Das Schlafzimmer muss kein „Wohnungsstiefkind“ sein

29.10.2014 |  Von  |  Schlafzimmer
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Das Schlafzimmer muss kein „Wohnungsstiefkind“ sein
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In den meisten Wohnungen wird der Fokus bei der Einrichtung und Gestaltung auf den sichtbaren Wohnraum oder die Küche gerichtet. Das Schlafzimmer, in dem man eigentlich die meiste Zeit verbringt, wird für gewöhnlich eher als „ungeliebtes Stiefkind“ angesehen, was den Einrichtungsmut angeht. Dabei ist es gar nicht so schwer, den Rückzugsort Schlafzimmer ansprechend herzurichten, es zu einer Oase der Entspannung zu machen.

Was tut man schon im Schlafzimmer? Man hält den Schönheitsschlaf, man kommt sich näher, man kuschelt, aber die Gäste, die sehen es eher nicht. Das Schlafzimmer ist tabu. Kann man es also einrichtungstechnisch auch vernachlässigen? Nein, denn wenn ein Mensch beispielsweise 80 Jahre alt wird, verbringt er anteilig den grössten Teil des Lebens, knapp 25 Jahre, im Schlafzimmer – weil er nämlich schläft. Bei einem Büroalltag verbringen wir zum Vergleich nur knapp neun Jahre des Lebens im Büro. Daher wollen wir Ihnen helfen, Ihr Schlafzimmer ansprechend herzurichten.



Schritt für Schritt ins Schlafzimmer einziehen – wo muss das Bett stehen?

Bevor Sie sich Ihr Schlafzimmer einrichten und sich Gedanken über das Bett machen, stellen Sie erst einmal fest, wo soll das Bett stehen und wie gross ist der Platz, den Ihr Bett einnehmen darf. Manche Menschen müssen mit Blick zur Tür des Schlafzimmers schlafen, andere empfinden das als störend oder gar unangenehm, da sie sich ausgeliefert fühlen.

Tragen Sie dem Rechnung und suchen Sie den optimalen Stellplatz für Ihr Bett nach Ihrem Bauchgefühl. Dazu nehmen Sie sich einfach eine Decke – oder eine Matratze – und legen sie an verschiedenen Stellen des Schlafzimmers aus. So können Sie alle Optionen prüfen: unter dem Fenster, neben dem Fenster, Blick auf die Türe, schräg im Zimmer, mittig im Raum und so weiter. Wenn Sie den Platz gefunden haben, von dem Sie sagen: „Das ist mein Schlafplatz“, dann wissen Sie auch, für welches Bett aus der schier unendlichen Bettenwelt Sie sich entscheiden können.

Wenn Sie den optimalen Schlafplatz gefunden haben, machen Sie sich über die Farbkombination Gedanken. Nicht selten ist es so, dass bei einem Umzug die Farben nicht harmonieren, weil man zum Beispiel Einrichtungsgegenstände zusammenwürfelt. Aber gerade die farbliche Disharmonie stört Menschen unterbewusst. Das lässt sich einfach ändern: mit der passenden Farbe!



DIY (do it yourself) ist im Trend, und wenn Sie im Streichen nicht firm sind, geben Sie eine Shabby Chic Party, bei der die Freunde helfen kommen. Streichen Sie Ihre Möbel passend zueinander und nutzen Sie dabei eine identische Farbfamilie – zum Beispiel Weiss in allen möglichen harmonierenden Abstufungen. Dazu einige farbliche Akzente als Eyecatcher – fertig. Über die Farbe schaffen Sie ein verbindendes Element bei der Gestaltung. Bedenken Sie bei der Farbwahl: Dunkle Farben schaffen Geborgenheit, helle Farben stimmen eher fröhlich. Kombinieren Sie innerhalb einer Intensitätsrange, beispielsweise Pastelltöne nur mit Pastelltönen.

Gleichen Sie unterschiedliche Proportionen geschickt aus

Ist das Zimmer zu hoch, zu klein, zu gross oder zu niedrig, greifen Sie wieder zum Farbeimer und passen es farblich an. Haben Sie beispielsweise eine niedrige Deckenhöhe, nutzen Sie Möbel, die raumhoch sind. Damit verleihen Sie dem Raum mehr Höhe. Leben Sie in einem Haus mit grosser Deckenhöhe, setzen Sie Ihre Wände farblich ab und lassen so die Decke niedriger wirken. Ist der Raum klein, vermeiden Sie dringend Überladungen und arbeiten Sie mit zierlichen Möbeln. Ist Ihr Schlafzimmer gross, besteht die Gefahr, sich optisch zu verlieren. Gleichen Sie das mit wuchtigen, ausladenden Möbeln aus. Es gibt nicht den falschen Raum, es gibt nur die falschen Möbel.

Steht Ihr Schlafzimmer bis zu diesem Punkt, geht es daran, die für Sie passende Art der Verdunklung des Raumes zu finden. Mancher Schläfer braucht es im Schlafzimmer stockfinster. Andere mögen es eher dämmerig und wieder anderen kann es gar nicht hell genug sein. Sie entscheiden, was Sie gut schlafen lässt, was Ihnen guttut, denn das ist das Entscheidungskriterium dafür, wie Sie Ihren Schlafraum verdunkeln. Jalousie, Transparentstoff, schwerer Stoff oder ein Rollo, das etwas Licht durchlässt.





Schlafzimmer Beleuchtung. (Bild: rook76 / Shutterstock.com)

Schlafzimmer Beleuchtung. (Bild: rook76 / Shutterstock.com)

Vorsicht bei der Beleuchtung!



Legen Sie sich im Schlafzimmer nicht auf eine einzelne Lichtquelle fest, sondern schaffen Sie Lichtinseln. Über mehrere Beleuchtungskörper erzeugen Sie eine angenehme und abwechslungsreiche Atmosphäre. Sorgen Sie bei der Ausleuchtung dafür, dass mehrere Ebenen der Beleuchtung geschaffen werden. Dabei können Sie indirekte Beleuchtung aus dem Hintergrund geschickt mit der normalen Deckenbeleuchtung kombinieren. Fügen Sie den Lichtquellen noch lokale Beleuchtung hinzu – zum Beispiel durch Nachttischlampen, das Anstrahlen exponierter Bilder oder Lampen neben/am/auf dem Kleiderschrank – und Sie können sicher sein, Ihr Schlafraum ist perfekt ausgeleuchtet, ohne dabei monoton zu wirken.

Steht die Ausleuchtung, schauen Sie sich Ihren Boden an. Liegen dort Laminat, Parkett oder gar Fliesen oder Granitboden? Ja, es sieht ansprechend aus, aber wenn Sie nicht über eine Fussbodenheizung verfügen, wird es leider auch schnell kühl, wenn Sie aus dem Bett aufstehen. Umgehen Sie den morgendlichen Kälteschock an den Füssen mit einem passenden Teppich. Ihre Füsse werden es Ihnen danken und Ihre Laune nach dem Aufstehen wird besser sein, weil der nächste Winter Ihnen ansonsten kalte Füsse bescheren würde.

Wenn Sie nun noch ein hohes Mass an Wohnlichkeit durch Accessoires generieren, dem Bett eine Tagesdecke gönnen, die Elektrogeräte aus dem Schlafzimmer verbannen und stattdessen einen Ruhesessel dort platzieren, haben Sie sich selbst eine echte Oase der Entspannung geschaffen.



 

Oberstes Bild: © Santiago Cornejo – Shutterstock.com


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