Zeit für Farbenspiele und Tapetenwechsel: Wände und Decken umgestalten

20.05.2015 |  Von  |  Allgemein
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Zeit für Farbenspiele und Tapetenwechsel: Wände und Decken umgestalten
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Manche haben am Renovieren und Gestalten ihrer Wohnräume einen Riesenspass. Andere sehen darin vor allem Arbeit, verbunden mit Staub, Muskelkater und oft unerwartet hohen Geldausgaben. Wer es gelassen und planvoll angeht, kann Stress vermeiden – und am gelungenen Ergebnis freuen sich alle.

Zu den Klassikern unter den Renovierungsarbeiten gehört das Werkeln an Wänden und Zimmerdecken. Auf diesen grossen Flächen ist viel Platz für Kreativität – und die lässt sich als Heimwerker ebenso gut ausleben wie als Auftraggeber und Organisator.

Mit Wand und Decke lässt sich einiges anstellen

Beim Ein- und Umzug wird üblicherweise auch renoviert. Wer es sich einfach machen und schnell fertig sein möchte, beschränkt sich dabei aufs Streichen – eine neue Schicht Farbe lässt alles frisch und sauber wirken. Reinweiss und zarte Weissabstufungen wie Creme stehen dabei nach wie vor hoch im Kurs. Wer es gern ein bisschen bunter hat, kann sich aus unzähligen Farbtönen, Metallicfarben etc. seine Favoriten aussuchen und damit Akzente setzen.

Mit Spezialanstrichen lassen sich Probleme lösen oder tolle Effekte erzielen, indem etwa bestimmte Bereiche gezielt umfunktioniert oder für weitere Behandlungen vorbereitet werden. Zu den Spezialisten gehören:

  • Schimmelbremsen oder Anti-Schimmel-Farben (Achtung: Die Ursache für die Schimmelbildung, etwa eine undichte Stelle, sollte vorher beseitigt werden; auch ersetzen Schimmelblocker nicht das richtige Beheizen und Lüften der Räume),
  • Magnetfarben (sie machen die Wand magnetisch und können damit eine Metallpinnwand o. Ä. ersetzen),
  • Tafellack bzw. Tafelfarbe (die damit gestrichenen Areale können mit Kreide beschrieben und wie eine Tafel gereinigt werden),
  • Tiefgrund (stabilisiert saugende oder sandende Untergründe und macht sie damit tragfähig für den neuen Anstrich),
  • Isolierfarbe (deckt hartnäckige Verschmutzungen durch Nikotin, Fett o. Ä. ab und hindert sie am Durchdringen der Farbschicht) sowie
  • Elefantenhaut bzw. Tapetenhaut (versieht Farbanstriche und Tapeten, z. B. in Kinderzimmer, Bad oder Küche, mit einer wasserabweisenden, seidenglänzenden Haut und macht sie damit schmutzresistenter und abwaschbar).

Tapeten liegen wieder voll im Trend

Von der Lust an gemusterten Tapeten in den 1970er Jahren musste sich die Folgegeneration erst einmal erholen. Viele Prachtstücke der Wandgestaltung wurden ebenso schwungvoll entsorgt oder mit der damals modern werdenden Schwammtechnik überstrichen, wie sie früher aufgeklebt worden waren. Seit einigen Jahren ist auf dem Tapetenmarkt allerdings wieder einiges los – der traditionelle Wandschmuck wurde neu entdeckt.


Tapeten liegen wieder voll im Trend (Bild: © Urheber - shutterstock.com) (Bild: © archideaphoto - fotolia.com)

Tapeten liegen wieder voll im Trend (Bild: © Urheber – shutterstock.com) (Bild: © archideaphoto – fotolia.com)


Tapetenvariationen – von der beliebten Raufaser über Strukturtapeten bis hin zu mondänen und glamourösen Designertapeten – findet man heute in jedem Bau- und Einrichtungsmarkt. Doch Tapezieren ist für Ungeübte gar nicht so einfach – wer einfach loslegt, kann viel falsch machen. Hier ist eine kleine Liste mit Fragen, deren Beantwortung Laien das Tapezieren erleichtert:

  • Welche Eigenschaften soll die Tapete haben? Es gibt z. B. Spezialtapeten für Feuchträume, denen Wasser, Dampf und Kochdünste weniger anhaben können, besonders lichtbeständige, weiche, atmungsaktive, feuchtigkeitsregulierende und abwaschbare Tapeten. Zudem lässt sich nicht jede problemlos überstreichen.
  • Wie sieht der Untergrund aus? Muss vorher eine alte Tapete entfernt oder alter Putz repariert bzw. geglättet werden?
  • Was will bzw. kann ich selbst erledigt werden, und bei welchen Arbeitsschritten brauche ich Hilfe? Wer kann mir helfen?
  • Habe ich Platz genug, um die Tapetenbahnen auszulegen und einzukleistern? Mache ich das auf dem Boden, oder kaufe ich einen Tapeziertisch?
  • Welche Werkzeuge und Materialien habe ich im Haus, und welche muss ich noch kaufen? Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt sich im Fachhandel beraten – dort gibt es auch komplette Tapeziersets für Einsteiger.

