Möbel restaurieren – Dachbodenfunden zu neuem Glanz verhelfen

02.10.2020 |  Von  |  Allgemein, Möbelpflege

Aus einem Dachbodenfund wird nach einer fachgerechten Restauration ein kleines Schmuckstück. Wer eine alte Truhe, ein nostalgisches Schränkchen oder ein anderes Möbelstück auf Vordermann bringen möchte, sollte vor allem auf eine gute Vorbereitung achten.

Mit exakter Planung werden die Vintage-Möbel wieder wie neu.

Wenn Sie zum ersten Mal selbst Hand anlegen, empfiehlt sich die Aufarbeitung eines einfachen Möbelstücks. Die Restauration des teueren Louis-XV-Stuhls überlassen Sie als Laie zunächst also lieber dem Fachmann. Gut geeignet sind kleine Schränkchen oder Tische ohne aufwändige Verzierungen oder Beschläge. Auch eine Kommode, die bisher im Keller stand, ist ideal, um als Einsteiger loszulegen.

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Erstellen Sie eine Checkliste – was muss gemacht werden?

Idealerweise überprüfen Sie das Möbelstück zunächst auf Funktion und etwaige Beschädigungen und machen eine komplette Bestandsaufnahme: Sind Beschläge oder Scharniere intakt? Funktioniert das Schloss oder ist eine Erneuerung erforderlich? Sind die Türen leichtgängig oder muss bei der Einstellung nachjustiert werden? Lassen sich die Schubladen problemlos herausziehen? Wie sieht es mit dem Holz ais? Ist Furnier locker und muss erneuert werden? Erstellen Sie am besten eine Checkliste, in der Sie alle Punkte notieren. Überlegen Sie nun, welche Werkzeuge und Materialien Sie benötigen, damit Sie alles zur Hand haben.


Ein Kellerfund erstrahlt im neuen Look. (Bild: Anna Chavdar – shutterstock)


Entfernen Sie Metallschläge und Verzierungen

Benötigt das Möbelstück einen neuen Anstrich, entfernen Sie zunächst alle Metallbeschläge, Rosetten und Verzierungen. Defekte Teile ersetzen Sie am besten durch neue. Es gibt verschiedene Händler, die sich auf Klein- und Zubehörteile spezialisiert haben. Unter Umständen finden Sie ein altes Teil, das sich perfekt für Ihr Möbelstück eignet. Danach geht es der alten Farbe an den Kragen. Eigentlich reicht es aus, die Reste mit Schleifpapier und einem Spatel zu entfernen. Hartnäckige Reste lassen sich mit Abbeizer oder Nitroverdünnung lösen. Gerade bei Verzierungen sollten Sie sehr vorsichtig vorgehen. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, um alle Reste sorgfältig zu beseitigen, dann wird das Ergebnis sehenswert.

So schleifen Sie richtig

Bevor Sie schleifen, besorgen Sie sich am besten Schleifpapier in unterschiedlichen Körnungen. Wenn Sie per Hand schleifen, benötigen Sie einen Schleifklotz oder Block. Kleinere Stellen lassen sich gut mit einem Schleifschwamm bearbeiten. Versuchen Sie, stets mit gleichbleibendem Druck zu arbeiten, damit es keine Dellen gibt. Wenn Sie elektrisch schleifen möchten, ist ein Bandschleifer eine gute Wahl.

Nun gestalten Sie das Möbel ganz nach Ihren Wünschen. Lackieren Sie in einer neuen Farbe, sollte vorher sorgfältig grundiert werden, bevor mehrere Deckanstriche folgen. Im Handel erhalten Sie verschiedene Farben und Produkte, je nachdem ob Sie es glatt oder glänzend mögen. Wollen Sie es natürlich halten, verzichten Sie auf einen neuen Anstrich und verwenden ein Öl oder ein Wachs um das Holz zu behandeln.


Schleifen Sie mit gleichmässigem Druck. (Bild: aerogondo2 – shutterstock)


Weichholzmöbel selbst restaurieren

Handelt es sich um ein sogenanntes Weichholzmöbel aus Kiefer oder Fichte, ist das Möbelstück in aller Regel nicht lackiert. Das Holz benötigt lediglich eine Auffrischung, zudem müssen Flecken und Verfärbungen entfernt werden. Idealerweise schleifen Sie diese Stellen sorgfältig ab. Sind die Flecken sehr tief in das Holz eingedrungen, lassen sie sich nicht mehr beseitigen. Nach dem Abschleifen versiegeln Sie das Möbelstück mit Holzwachs oder Öl. Handelt es sich um einen Tisch, empfiehlt sich die Verwendung von Klarlack, um künftigen Verunreinigungen vorzubeugen.

