, fand es im Laufe der Zeit zunehmend Einzug in die normalen japanischen Häuser, so dass seit dem 18. Jahrhundert alle Japaner auf den traditionellen Matten schlafen.




Das Tatami besteht aus zusammengebundenen Reishalmen, die mit einer Schicht aus Schilfhalmen überzogen wurden. An den Seiten werden die Halme durch angenähte Baumwollbänder fixiert. Ist das Tatami noch neu, sind die Pflanzenanteile noch frisch und die Matte nimmt Kohlendioxid auf. Im Laufe der Zeit wechselt das Tatami seine Farbe von einem grünen zu einem bräunlichen Farbton. Die Absorptionsfähigkeit der Matte nimmt ab.

Bereits seit einigen Jahrhunderten bestehen Tatami aus Igusa-Stroh, in dessen Fasern kleine Löchlein für eine hervorragende Durchlüftung sorgen. Das Tatami ist etwa fünfeinhalb Zentimeter dick und wird in Japan traditionell nur ohne Schuhe betreten. Ähnlich wie der Futon sollte das Tatami von Zeit zu Zeit gelüftet werden. Sie können die Matte mit einem feuchten Tuch und etwas Seife abreiben, dann haben Sie lange Freude an der japanischen Schlafunterlage. Zu viel Wasser ist Gift für das Tatami!

In Japan gilt es als sehr unhöflich, auf den Rand eines Tatamis zu treten. Aufgrund der Herstellungsweise ist der Rand sehr empfindlich und sollte daher geschont werden!




Entscheiden Sie sich gegen das klassische Tatami, erhalten Sie im Handel zahlreiche Bettgestelle für Ihren Futon. Die Gestelle sind idealerweise aus Massivholz gefertigt, das natürliche Material harmoniert hervorragend mit den japanischen Schlafunterlagen. In die Bettgestelle können Sie ein passendes Tatami einlegen und so den westlichen Schlafkomfort optimal mit der japanischen Tradition kombinieren.

In Japan werden die Toten mit dem Kopf in Richtung Norden beerdigt. Wenn Sie traditionell japanisch schlafen wollen, achten Sie darauf, Ihr Kopfkissen nicht in diese Richtung auszurichten, das verbietet der Aberglaube!

Oberstes Bild: © koi88 – Shutterstock.com

Über Andrea Hauser

Aus meinem langjährigen Hobby, dem Schreiben, ist im Jahr 2010 ein echter Job geworden - seitdem arbeite ich als selbständige Texterin. Davor war ich als gelernte Bankkauffrau im klassischen Kreditgeschäft einer Hypothekenbank tätig. Immobilien und Baufinanzierungen zählen noch immer zu meinen Steckenpferden. Angetrieben durch die Lust, Neues zu entdecken, arbeite ich mich gern in unbekannte Themengebiete ein und lasse mich schnell begeistern.

Mit meiner Familie erkunde ich in den Ferien fremde Metropolen oder lasse bei einem Badeurlaub einfach die Seele baumeln. Seit ich klein bin, sind Bücher meine große Leidenschaft, wenn es meine Zeit erlaubt, bin ich immer mit einem guten Buch anzutreffen. Mich fasziniert alles, was mit Kreativität zu tun hat: Von Acrylbildern, über Glasmalerei bis hin zu Loombands habe ich schon vieles ausprobiert.


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