Putz ist Make-up für Wände und Decken

Verputzen ist eine gute Alternative für alle, die zum Tapezieren keine Lust haben, aber ihren Wänden mehr gönnen wollen als frische Farbe. Neben konventionellen Putzen zum Aufbringen mit Traufel, Kelle und Spachtel gibt es auch Streich-, Reibe- und Rollputze, die ähnlich wie Farbe aufgetragen werden, so dass dafür keine neue Arbeitstechnik erlernt werden muss.

Manche Trendputze enthalten bereits Farbe, Struktur- oder Glitzerpartikel. Sie lassen sich zum Teil auch untereinander mischen, um individuelle Kombinationen zu erzielen. Grundsätzlich mischbar sind Verputze der gleichen Grundart. Schwieriger wird es bei unterschiedlicher Basis, etwa einem Lehm- und einem Kalkputz – hier ist es empfehlenswert, den konkreten Rat eines Fachmanns einzuholen. Für zusätzliche Struktureffekte gibt es spezielle Werkzeuge, etwa Zacken- oder Wellenspachtel, Noppelrollen, Bürsten oder Kämme.


Verputzen ist eine gute Alternative für alle, die zum Tapezieren keine Lust haben. (Bild: © Sergione - fotolia.com)

Verputzen ist eine gute Alternative für alle, die zum Tapezieren keine Lust haben. (Bild: © Sergione – fotolia.com)


Wer mit der Glättkelle umgehen kann, ist mit Haftputzgips bestens beraten. Dieses Material ist extrem benutzerfreundlich, denn es haftet auf nahezu jedem Untergrund – Handwerker haben ihm darum den Spitznamen „Pumaspucke“ verliehen. Haftputz lässt sich auf Flächen rasch und geschmeidig aufbringen, selbst an schwierigen Kanten und Ecken präzise verarbeiten und sehr gut nachträglich korrigieren: im feuchten Zustand mit Schwamm, Lappen, Kelle o. Ä., im trockenen mit entsprechenden Schleifwerkzeugen.

Durch die Nachbearbeitung des leicht angetrockneten Verputzes mit einem nassen bzw. angefeuchteten Schwamm kommen die im Verputz enthaltenen Sandkörnchen an die Oberfläche, und es entsteht der klassische Rauputz, der sich wunderbar überstreichen lässt. Er ist umso weniger rau, je feinkörniger der verwendete Verputz ist. Auch hier kann der günstige Haftputzgips punkten – verglichen mit Zementputz oder Mörtel ist er sehr feinkörnig. Reiner Gips ist zwar am allerfeinsten, dafür aber auch empfindlicher. Ausserdem bindet Gips viel schneller ab, so dass immer nur eine kleine Menge auf einmal angemischt und verarbeitet werden kann.

Paneele und Verblendungen: Alte Wand im neuen Stil

Verblender und Paneele funktionieren nach demselben Prinzip, unterscheiden sich jedoch in optik und Material. Paneele sind Wand- oder Deckenverkleidungen aus Holz (oder aus Kunststoff in Holzoptik), Verblender sind aus Leichtbeton, Gips oder Kunststoffen, die wie mineralische Materialien (z. B. Natursteine, Schiefer, Mauerwerk) aussehen. Moderne Paneele werden an Wänden und Decken eingesetzt, Verblender wegen ihres meist höheren Gewichts eher an Wänden.

Die leichtesten Varianten sind die aus Gips, mit denen sich auch nicht tragende, dünne bzw. nachträglich eingezogene Wände und Raumteiler bekleben lassen – oder eben die ultraleichten „Schummelvarianten“ aus Kunststoff, die allerdings weniger schön altern. Gips ist feuchtigkeitsempfindlich und darf daher nur in Innenräumen verarbeitet werden.

Paneele und Verblender gibt es mit oder ohne sichtbare Fugen. Das Befestigen der Paneele aneinander erfolgt mittels Klicksystem (ähnlich wie bei Laminat) oder durch Ineinanderschieben von Nut und Feder (ähnlich wie bei Parkett oder Bodendielen). Paneele können als zusätzliche Wärme- oder Schalldämmung fungieren, und manche bieten auch Platz für unsichtbare Kabelführungen.



Fazit: Wer beim Renovieren mehr machen will als nur alte Farbe überstreichen, kann an Wänden und Decken seine Kreativität voll ausleben. Mit Spezialfarben, modernen Tapeten, Verputzen, Paneelen oder Verblendern bekommt der Raum neuen Charme und ein Wohnklima zum Wohlfühlen.

 

Oberstes Bild: © fischer-cg.de – fotolia.com

Über Christine Praetorius

Christine Praetorius, Jahrgang 1971, spricht und schreibt über Neues, Altes, Schönes und Kurioses. Ich liebe Sprache und Musik als die grössten von Menschen für Menschen gemachten Freuden – und bleibe gerne länger wach, um ihnen noch etwas hinzuzufügen. Seit 2012 arbeite ich mit meinem Mann Christian als freie Texterin, Autorin und Lektorin.



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