Weichholzmöbel sollten von Zeit zu Zeit geölt werden. Im Handel erhalten Sie passende Produkte. Gut geeignet ist auch ein Olivenöl oder Leinöl. Zum Auftragen sollte das Öl am besten ganz leicht erwärmt werden. Nutzen Sie einen weichen Lappen und reiben das Öl grosszügig ein. Fühlt sich das Holz nach der Behandlung leicht aufgeraut an, gehen Sie einfach mit sehr feinem Schleifpapier über die Fläche. Auch kleine Kratzer lassen sich auf diese Weise leicht entfernen.

Alte Möbelstücke sind oftmals nicht mit Schrauben, sondern durch Holzverbindungen zusammengesteckt. Lockere Verbindungen sollten Sie am besten austauschen und gegebenenfalls auch leimen, um weiterhin Stabilität zu gewährleisten. Entfernen Sie vor der Bearbeitung alte Klebereste sorgfältig.


Neuer Anstrich für altes Möbelstück. (Bild: Miriam Doerr Martin Frommherz – shutterstock)


Bei Furnier ist Fingerspitzengefühl gefragt

Ein gesplittertes oder kaputtes Holzfurnier findet sich häufig an älteren Möbelstücken. Kleinere Stellen können Sie auch als Laie gut auswechseln. Ist das Furnier noch intakt, reicht es aus, die entsprechenden Stellen mit etwas Leim wieder anzukleben. Handelt es sich um grössere Beschädigungen, empfiehlt sich, mit einem Fachmann zusammenzuarbeiten, da das Ausbessern des Furniers zu den schwierigeren Aufgaben bei der Möbelrestaurierung gehört.


Eine alte Holztruhe wird zum Hingucker. (Bild: Polarpx – shutterstock)


Machen Sie eine alte Holztruhe fit

Wollen Sie eine alte Holztruhe wieder in Szene setzen, wirkt das Möbelstück in Holzoptik am besten. Mit Abbeizer heben Sie das natürliche Aussehen des Holzes hervor. Am besten testen Sie zunächst an einer nicht sichtbaren Stelle, ob Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind. Passt alles, tragen Sie die Beize mit einem Schwamm, den Sie vorher in lauwarmen Wasser getränkt haben, auf. Reste wischen Sie nach einer Einwirkzeit von einer Viertelstunde mit einem Tuch ab. Nun muss das Ganze noch trocknen. Wichtig ist, das Holz danach mit einem Öl oder Wachs zu behandeln, damit es wieder geschützt ist. Erneuern Sie Schlüssel und Beschläge und die alte Truhe sieht wieder aus wie neu.



Kalken für einen besonderen Look

Wenn Sie keinen natürlichen Holzlook möchten, ist das Kalken des Möbelstücks eine gute Idee. Damit wirkt eine alte Kommode wie eineinzigartiges  Designobjekt im Vintagestil. Sehr gut geeignet ist ein grossporiges Holz wie Eiche oder Ulme. Beizen Sie das Holz zunächst mit einer Wasserbeize. Wichtig ist, dass Sie danach alle Staubreste entfernen. Tragen Sie nun eine Grundierung auf und lassen alles gut trocknen. Im Fachhandel erhalten Sie Kalkpasten, wer es farbig mag, kann Farbpigmente in die Paste einrühren. Geben Sie die Paste auf ein Leinentuch und reiben Sie alles quer zur Maserung ein, danach wischen Sie noch einmal in Richtung der Maserung. Danach verwenden Sie eine Politur oder ein Wachs, um das Möbelstück zu versiegeln. Besonders gut geeignet ist das Kalken, um schlichte und recht einfache Möbel aus Naturholz aufzuwerten.

 

Titelbild: AppleEyesStudio -shutterstock

Über Andrea Hauser

Aus meinem langjährigen Hobby, dem Schreiben, ist im Jahr 2010 ein echter Job geworden - seitdem arbeite ich als selbständige Texterin. Davor war ich als gelernte Bankkauffrau im klassischen Kreditgeschäft einer Hypothekenbank tätig. Immobilien und Baufinanzierungen sowie Versicherungen zählen daher zu meinen Steckenpferden. Ich entdecke aber auch gern neue Themen abseits dieser „trockenen Materie“ und arbeite mich gern in neue Gebiete ein.


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