Roomlifting – mehr Weite und Höhe für kleine Räume

28.10.2014 |  Von  |  Allgemein
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Roomlifting – mehr Weite und Höhe für kleine Räume
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Wer eine Wohnung mit kleinen, niedrigen Räumen bezieht, sieht sich vor der Herausforderung, durch eine entsprechende Farb- und Formgestaltung optisch möglichst viel Höhe und Weite zu erzielen, um sich in den eigenen vier Wänden wohlzufühlen. Doch schnell stellen sich bei einem solchen Unterfangen viele Fragen ein: Welche Farbe soll der Fussboden haben? Ist Blümchentapete erlaubt? Und was wird mit der Decke?

Aber nicht nur die Wand-, Decken- und Bodengestaltung, sondern auch das Mobiliar für Miniräume will mit Bedacht ausgewählt werden, denn nicht jeder Standardschrank wirkt sich positiv auf das Raumempfinden in kleinen Kammern aus. Die Wahl der Farben und passenden Möbel ist hier besonders wichtig, damit das Zimmer nicht beengend und vollgestellt wirkt. Mit ein paar hilfreichen Tricks lassen sich hier erstaunliche Effekte erzielen.

Das A und O: helle Farben

Freundliche Farben sind das A und O für die Gestaltung kleiner Räume. Idealerweise sollte die Zimmerdecke heller als die Wände gestrichen werden. An der Frage, ob matte oder glänzende Farbe aufgetragen wird, scheiden sich die Geister und es entscheidet dabei nicht zuletzt auch der persönliche Geschmack. Mattes Weiss hat jedoch den nicht zu unterschätzenden Vorteil, dass Makel und Unebenheiten der Deckenstruktur zurücktreten und weniger auffallen.

Wer sich mit Weiss nicht anfreunden mag, kann auch einen hellen Pastellton wählen. Wie wäre es, die Deckenfarbe ganz dezent abzutönen? Etwa in dem gleichen Farbton, nur einige Nuancen heller, in dem nachher die Wände gestrichen werden sollen. Aber Achtung: Auch für die Wände sollten Farbtöne gewählt werden, die nicht zu dunkel sind. Denn je dunkler Wand- und Deckenfarbe, umso kleiner wirkt der Raum. Anstriche für schmale Räume deshalb grundsätzlich immer mit weisser Farbe aufhellen!

Farbtöne mit Musteranstrich prüfen

Ob beim Mischen der richtige Farbton getroffen wurde, sollte vor dem Malern des gesamten Zimmers geprüft werden. Denn je nach Wahl der Farbe – Dispersions-, Lack oder Ölfarbe – wird diese letztlich nach dem vollständigen Austrocknen heller oder dunkler erscheinen als im Augenblick des Anstreichens. Am besten wird für diesen Test eine Probe der ausgewählten und abgetönten Farben auf einen Streifen Raufasertapete aufgetragen, welcher dann – nach vollständigem Austrocknen – direkt an Wand oder Decke gehalten wird. Dieselbe Farbmusterprobe wird an anderen Bereichen im Raum vermutlich unterschiedlich hell wirken. Daher empfiehlt es sich, die Prüfung an mehreren Stellen durchzuführen.

Vorteilhaft für eine luftige Gestaltung ist die Wirkung frischer, kühler Farben, etwa eines hellen Violetts oder Blaus. Wird im Kontrast dazu der Fussboden dunkel gehalten, sorgt das zusätzlich für eine weite Raumwirkung. Besonders geschmackvoll wirkt es, wenn die Farbtöne von Bodenbelag, Decke und Wänden gut aufeinander abgestimmt sind.

Streifen für mehr Höhe

Wird eine Wand zusätzlich mit senkrechten Streifen versehen – ganz gleich ob tapeziert oder aufgemalt –, streckt auch das die Stube nach oben. Hinsichtlich der Tapete verträgt ein nicht allzu grosser Raum durchaus kleine Blümchen- oder Karomuster. Allerdings sollte die Tapete mit der Decke abschliessen und kein weisser Wandstreifen ausgespart werden.




