Akustik in Räumen – ein unterschätzter Wohnaspekt

07.07.2014 |  Von  |  Allgemein, Büro, Wohnzimmer
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Akustik in Räumen – ein unterschätzter Wohnaspekt
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Wenn wir über Wohnen nachdenken, dann spielt die Optik eine dominierende Rolle. Es soll gemütlich aussehen, ästhetisch oder elegant. Die Bequemlichkeit ist ebenfalls von Wichtigkeit: Angenehmes Sitzen, Ruhen und Liegen sind ein Muss. Aber was ist mit unseren Ohren? Haben Sie schon einmal in Ihre Wohnräume hineingehört? Die akustische Situation trägt mehr als meist gedacht zu unserem Wohlsein oder Unwohlsein bei.

Klassische Stilmittel für Wohnräume waren in früheren Jahren schwere Vorhänge, grosse Polstermöbel und Teppiche bzw. Teppichböden. Nach modernen Kriterien eingerichtete Wohnräume sehen ganz anders aus: Grosszügige Räume mit viel freien Flächen und Glas, die oft auch ineinander übergehen. Dabei tritt man auf Parkett, Fliessen oder Flächen aus Naturstein. Optisch vermittelt dies Grosszügigkeit und Freiheit, man denke vor allem an begehrte Lofts. Akustisch hat dies aber seine Nebenwirkungen.

In manchen Räumen ergibt sich fast eine Kirchensituation: Die Schallwellen breiten sich frei aus und kehren von glatten Flächen auch wieder zurück. Der Lärmpegel ist entsprechend hoch. Kleine Geräusche werden verstärkt, und alle Geräusche hallen nach. Dies hat nicht zu unterschätzende Auswirkungen: Aus medizinischen Untersuchungen weiss man, das eine schon leichte, aber ständige Geräuschbelastung als unangenehm empfunden wird und krank machen kann.




Auch die sozialen Situationen werden beeinflusst: Wenn viele Menschen solche Räume nutzen, entsteht oft ein Klangbrei. Gespräche verlieren sich im hohen Grundgeräuschpegel. Das Spielen von Kindern, eigentlich eine Investition in unsere menschliche Zukunft, wird zum Störfall für den gesamten Wohnbereich. Sie haben sicherlich an sich selbst in solchen Situationen schon beobachten können, dass Sie entgegen Ihren sonstigen Gepflogenheiten plötzlich dünnhäutig werden. Sie fahren aus der Haut und werden ungerecht. Auch auf Besuch hat man bald keine Lust mehr.

Solche extremen Phänomene sind meist ein Luxusproblem. Für Bauherren bedeutet dies, in die Planung grossräumiger Wohnräume die Akustik einzubeziehen. Die beste, umfassendste und optisch unauffälligste Methode ist der Einzug einer sogenannten Akustikdecke. Diese hat sich vor allem für Wohnräume sehr bewährt. Ausnahme wäre ein Raum, der akustisch besonders genutzt werden soll: Für das Einrichten eines Musikzimmers oder kleinen Heimkinos sollte man sich Rat holen von einem Fachmann, einem sogenannten Akustiker.

Eine Akustikdecke nachträglich einzubauen ist meist zu aufwendig und kostspielig. (Bild: Scott David Patterson / Shutterstock.com)

Eine Akustikdecke nachträglich einzubauen ist meist zu aufwendig und kostspielig. (Bild: Scott David Patterson / Shutterstock.com)

Wenn ein Haus schon gebaut ist oder gekauft wurde, müssen akustische Mängel durch nachträgliche Massnahmen gemildert werden. Eine Akustikdecke nachträglich einzubauen ist meist zu aufwendig und kostspielig. Hier gibt es die Möglichkeit, mit sogenannten Deckensegeln oder schalldämmenden Wandpaneelen zu arbeiten. So kann grundsätzlich eine gewünscht offene und freiflächige Gestaltung beibehalten werden. Die Akustik lässt sich aber gezielt und deutlich angenehmer gestalten. Erwähnte Deckensegel können auch optisch erfrischend und reizvoll wirken.




Wie erwähnt sind akustische Extremsituationen eher ein Luxusproblem in „Wohnschlössern“, grossen Häusern, Lofts und so weiter. Ausnahmen wären Arbeitsplätze, die sich in geschilderten architektonischen Situationen befinden. Hier sollte natürlich auch auf jeden Fall Abhilfe geschaffen werden. Lärmgestresste Mitarbeiter leisten mit Sicherheit weniger und werden langfristig erkranken. In kleineren Räumen kann es aber durchaus auch zu unangenehmen akustischen Phänomenen durch die ungünstige Reflexion von Schallwellen kommen.

Wenn es optisch nicht als Einschränkung empfunden wird, können schallbrechende Stilelemente Abhilfe bringen: Steh- und Hängelampen, die mit Stoff bespannt sind, Pflanzen oder kleine Raumteiler sind nicht nur optisch auflockernd, sondern auch schalldämmend. Ein Teppich, etwa nur unter dem Esstisch eines sonst mit Parkett ausgelegten Raumes, wirkt geräuschbindend. Es gibt auch spezielle schallschluckende Bilder, die auf Stoff gedruckt und auf einen Rahmen, der ein gewisses Volumen bietet, gespannt sind.




Für die Platzierung solcher schallschluckender Objekte gilt eine ganz einfache Regel: Gegenüber einer jeden schallwerfenden, weil glatten Fläche, positioniert man ein schallschluckendes Element. Gegenüber glatten und freien Wänden wären dies erwähnte schallschluckende Bilder, Pflanzen oder Lampen. Gegenüber einem glatten Fussboden kann auch hier in passender Grösse ein Deckensegel zum Einsatz kommen. Doch das häufigere Problem für den Normalbürger in seiner Wohnung wird Lärm von aussen sein.




Kommt zu viel Lärm auch durch geschlossene, einfach verglaste Fenster, schaffen schalldämmende Fester mit Doppelverglasung Abhilfe. Hier tut man gleichzeitig etwas für eine verbesserte Energiebilanz und spart Heizkosten. Kommt der Lärm aus einer Nachbarwohnung neben, über oder unter der eigenen Wohnung, hilft nur eine konsequent und professionell gearbeitete Wand-, Decken- oder Bodenschalldämmung. Hier werden dann Dämmflächen eingezogen, die übrigens auch die Wärme besser binden. Für solche Massnahmen muss man Materialkosten von etwa 50 bis 60 Schweizer Franken pro Quadratmeter ansetzen.




Natürlich schützt die Dämmung der eigenen Räume nicht nur vor Fremdschall. Wer in seiner Mietwohnung gerne einmal Krach oder Musik machen oder laut hören will, der tut seinen Nachbarn und letztlich sich selbst mit geräuschdämmenden Massnahmen einen grossen Gefallen.

 

Oberstes Bild: © archideaphoto – Shutterstock.com


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