Keine hohen Möbel

Welche Möbel in niedrigen Räumen aufgestellt werden, hat entscheidende Auswirkung darauf, ob das Inventar erschlagend wirkt oder ob die durch die Wand- und Bodengestaltung erzeugte luftige Atmosphäre erhalten bleibt. Normalhohe Schränke können in kleinen Räumen schon als zu hoch empfunden werden. Wichtig für die Beurteilung ist immer der Abstand zwischen Möbeloberkante und Decke. Ist dieser zu klein, wirkt der Raum besonders niedrig.






Niedrige Sideboards. (Bild: Ventura / Shutterstock.com)

Niedrige Sideboards. (Bild: Ventura / Shutterstock.com)

Daher gilt: Für kleine Räume besser zierliche Möbel und Einrichtungsgegenstände in hellen Farben auswählen. Niedrige Sideboards etwa, luftige Bücherregale und Minisofas. Dezente Hocker statt wuchtiger, hoher Sessel. Helle, geduckte Schränkchen statt raumhoher, dunkler Wohnwände.

Ein Kronleuchter? Besser nicht

Unbedingt vermieden werden sollte in kleinen Räumen die Anbringung grosser Leuchter an der Decke. Gegenstände, die von der Decke herabragen, lassen die Oberseite des Raumes optisch näherkommen, das Zimmer also niedriger wirken. Auch ein Deckenventilator ist für einen solchen Raum aus diesem Grund eher nicht geeignet. Besser ist es, Leuchten an den Wänden zu positionieren oder Stehleuchten und -strahler zu wählen.




Deckenfluter, die das gesamte Zimmer ausleuchten, haben übrigens einen zusätzlichen positiven Effekt auf die Raumwirkung. Denn wenn eine helle Decke voll angestrahlt wird, weitet auch das den Raum optisch nach oben. Hierdurch entsteht der Eindruck, dass das Zimmer höher sei.




Bodenlange Gardinen in frischen Farben

Ist das Zimmer fertig eingerichtet, fehlen nur noch die Accessoires. Auch für die Deko-Stoffe sind Farben zu wählen, die gut mit den Wand- und Deckenfarben und letztlich auch mit der des Fussbodens harmonieren. Auch hier machen filigrane Muster und frische Farben einen guten Eindruck.

Um den Raum höher wirken zu lassen, eignet sich zudem auch die Verwendung bodenlanger Gardinen, die idealerweise schon kurz unter der Zimmerdecke beginnen. Je höher, desto besser. Kurze, fensterlange Vorhänge dagegen lassen den Raum eher klein und niedrig erscheinen.




Bilder, Spiegel und andere Blickfänger

Sollen Bilder oder andere Blickfänger an den Wänden angebracht werden, ist es von Vorteil, sie nicht zu niedrig aufzuhängen: Wird der Blick des Betrachters nach oben gelenkt, erzeugt das den Eindruck einer grösseren Raumhöhe. Wem das alles noch nicht genug ist, der kann getrost noch ein bisschen mit grossen, breiten Spiegeln experimentieren, denn auch sie vermögen kleinen Räumen bekanntermassen zusätzliche Weite zu geben.

 

Oberstes Bild: © Photographee.eu – Shutterstock.com

Über Christian Schreiber

Christian Schreiber ist seit mehr als 15 Jahren als Autor tätig und hat bereits für Verlage wie Rowohlt, die Verlagsgruppe Random House (Bertelsmann) sowie verschiedene Zeitungen gearbeitet.
Neben der Erstellung vielfältiger Sachtexte zu den unterschiedlichsten Themenfeldern befasst er sich insbesondere mit Rechts- und Finanzangelegenheiten und gibt Wohn- und Einrichtungstipps.


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